Kalenderblatt
12. Oktober

Kalenderblatt vom 12. Oktober

„Bleierner Abend auf Elba“
„Leaden evening on Elba“
„Tarde plomiza a la isla  Elba“

Acryl, Acrylpaste, Glitter, Ölpastell auf Aquarellpapier ca. 21 x 15 cm

Die Sonne ist rot. Nicht weil sie untergeht, sondern weil das Rot seinen Platz behauptet. Es braucht keine Erklärung. Es genügt, dass es da ist.

Darunter ein Stück Erde, das sich vom Horizont gelöst hat. Eine Insel vielleicht. Ein dunkler, violetter Widerstand gegen die Weite des Blaus. Die Formen berühren sich nicht, und doch halten sie einander im Gleichgewicht.

Das Gelb drängt gegen das Blau, das Rot gegen das Gelb. Jede Farbe besitzt ihr eigenes Gewicht, ihre eigene Stille. Nichts ist zufällig, auch wenn alles aus der Bewegung entstanden scheint.

Die Landschaft ist nicht mehr das, was das Auge sieht. Sie ist das, was von ihr bleibt, wenn alles Unwesentliche verschwunden ist.
Es gibt keine Ferne und keine Nähe. Nur Flächen, die miteinander ringen, und einen Raum, der sich zwischen ihnen öffnet.

Man malt nicht die Sonne. Man malt das Rot, bis es zur Sonne wird. Man malt nicht die Insel. Man gibt der Farbe so viel Gewicht, dass sie zu Erde wird.

Und vielleicht ist das der Augenblick, in dem die Malerei beginnt: wenn die Dinge aufhören, sich selbst zu erklären, und die Farbe ihre eigene Wahrheit findet.

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Kalenderblatt
12. Oktober

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Das Kalenderblatt zum 12. Oktober

„Brandspur“
„Trace of Fire“
„Huella de fuego“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Die Farbe brennt sich in die Fläche. Gelb ist hier kein Licht, sondern eine elementare Kraft, die aufbricht, überlagert und verschlingt. Dunkle Linien durchziehen den Bildraum wie Risse in einer ausgetrockneten Erdkruste. Sie zeichnen nichts nach. Sie sind Spuren eines Geschehens.

Die Malerei scheint sich ihrer eigenen Entstehung zu widersetzen. Schichten werden aufgetragen, verletzt, wieder freigelegt. Was sichtbar wird, ist kein abgeschlossener Zustand, sondern ein fortdauernder Prozess zwischen Zerstörung und Erneuerung.

Inmitten dieser eruptiven Bewegung erscheinen rote Zeichen. Wie glühende Überreste, wie eine rätselhafte Zählung durchziehen sie die aufgewühlte Oberfläche. Ihre beinahe rhythmische Ordnung widerspricht der Unberechenbarkeit des übrigen Bildgeschehens.

Hier wird keine Landschaft dargestellt. Vielmehr scheint die Erde selbst zu sprechen, von Hitze, Verwandlung und den Kräften, die unter ihrer Oberfläche wirken.

„Brandspur“ ist nicht das Bild eines Feuers. Es ist das, was bleibt, wenn das Feuer längst erloschen ist.

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