Kalenderblatt
30. Juli

Der Medizinmann der Cheyenne badet im Yellowstone River

Kalenderblatt vom 30. Juli
„Der Medizinmann der Cheyenne badet im Yellowstone River“
„The medicine man of the Cheyenne is bathing in the Yellowstone River“
„El curandero de los cheyenes esta bañandose en el río Yellowstone“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Der Medizinmann der Cheyenne badet nicht nur im Wasser des Yellowstone River. Er taucht in einen Raum ein, in dem Erinnerung, Reinigung und Wandlung eins werden. Das tiefe Blau ist mehr als Farbe. Es wirkt wie eine lebendige Strömung des Bewusstseins, die alles Überflüssige fortträgt und nur das Wesentliche zurücklässt.

Die rote Vertikale erscheint wie ein Kraftzeichen. Sie erinnert an einen Menschen, eine Flamme oder einen geöffneten Kanal zwischen Himmel und Erde. Sie steht still und doch voller Spannung. Darunter zieht sich eine rote Diagonale durch das Blau. Sie wirkt wie ein Weg, der nicht gerade verläuft, sondern den Mut verlangt, den eigenen inneren Ruf anzunehmen.

Am rechten Bildrand löst sich die Oberfläche auf. Das Weiß ist kein Mangel, sondern eine Öffnung. Alte Schichten brechen ab, damit etwas Neues sichtbar werden kann. Der Medizinmann verlässt den Fluss nicht als derselbe Mensch, der ihn betreten hat. Das Bad wird zum Sinnbild einer inneren Einweihung.

Das Bild erzählt deshalb weniger von einem historischen Ort als von einem zeitlosen Vorgang. Jeder Mensch kennt Augenblicke, in denen das Leben alles Vertraute abwäscht und eine tiefere Klarheit zurückbleibt. Vielleicht ist der Yellowstone River letztlich jener innere Strom, der seit Anbeginn durch die Seele fließt und darauf wartet, wieder betreten zu werden.

 

Teile diesen Beitrag

Kalenderblatt
30. Juli

Nur die Unbeständigkeit ist beständig

Das Kalenderblatt zum 30. Juli
“Nur die Unbeständigkeit ist beständig”

“Only the changeableness is constant”
“Solamente la inconstancia es estable”
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Ein Seelenbild über das Geschenk des Wandels

Nichts bleibt.

Nicht der Augenblick. Nicht die Freude. Nicht der Schmerz. Nicht einmal das Bild, das wir von uns selbst tragen. Und doch verbringen wir einen erstaunlichen Teil unseres Lebens damit, das Vergängliche festhalten zu wollen.

Diese Arbeit führt mitten in jenen Raum, in dem Veränderung nicht mehr Bedrohung ist, sondern Möglichkeit.

Im oberen Bildfeld wirbeln Dunkelblau, Weiß und leuchtendes Orange umeinander. Es ist eine Landschaft des Inneren: Gedanken, Erinnerungen, Hoffnungen und Zweifel begegnen sich, lösen sich auf und finden immer neue Gestalten. Mitten durch dieses bewegte Feld zieht sich eine leuchtende Spur, wie ein Strom lebendiger Energie. Sie verbrennt nichts. Sie macht sichtbar.

Darunter liegt eine schmale horizontale Zone. Sie wirkt wie eine Schwelle. Kein harter Schnitt, sondern ein Übergang. Der Moment zwischen Loslassen und Ankommen. Zwischen dem, was vergeht, und dem, was gerade erst beginnt.

Im unteren Teil verdichtet sich die Bewegung zu einer erdigen, vielschichtigen Landschaft. Hier ist nichts vollkommen glatt oder abgeschlossen. Jede Spur erzählt von einem vergangenen Wandel und zugleich von einem neuen Anfang. Das Leben hinterlässt seine Schichten, ohne jemals stillzustehen.

Dieses Bild erinnert daran, dass Beständigkeit vielleicht nicht darin besteht, alles festzuhalten, sondern darin, den Wandel selbst anzunehmen. Wer sich ihm öffnet, entdeckt, dass Veränderung nicht Verlust bedeutet, sondern Wachstum.

„Nur die Unbeständigkeit ist beständig.“

Vielleicht ist gerade darin die größte Freiheit verborgen.

  • Nur der Wandel bleibt.
  • Das Einzige, was bleibt, ist die Veränderung.
  • Beständig ist allein der Wandel.
Teile diesen Beitrag