Kalenderblatt
22. Oktober

Kalenderblatt 22. Oktober

Das Kalenderblatt zum 22. Oktober
„Herbstgespräch“
„Autumn Conversation“
„Conversación de Otoño“

Aquarell auf Aquarellpapier ca 21 x 15 cm

Drei Bäume stehen in einer weiten, offenen Landschaft. Ihre Kronen leuchten in warmen Rot-, Gold- und Grüntönen. Der Wind scheint durch ihre Blätter zu ziehen, während sich über ihnen ein schwerer, graublauer Himmel ausbreitet. Licht und Schatten begegnen sich. Die Landschaft wirkt bewegt und zugleich von einer eigentümlichen Stille erfüllt.

Die drei Bäume stehen für sich und gehören doch zusammen. Jeder trägt seine eigene Gestalt, seine eigenen Farben, seine eigene Geschichte. Zwischen ihnen entsteht ein unsichtbarer Dialog, ein stilles Gespräch über das Werden und Vergehen.

Der Herbst ist nicht nur eine Jahreszeit. Er ist ein Sinnbild des Wandels.

Was gestern noch grün war, beginnt sich zu verwandeln. Farben gewinnen an Intensität, bevor sie verblassen. Die Natur hält nichts fest. Sie folgt ihrem eigenen Rhythmus, ohne zu wissen, was der nächste Augenblick bringen wird.

Vielleicht liegt gerade darin die besondere Botschaft dieses Bildes: Veränderung bedeutet nicht nur Abschied. Sie eröffnet auch neue Möglichkeiten.

Das Aquarell lebt von der Leichtigkeit seiner Farben. Sie fließen ineinander, bilden zufällige Übergänge und lassen manches nur erahnen. Nichts ist vollkommen festgelegt. Die Landschaft bleibt offen für die Vorstellungskraft des Betrachters.

So wird aus einer herbstlichen Landschaft eine Begegnung mit dem eigenen Leben. Auch wir durchlaufen Zeiten des Aufbruchs, der Reife, des Loslassens und der Neuorientierung.

„Herbstgespräch“ lädt dazu ein, den Wandel nicht als Verlust zu betrachten, sondern als natürlichen Ausdruck des Lebendigseins.

Und vielleicht erzählen uns die drei Bäume noch etwas anderes: Dass wir unseren eigenen Weg gehen können, ohne die Verbindung zu anderen zu verlieren. Dass jeder seine eigene Farbe trägt und dennoch Teil eines größeren Ganzen ist.

Manchmal braucht es nur einen stillen Blick in die Natur, um etwas von sich selbst wiederzuerkennen.

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Kalenderblatt
21. Oktober

Im Sturz durch Raum und Zeit

Kalenderblatt vom 21. Oktober

„Im Sturz durch Raum und Zeit“
„Falling through space and time“
„Arrojándose por espacio y tiempo“

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Es gibt ein Licht, das nicht erst geboren werden muss. Es ist da, bevor die Formen entstehen, bevor die Farben sich voneinander scheiden, bevor die Zeit beginnt, ihre Spuren zu hinterlassen.

Inmitten einer aufgewühlten, vielschichtigen Farbwelt öffnet sich ein leuchtender Raum. Goldgelb und Weiß verdichten sich zu einer Erscheinung, die zugleich Ursprung und Ferne sein könnte. Ringsum drängen dunkle Blau-, Grün- und Rottöne gegeneinander, überlagern sich, brechen auf und verbinden sich erneut.

Das Licht steht nicht außerhalb dieses Geschehens. Es ist sein innerstes Geheimnis.

Ein goldener Keil durchzieht die Komposition. Seine klaren Linien stehen im Gegensatz zur ungebändigten Bewegung der Farben. Er scheint aus dem Licht hervorzugehen, durchdringt die malerische Materie und öffnet einen Weg, dessen Richtung ungewiss bleibt.

Ist es ein Sturz in die Tiefe? Ein Aufstieg zum Ursprung? Oder begegnen sich hier zwei Bewegungen, die in Wahrheit eine einzige sind?

Vielleicht beginnt Erkenntnis dort, wo die gewohnten Vorstellungen von oben und unten, Anfang und Ende ihre Gültigkeit verlieren.

Das Bild erzählt nicht von einer vollendeten Verwandlung. Es hält jenen schwer fassbaren Augenblick fest, in dem etwas in Bewegung gerät, ohne dass sein Ziel bereits sichtbar wäre.

Die aufgebrochenen Farbschichten erscheinen wie Ablagerungen gelebter Zeit. Erinnerungen, Erfahrungen, Widerstände und Möglichkeiten bilden eine Landschaft, die sich jeder eindeutigen Deutung entzieht. Und doch bleibt inmitten dieser Unruhe eine stille Gegenwart bestehen.

Das Licht behauptet sich nicht gegen die Dunkelheit. Es durchdringt sie.

So wird der Sturz zu einer Bewegung des Bewusstseins, zu einer Reise durch die Schichten des Sichtbaren und Unsichtbaren. Was zunächst wie ein Verlust der Orientierung erscheint, könnte sich als Annäherung an etwas Wesentliches erweisen.

Vielleicht ist das, was wir suchen, niemals wirklich verloren gegangen. Vielleicht haben wir nur vergessen, es zu sehen.

„Im Sturz durch Raum und Zeit“ lässt diese Frage offen. Das Werk bietet keine Antwort und verspricht keine Erlösung. Es eröffnet einen Raum, in dem der Betrachter seiner eigenen Suche begegnen kann.

Denn manchmal führt der Weg zum Licht nicht aus der Tiefe heraus, sondern mitten durch sie hindurch.

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