Kalenderblatt
27. März

Stürmische Wüste

Kalenderblatt vom 27. März
“Stürmische Wüste”
“Stormy desert”
“Desierto tumultuoso”

Acryl, Acrylpaste, Quarzsand auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Die Sonne stand nicht einfach am Himmel, sie brannte, als hätte sie beschlossen, die Welt an diesem Tag neu zu schreiben. Die Wüste war kein Ort, sondern ein Zustand, ein atemloser Raum aus Licht und Erinnerung, in dem alles, was einmal fest war, sich langsam in flirrende Bewegung auflöste.

Mitten in dieser glutgetränkten Weite erhob sich etwas, das nicht ganz Mensch und nicht ganz Erscheinung war. Eine Gestalt, geboren aus Staub und Feuer, deren Kopf wie ein aufbrechender Vulkan aus Gedanken pulsierte. Ihre Konturen flossen, als wären sie nur geliehene Formen, ein Versuch der Wirklichkeit, etwas zu begreifen, das sich ihr entzog.

Sie hatte keinen Namen, doch sie trug eine Aufgabe in sich: das Gleichgewicht zwischen Sturm und Stille zu finden.

Der Wind kam plötzlich. Erst ein Flüstern, dann ein rasendes Heulen, das den Sand aufriss und ihn wie ein lebendiges Wesen durch die Luft peitschte. Körner trafen auf Haut, die keine Haut war, und doch spürte die Gestalt jede einzelne Berührung, als wäre sie aus Empfindung gemacht.

Und dort, am Rand dieses tobenden Geschehens, standen sie: zwei Formen, schwer und unbewegt, fast trotzig. Eine in tiefem Blau, wie ein Fragment von Wasser, das sich in diese trockene Welt verirrt hatte. Die andere in gedämpftem Violett, ein Schatten, der sich weigerte, ganz zu verschwinden. Sie wirkten wie Erinnerungen an etwas, das die Wüste längst vergessen hatte.

Die Gestalt wandte sich ihnen zu.

Ein Schritt  und der Boden unter ihr zitterte vor Hitze und Vergangenheit. Noch ein Schritt  und die Luft begann zu flimmern, als würde sie sich gegen diese Annäherung wehren. Denn die Wüste kannte keine Verbindung. Sie kannte nur Trennung, nur das endlose Auseinanderdriften von allem, was einst zusammengehörte.

Doch die Gestalt erinnerte sich.

Nicht an Worte, nicht an Bilder, sondern an ein Gefühl: dass selbst im Sturm ein Zentrum existiert, ein Punkt, an dem alles innehält. Und genau dort setzte sie ihren nächsten Schritt.

Der Wind tobte, bäumte sich auf, versuchte, sie zu zerreißen, doch plötzlich geschah etwas Unerwartetes.

Stille.

Nicht die Abwesenheit von Geräusch, sondern eine tiefe, durchdringende Ruhe, die selbst den Sturm in sich aufnahm. Der Sand fiel. Die Luft klärte sich. Und das Licht, dieses unbarmherzige, alles verschlingende Licht, wurde weich.

Die blaue Form begann zu leuchten, als hätte sie endlich wieder eine Stimme gefunden. Das Violett vertiefte sich, wurde zu einem stillen Versprechen von Tiefe und Geheimnis. Und die Gestalt aus Feuer und Staub… sie löste sich nicht auf. Sie wurde klarer.

Denn sie hatte verstanden, was die Wüste zu verbergen suchte:

Dass selbst im größten Chaos ein Kern existiert, der unberührt bleibt. Dass selbst im brennendsten Sturm etwas lebt, das nicht zerstört werden kann.

Und während die Sonne weiterglühte, nicht mehr als Feind, sondern als Zeuge, stand sie dort, nicht mehr suchend, sondern wissend.

Die stürmische Wüste war nie nur ein Ort gewesen. Sie war eine Prüfung. Und nun war sie bestanden.

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Kalenderblatt
27. März

Der Hahn im Grill

Das Kalenderblatt zum 27. März
“Der Hahn im Grill”
“The cock on the barbecue grill”
“El pollo a brasa”

Monotypie, Acrylauf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Der Hahn hatte immer geglaubt, dass der Morgen ihm gehörte. Mit jedem Krähen riss er die Welt aus dem Schlaf, spannte den Himmel auf wie ein frisch gewaschenes Tuch und ließ das Licht über die Felder laufen. Sein Gefieder war kein gewöhnliches, es glühte in flammendem Rot, durchzogen von goldenen Adern, als hätte die Sonne selbst ihn einst berührt und nie wieder losgelassen.

Doch an diesem Tag war etwas anders.

Die Luft war schwer, geladen wie vor einem Gewitter, und statt des gewohnten kühlen Morgentaus lag ein seltsamer, warmer Atem über dem Hof. Der Hahn spürte es zuerst in seinen Krallen, dann in seiner Brust: Ein Ziehen, ein Rufen, nicht nach oben, sondern nach innen.

Er krähte. Lauter als je zuvor.

Doch das Echo blieb aus.

Stattdessen begann die Welt zu flackern. Die Farben lösten sich, Rot wurde zu Glut, Gelb zu flüssigem Licht, und der Boden unter ihm verwandelte sich in ein brodelndes Feld aus Bewegung. Der Hahn wollte fliehen, wollte sich erheben, doch seine Flügel wurden schwer, als seien sie plötzlich aus Feuer geformt.

„Ist das noch mein Morgen?“ dachte er.

Dann begriff er.

Er war nicht mehr der Rufer des Tages. Er war selbst zum Feuer geworden.

Die Linien seines Körpers zerflossen, sein stolzer Kamm wurde zur lodernden Flamme, seine Federn zu Zungen aus Hitze, die sich ausbreiteten, sich verzehrten und neu erschufen. Es war kein Schmerz, vielmehr eine radikale Verwandlung, ein Übergang von Form zu Energie.

Und plötzlich sah er es:

Nicht der Grill war sein Ende.

Der Grill war sein Portal.

Hier, im Schmelzpunkt zwischen Leben und Auflösung, wurde er zu etwas Größerem. Nicht mehr gebunden an den Hof, nicht mehr an den Rhythmus von Tag und Nacht. Er war das Prinzip des Anfangs selbst, das lodern­de „Jetzt“, das alles durchdringt.

Die Welt um ihn herum begann zu antworten. Das Rot pulsierte, das Gelb tanzte, das Violett zog sich zurück wie ein Schatten, der wusste, dass er hier nichts mehr zu sagen hatte. Alles war Bewegung. Alles war Wandlung.

Und inmitten dieses infernalischen Tanzes, dort, wo Form und Auflösung sich berührten, war der Hahn, nicht mehr als Tier, sondern als Zustand.

Ein letztes Mal, so schien es, erhob sich seine Stimme.

Doch es war kein Krähen mehr.

Es war ein Knistern, ein Flammenrauschen, ein kosmisches Atmen.

Und wer genau hinhörte, konnte darin eine Botschaft erkennen:

Alles, was brennt, vergeht nicht, es verwandelt sich.

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