
Kalenderblatt vom 15. März
“Das Leben ist bunt”
“Life is colored”
“La vida es colorida”
Aquarell auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Kalenderblatt vom 15. März
“Das Leben ist bunt”
“Life is colored”
“La vida es colorida”
Aquarell auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Kalenderblatt vom 15. März
“Sonne, die heute fehlt”
“Sun Missing Today”
“El sol que falta hoy”
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm
„Sonne, die heute fehlt“ ist kein Bild über Abwesenheit, es ist ein Bild über die Sehnsucht nach Licht. Schon beim ersten Blick zieht der große, goldene Kreis im Zentrum den Betrachter unwiderstehlich an. Er wirkt wie eine innere Sonne, eine Quelle von Wärme und Bedeutung, die zugleich präsent und entrückt erscheint. Die Oberfläche des Goldes strahlt eine stille, fast sakrale Ruhe aus. Sie steht im kraftvollen Kontrast zu den bewegten, aufgewühlten Strukturen, die sie umgeben.
Der obere Bildraum lodert in flammenden Gelb- und Orangetönen. Hier scheint Energie zu pulsieren – wie ein Himmel, der noch voller Glut ist, obwohl die Sonne selbst verborgen bleibt. Die expressive Struktur der Acrylpaste verstärkt diesen Eindruck: Das Licht ist nicht glatt und fern, sondern körperlich, greifbar, fast eruptiv. Es wirkt, als würde der Raum selbst versuchen, die verlorene Sonne hervorzubringen.
Doch je tiefer der Blick wandert, desto stärker verändert sich die Atmosphäre. Der untere Bildbereich öffnet eine andere Welt: gebrochene Formen, dunklere Farbschichten, Violett- und Erdnuancen, die an Landschaft, an Boden, an gelebte Wirklichkeit erinnern. Hier ist Bewegung, Fragment, vielleicht sogar eine Spur von Unruhe. Es ist der Bereich des Menschlichen, dort, wo das Leben stattfindet, während das ersehnte Licht am Himmel fehlt.
Gerade aus dieser Spannung gewinnt das Werk seine Kraft. Die Sonne ist da und doch nicht da. Der goldene Kreis wirkt nicht wie eine real sichtbare Sonne, sondern wie eine Erinnerung an sie, ein inneres Symbol. Er könnte Hoffnung sein, Ursprung, vielleicht auch ein Versprechen, dass Licht selbst dann existiert, wenn der Himmel es gerade nicht zeigt.
Die Materialität des Bildes verstärkt diese Botschaft entscheidend. Die Mischung aus Acrylfarbe und Acrylpaste erzeugt eine reliefartige, fast archaische Oberfläche, die an Erde, an geologische Schichten oder an uralte Landschaften erinnert. Dadurch wird das Bild nicht nur gesehen, sondern beinahe körperlich erfahren. Es wirkt wie eine Spur eines Ereignisses, als hätte das Licht selbst seine Energie in die Oberfläche eingeschrieben.
So erzählt „Sonne, die heute fehlt“ letztlich von einem universellen menschlichen Zustand: von Tagen, an denen das Licht nicht sichtbar ist, aber dennoch im Innersten weiterglüht. Das Bild erinnert daran, dass Hoffnung nicht immer am Himmel erscheint. Manchmal liegt sie im Zentrum unseres eigenen inneren Raumes, still, golden und unerschütterlich.