Kalenderblatt
17. September

Kalenderblatt 17. September

Das Kalenderblatt zum 17. September

„Der Himmel erinnert sich nicht“
„The Sky Does Not Remember“
„El cielo no recuerda“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Der Himmel erinnert sich nicht“ ist weniger Landschaft als der Moment, in dem Landschaft entsteht und zugleich wieder verschwindet. Farbe wird hier nicht eingesetzt, um einen Ort zu beschreiben, sondern um Wahrnehmung instabil werden zu lassen.

Im unteren Bildfeld verdichten sich Rot, Orange, Gelb und dunkles Blau zu einer körperlichen, beinahe sedimentären Zone. Sie könnte Erde sein, Feuer, Vegetation oder Erinnerung. Darüber verliert sich diese materielle Gewissheit. Blau wird zur Spur, Weiß zum Raum, die Oberfläche zur Bewegung.

Gerade diese Ungleichheit der beiden Bildzonen macht die Arbeit interessant. Das Bild besitzt keinen klassischen Horizont. Stattdessen entsteht eine instabile Grenze zwischen Verdichtung und Auflösung. Was unten noch Materie ist, wird oben bereits Atmosphäre.

Darin liegt etwas sehr Gegenwärtiges: Die Landschaft erscheint nicht mehr als dauerhafte Wirklichkeit, sondern als etwas Vorläufiges, Gefährdetes und Erinnerbares. Der Betrachter sucht nach einem Ort, doch das Bild verweigert ihm die Gewissheit, dass dieser Ort überhaupt existiert.

Vielleicht ist das Entscheidende deshalb nicht das, was zu sehen ist, sondern das, was gerade dabei ist, aus dem Sichtbaren zu verschwinden.

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Kalenderblatt
16. September

Sonnenuntergang über den Hügeln von Regensburg

Kalenderblatt vom 16. September
„Sonnenuntergang über den Hügeln von Regensburg“
„Sunset over the hills of Regensburg“
„Puesta del sol sobre los monticulos de Ratisbona“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

„Sonnenuntergang über den Hügeln von Regensburg“ ist keine Landschaft im klassischen Sinn. Das Bild zeigt keinen bestimmten Aussichtspunkt, keinen Horizont und keine wiedererkennbare Silhouette. Es bewahrt vielmehr die Erinnerung an Landschaft, an einen Augenblick, in dem Licht, Farbe und Bewegung alles Sichtbare verändern.

Aus dem tiefen Grün und Türkis des unteren Bildraums entwickelt sich eine kraftvolle Bewegung nach oben. Erdige Rot- und Orangetöne verdichten sich, werden von dunklen Linien durchzogen und treffen auf intensive blaue Flächen. Darüber und dazwischen bricht immer wieder Gelb hervor. Das Licht besitzt keinen festen Ort. Es durchdringt das Bild.

Die kräftigen Strukturen der Acrylpaste lassen die Oberfläche beinahe wie eine gewachsene Landschaft erscheinen. Farbschichten liegen übereinander, werden aufgebrochen, übermalt und wieder freigelegt. Manche Spuren erinnern an Hügel, andere an Vegetation, Felsen oder Wolken. Doch kaum scheint sich eine Form zu erkennen zu geben, löst sie sich wieder in reine Malerei auf.

Gerade darin liegt die Spannung des Werkes. Die Landschaft entsteht erst im Blick des Betrachters. Sie bewegt sich zwischen dem tatsächlich Gesehenen und dem Erinnerten, zwischen äußerer Natur und innerem Erleben.

Der Sonnenuntergang wird dabei zum Moment des Übergangs. Warmes Rot und Orange treffen auf kühles Blau und Grün, Helligkeit auf Dunkelheit, Verdichtung auf offene Flächen. Der Tag verschwindet nicht einfach. Für einen kurzen Augenblick scheinen Tag und Nacht gleichzeitig gegenwärtig zu sein.

So wird der konkrete Ort Regensburg zum Ausgangspunkt für etwas Allgemeineres. Die Hügel verlieren ihre geografische Eindeutigkeit und verwandeln sich in einen inneren Landschaftsraum, in dem Erinnerung, Wahrnehmung und Empfindung miteinander verschmelzen.

Das Bild erzählt deshalb weniger von einem bestimmten Sonnenuntergang als von der Erfahrung, dass sich Wirklichkeit in bestimmten Augenblicken verändert. Was eben noch vertraut erschien, wird durch das Licht fremd und neu.

Vielleicht beginnt Landschaft genau dort, wo das Gesehene zur Erinnerung wird.

Und vielleicht bleibt vom untergehenden Licht mehr zurück, als wir im ersten Moment wahrnehmen:

Die Sonne verschwindet. Das Leuchten bleibt.

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