
Das Kalenderblatt zum 25. Februar
“Aufbruch aus der Tiefe in den unendlichen Raum”
“Emergence from the Depth into Infinite Space”
“Partida desde la profundidad hacia el espacio infinito”
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm
Aufbruch aus der Tiefe in den unendlichen Raum ist kein Bild im herkömmlichen Sinn, es ist ein Verdichtungsmoment. Eine visuelle Schwelle. Ein energetischer Wendepunkt, eingefroren in Farbe und Struktur.
Die Tiefe als Ursprung
Der dunkle, vielschichtige Umraum ist kein Hintergrund. Er ist Herkunft. Er erzählt von Reibung, von innerem Ringen, von gewachsener Substanz. Die pastosen Strukturen, die Überlagerungen, die gebrochenen Farbtöne erzeugen ein Feld, das lebendig pulsiert. Hier ist nichts dekorativ. Alles trägt Spannung. Diese Tiefe ist nicht Bedrohung, sie ist Potenzial.
Die Entscheidung als Bewegung
Aus dieser Verdichtung löst sich eine klare, gerichtete Form. Eine Diagonale, die nicht tastet, sondern zielt. Sie wirkt wie ein Impuls, der lange gereift ist und nun keine Verzögerung mehr duldet. Diese Linie steht für Entschlusskraft. Für den Moment, in dem das Innere Form annimmt. Für den Übergang vom Diffusen ins Konkrete.
Das Zentrum als Quelle und Ziel
Das leuchtende Gold im Zentrum ist mehr als ein Lichtpunkt. Es ist ein Brennraum. Ein energetischer Kern, der zugleich anzieht und ausstrahlt. Das Gelb-Orange glüht nicht oberflächlich, es scheint von innen heraus zu entstehen. Dieses Zentrum wirkt wie ein Tor, wie eine Sonne, wie eine Öffnung ins Grenzenlose. Es ist nicht nur Ziel der Bewegung, es ist Ursprung einer neuen Dimension.
Transformation als Prozess
Das Werk inszeniert keinen dramatischen Umbruch, sondern eine organische Wandlung. Der Weg ins Weite führt nicht an der Tiefe vorbei, sondern durch sie hindurch. Die Struktur der Oberfläche, spürbar, greifbar, körperlich, macht deutlich: Entwicklung ist ein Prozess. Schicht für Schicht. Erfahrung für Erfahrung.
Mut als leise Kraft
Dieses Bild spricht nicht von heroischem Pathos, sondern von stiller Entschlossenheit. Von innerer Klarheit. Von dem Punkt, an dem Zögern endet und Richtung entsteht. Der „Aufbruch“ geschieht nicht im Außen, er ist ein innerer Akt. Ein Perspektivwechsel. Eine Ausrichtung.
Der unendliche Raum als Bewusstseinsöffnung
Der Titel verweist auf Weite, doch diese Weite ist nicht geografisch. Sie ist existenziell. Der unendliche Raum ist ein Zustand. Ein Bewusstseinsfeld, das sich öffnet, sobald der Schritt gewagt wird. Das Bild hält genau diesen Übergang fest: den Moment, in dem Enge sich löst und Horizont entsteht.
Wer diesem Werk begegnet, steht nicht nur vor Farbe und Form. Er steht vor einer Einladung. Einer Einladung, die eigene Tiefe nicht zu meiden, sondern als Ausgangspunkt zu begreifen. Denn genau dort beginnt der Weg in den unendlichen Raum.
