Kalenderblatt
16. April

Verpfuschtes Bild Nr. 87

Kalenderblatt vom 16. April
“Verpfuschtes Bild Nr. 87”
“Boobed picture number 87”
“Cuadro estropeado número 87”

Quarzsand, Acrylpaste, Tusche, Gesso auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

„Verpfuschtes Bild Nr. 87“, ein Titel, der provoziert, irritiert und zugleich eine raffinierte Falle stellt. Denn was hier als misslungen deklariert wird, entzieht sich jeder vorschnellen Bewertung und entfaltet eine stille, beinahe subversive Kraft. Die grobkörnige, in warmen Ocker und Sandtönen gehaltene Oberfläche wirkt wie ein Terrain der Unordnung, rau, ungebändigt, scheinbar zufällig. Doch gerade diese vermeintliche Unkontrolliertheit bildet den Nährboden für eine tiefere Wahrheit: Hier wird nicht kaschiert, hier wird offengelegt.

Im Zentrum dieses Spannungsfeldes öffnet sich ein klar definierter, fast makelloser Kreis, ein visueller Ruhepol, der sich wie ein Gegenentwurf zur umgebenden Struktur behauptet. Innerhalb dieses Kreises erscheint eine reduzierte, fast fragile Pflanzengestalt in dunkler Tusche, zart und zugleich entschlossen, wie ein stilles Aufbegehren gegen das Chaos ringsum. Sie wirkt nicht dekorativ, sondern existenziell: ein Zeichen von Leben, das sich nicht erklären muss, sondern einfach da ist.

Die Komposition spielt mit Gegensätzen, die sich nicht aufheben, sondern bewusst nebeneinander bestehen bleiben: Ordnung und Unordnung, Kontrolle und Zufall, Perfektion und Bruch. Genau darin liegt die eigentliche Raffinesse dieses Werkes. Der scheinbare Makel wird zur Aussage, der Bruch zur Strategie. Das „Verpfuschte“ entpuppt sich als radikale Ehrlichkeit, als bewusste Absage an glatte Oberflächen und gefällige Ästhetik.

Dieses Bild fordert heraus nicht laut, sondern mit einer leisen, eindringlichen Konsequenz. Es zwingt den Betrachter, seine eigenen Maßstäbe zu hinterfragen: Was ist gelungen? Was ist erlaubt? Und wer entscheidet das überhaupt?

Am Ende bleibt keine eindeutige Antwort, sondern eine Erkenntnis, die nachwirkt: Vielleicht ist das Unvollkommene nicht der Fehler im System, sondern der einzige Ort, an dem Wahrheit sichtbar wird.

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Kalenderblatt
16. April

Seelenwechsel

Das Kalenderblatt zum 16. April
“Seelenwechsel”
“Soul Changing”
“Cambio de ánima”

Aquarell auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Es war eine jener Stunden, in denen die Welt den Atem anhält, weder Tag noch Nacht, sondern ein schwebender Übergang, in dem selbst die Zeit ihr eigenes Gewicht vergisst.

In einer Landschaft aus fließenden Farben, wo Himmel und Erde nicht mehr voneinander zu trennen waren, standen zwei Gestalten einander gegenüber. Sie waren nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Erinnerung, Sehnsucht und all dem, was Menschen gewöhnlich tief in sich verbergen. Ihre Konturen waren weich, als hätten sie nie wirklich Grenzen gekannt.

Die eine trug das Leuchten eines vergangenen Lebens in sich, golden wie verlorene Sommer, warm wie längst verklungene Stimmen. Die andere war durchzogen von Schatten und Tiefe, durchglüht von einer inneren Glut, die nicht zerstörte, sondern verwandelte.

Sie hatten sich nicht gesucht und doch waren sie füreinander bestimmt.

Zwischen ihnen spannte sich ein unsichtbares Band, vibrierend wie ein stilles Versprechen. Es war kein Wort nötig, denn beide wussten: Dies war der Moment des Seelenwechsels.

Langsam begannen ihre Farben ineinander zu fließen. Zuerst vorsichtig, wie ein zögernder Gedanke, dann immer entschlossener, bis sich Licht und Dunkel, Erinnerung und Möglichkeit vermischten. Das, was die eine war, wurde zur Erfahrung der anderen. Und das, was die andere in sich trug, wurde zur Zukunft der ersten.

Es war kein Verlust.

Es war ein Geschenk.

Denn mit jedem Übergang, mit jedem Loslassen entstand etwas Neues, eine Seele, reicher als zuvor, tiefer, weiter, freier.

Als der Wechsel vollendet war, standen dort nicht mehr zwei.

Da war nur noch ein leuchtendes Wesen, durchzogen von allen Farben des Daseins, getragen von der Erkenntnis, dass Identität niemals starr ist, sondern ein fließender Strom, der sich selbst immer wieder neu erschafft.

Und während die Welt langsam wieder zu atmen begann, löste sich dieses Wesen auf, nicht ins Nichts, sondern in alles zugleich.

In das Licht.
In die Tiefe.
In dich.

Denn vielleicht, nur vielleicht, geschieht dieser Seelenwechsel nicht irgendwo da draußen, sondern in jedem Moment, in dem du den Mut hast, ein Stück von dir gehen zu lassen, um ein neues zu empfangen.

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