Schlagwortarchiv: Wald

Kalenderblatt
1. September

Die Tyrrhenischen Wälder sind erfüllt vom Widerhall des Meeres

Kalenderblatt vom 01. September
„Die Tyrrhenischen Wälder sind erfüllt vom Widerhall des Meeres“
„The Tyrrhenian woods are full of the reverberation of the sea“
„Los bosques Tirreno estan llenos de la resonancia del mar“

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Eine große blau-graue Fläche bestimmt das Zentrum des Bildes. Sie wirkt dicht und bewegt zugleich. Schichten von Farbe überlagern sich, werden aufgebrochen, verwischt und von Spuren durchzogen. Die Acrylpaste lässt eine reliefartige Oberfläche entstehen, in der sich Licht verfängt. Einzelne Glitterpartikel blitzen auf und verschwinden wieder.

Was sich in dieser Fläche zeigt, bleibt offen.

Meer oder Wald? Wasser oder Schatten? Wellen, Äste, Felsen, Licht?

Nichts wird eindeutig gegenständlich. Und doch entsteht der Eindruck einer Landschaft, die sich in ständiger Bewegung befindet.

Die kühle Mitte wird von einer leuchtenden Zone aus Orange, Gelb und Rot umgeben. Am oberen Bildrand verdichtet sich das Rot zu einem intensiven Streifen, während an den Seiten und im unteren Bereich Orange- und Gelbtöne dominieren. Dadurch entsteht beinahe ein Bild im Bild: eine dunkle, vibrierende Welt, eingefasst von Wärme und Licht.

Der Titel führt diese abstrakte Landschaft an das Tyrrhenische Meer, ohne daraus eine konkrete Ansicht zu machen. Denn das Meer selbst muss gar nicht sichtbar sein.

Vielleicht liegt es hinter den Wäldern.

Man hört es, bevor man es sieht.

Sein Rauschen dringt zwischen die Bäume. Der Wind trägt Salz vom Wasser ins Land. Äste bewegen sich, Wellen bewegen sich, und irgendwann scheint dieselbe unsichtbare Kraft durch beide Landschaften zu gehen.

Der Wald beginnt, etwas vom Meer in sich zu tragen.

So wird die blau-graue Fläche zu einem Ort der Verwandlung. Strukturen, die eben noch an Wellen erinnerten, können im nächsten Augenblick wie Äste, Blätter oder felsiger Boden erscheinen. Meer und Wald lassen sich nicht mehr sauber voneinander trennen.

Auch der Glitter bekommt in diesem Wechselspiel eine besondere Bedeutung. Er ist weniger dekoratives Element als flüchtige Erscheinung von Licht. Je nachdem, wie der Blick auf die Oberfläche fällt, leuchtet etwas auf und verschwindet wieder, wie Sonnenlicht auf bewegtem Wasser oder zwischen den Blättern eines Waldes.

Vielleicht ist genau das der Widerhall, von dem der Titel spricht.

Nicht nur ein Geräusch, sondern eine Spur, die eine Landschaft in einer anderen hinterlässt.

Das Meer ist nicht im Bild dargestellt. Und dennoch scheint es überall gegenwärtig zu sein: in der Bewegung der Oberfläche, im wechselnden Licht, in den dunklen Tiefen des Blau-Graus.

Vielleicht endet das Meer nicht dort, wo das Wasser aufhört.

Vielleicht setzt es sich im Wind fort, in den Bäumen, im Licht und schließlich in unserer Erinnerung an einen Ort.

Und irgendwo zwischen Wald und Meer beginnt eine Landschaft, von einer anderen zu erzählen.

 

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Kalenderblatt
1. Dezember

Winter im Wald der Zwerge

Kalenderblatt vom 1. Dezember
„Winter im Wald der Zwerge“

„Winter in the forest of the dwarfs“
„Invierno en la selva de los enanonitos“

Acryl, Acrylpaste, Pigment auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Inmitten eines vibrierenden Meers aus kobaltblauen Strukturen öffnet sich in „Winter im Wald der Zwerge“ ein magischer Blick in eine verborgene Welt, die sich dem Betrachter nur für einen flüchtigen Moment zeigt. Das dominierende Blau wirkt wie ein lebendiger, atmender Winterwald, in dem jede pastose Spur, jede Schicht der Acrylpaste an gefrorene Rinden, verschneite Tannenzweige und das stille Rascheln eines Waldes erinnert, der zur Ruhe gekommen ist und doch geheimnisvoll weiterlebt.

Aus diesem tiefen Blau treten drei leuchtende Akzente hervor: ein glutrot-oranger Funken, ein reines Weiß und ein goldener Schimmer. Sie wirken wie Wesen, die sich im Verborgenen bewegen,  vielleicht Zwerge, vielleicht archetypische Kräfte, die im Winter besonders wachsam sind. Das Rot gleicht einem Herzschlag im Schnee, einer inneren Wärme, die inmitten der Kälte lodert. Das Weiß erscheint wie eine Schneekreatur, rein, wachsam, fast spirituell. Und das Gold schließlich deutet auf etwas Kostbares, Verborgenes hin, ein Schatz des Waldes, der nur jenen sichtbar wird, die bereit sind, mit dem Herzen zu sehen.

Das Zusammenspiel aus pastosen Strukturen und leuchtenden Farbinseln erschafft eine Atmosphäre, in der man das Gefühl hat, man würde gerade in eine geheimnisvolle Zwergenlandschaft hineinspähen: ein Moment, in dem Fantasie und Wirklichkeit sich berühren. Das Bild erinnert daran, dass selbst im tiefsten Winter eine unsichtbare Lebendigkeit pulsiert, kleine Wesen, Kräfte, Energien, die den Wald behüten und seine Geheimnisse tragen.

So wird das Werk zu einer Einladung, die eigene Wahrnehmung zu öffnen und sich daran zu erinnern, dass unter jeder Oberfläche, sei sie noch so frostig,  eine Welt voller Zauber, Wärme und stiller Geschichten wartet. In seiner poetischen Abstraktion schenkt das Bild dem Betrachter eine Erfahrung des Staunens: den Winter mit den Augen der Zwerge zu sehen.

 

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https://www.juanlobo.info/widerrufsbelehrung/).
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