Kalenderblatt
28. Oktober

Kalenderblatt 28. Oktober

Das Kalenderblatt zum 28. Oktober

„Wo die Farben das Schweigen berühren“
„Where Colours Touch Silence“
„Donde los colores rozan el silencio“

Aquarell auf Aquarellpapier ca 15 x 21 cm

Die Farben begegnen einander, fließen ineinander, verdichten sich und lösen sich wieder auf. Was zunächst wie ein Garten voller Blüten erscheint, verliert seine gegenständlichen Grenzen und wird zu einer Landschaft innerer Empfindungen.

Warme Rot- und Gelbtöne entfalten sich zwischen kühlen blauen und violetten Farbräumen. Im Zentrum sammelt sich eine dunkle Form, als hätte sich dort etwas niedergelassen, das dem flüchtigen Spiel der Farben Beständigkeit verleiht.

Nichts ist endgültig festgelegt. Die Formen entstehen aus der Bewegung des Wassers, aus dem Eigenleben der Pigmente und aus jenem Augenblick, in dem der malerische Zufall zur bewussten Gestaltung wird.

Das Bild erzählt keine Geschichte. Es lässt etwas anklingen, das sich der Sprache entzieht: die stille Gegenwart des Lebendigen zwischen Entstehen und Vergehen.

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28. Oktober

Ich geh einen Schritt nach vorne

Kalenderblatt vom 28. Oktober

„Ich geh einen Schritt nach vorne“
„I go one step ahead“
„Ando un paso adelante“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Der Augenblick der Entscheidung

Die Erde scheint aufgebrochen. Schichten von Zeit, Erinnerung und Erfahrung überlagern sich zu einer Landschaft, in der sich Werden und Vergehen eingeschrieben haben. Ocker, Gold und Schwarz verdichten sich zu einer bewegten, beinahe archaischen Struktur.

In diese gewachsene Ordnung greifen drei scharfkantige Formen ein. Rot, Schwarz und Weiß durchschneiden das Gefüge wie Kräfte aus einer anderen Wirklichkeit. Sie folgen keiner gemeinsamen Richtung. Sie widersprechen einander, erzeugen Spannung und bringen etwas in Bewegung, das zuvor unverrückbar erschien.

Hier begegnen sich zwei Prinzipien: die Schwere des Gewordenen und die Freiheit des noch Ungeformten.

Der Augenblick der Entscheidung ist kein harmonischer Übergang. Er ist ein Eingriff in das Bestehende, eine Unterbrechung vertrauter Zusammenhänge. Was bisher Halt gegeben hat, verliert seine Selbstverständlichkeit. Was entstehen will, besitzt noch keine erkennbare Gestalt.

Und doch ist etwas geschehen.

Ein Impuls hat die Erstarrung durchbrochen. Die Bewegung hat begonnen, ohne dass ihr Ziel bereits sichtbar wäre.

Vielleicht liegt gerade darin das Wesen einer wirklichen Entscheidung: Nicht zu wissen, wohin der Weg führt, und dennoch bereit zu sein, ihn zu gehen.

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