Kalenderblatt
22. August

FIREBLUM

Kalenderblatt vom 22. August
„FIREBLUM“

Aquarell, Glitter, Acryl, Acrylpaste auf Bambuspapier ca. 21 x 15 cm

Eine mächtige Blüte erhebt sich aus einer nur angedeuteten Landschaft. Ihr leuchtendes Gelb und Orange breitet sich nahezu über die gesamte Bildmitte aus, während sich im Zentrum Rot, Braun und dunkle Farbtöne zu einem dichten Kern zusammenziehen.

Doch diese Blüte lässt sich nicht eindeutig als botanische Erscheinung lesen.

Sie scheint zugleich Blume, Feuer und leuchtender Körper zu sein.

Das dunkelrote Zentrum wirkt verdichtet und beinahe glühend. Von dort breiten sich Gelb, Orange und rötliche Spuren nach außen aus. Die einzelnen Tupfen und Strukturen lassen an Blütenblätter und Samen denken, zugleich aber auch an Funken, Glut oder kleine Eruptionen.

So entsteht eine eigentümliche Umkehrung: Die Blume wird nicht vom Licht beschienen.

Sie scheint das Licht selbst hervorzubringen.

Dieser intensiven Farb- und Materialkonzentration steht ein überraschend heller, fast transparenter Bildraum gegenüber. Der Himmel bleibt weit und offen. Zarte Spuren von Blau, Grün und Gelb lösen sich im Weiß des Bambuspapiers auf. Am unteren Bildrand erscheint eine Landschaft nur fragmentarisch: ferne blaue Erhebungen, grüne und graue Flächen sowie dunkle vertikale Formen, die an Bäume oder Zypressen erinnern können.

Nichts davon wird vollständig ausgeführt.

Die Landschaft bleibt eine Ahnung. Die Blüte dagegen wird zur körperlichen Präsenz.

Auch ihr Stamm besitzt etwas Ungewöhnliches. Er wächst nicht als klar definierte Pflanzenform aus dem Boden. Grün, Grau und dunkle Linien verdichten sich zu einer beinahe bewegten Struktur. Dadurch verbindet er die flüchtige Landschaft mit dem massiven Blütenkörper darüber.

Erde, Pflanze und Licht gehen ineinander über.

Gerade darin entfaltet der Titel „FIREBLUM“ seine besondere Wirkung. Das erfundene Wort verbindet das englische „Fire“ mit dem deutschen Wortstamm „Blum“. Ebenso verbindet das Bild unterschiedliche Wirklichkeiten, ohne sie vollständig miteinander zu verschmelzen.

Blüte wird Feuer.
Feuer wird Licht.
Licht wird Farbe.
Und Farbe beginnt, Landschaft zu werden.

Der eingesetzte Glitter verstärkt diesen Vorgang auf besondere Weise. Er reflektiert das Licht des realen Raumes und verändert sich mit dem Standort des Betrachters. Ein Teil des Leuchtens befindet sich deshalb nicht dauerhaft im Bild. Er entsteht erst im Augenblick des Betrachtens.

Damit zeigt „FIREBLUM“ nicht einfach eine Blume als Symbol für Transformation.

Das Bild vollzieht die Transformation selbst.

Die Blüte überschreitet ihre eigene Gestalt und wird zu einer Erscheinung zwischen Natur und Abstraktion, zwischen Materie und Licht.

Vielleicht liegt genau darin ihr Feuer:

Sie brennt, ohne zu verbrennen.

 

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Kalenderblatt
22. August

Kalenderblatt 22. August

Das Kalenderblatt zum 22. August

„Das Erwachen des Kosmos im Schleier der Stille“
„The Cosmic Awakening Beneath the Veil of Silence“
„El Despertar Cósmico Bajo el Velo del Silencio“

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Der Bildraum scheint sich erst im Augenblick des Betrachtens zu bilden. Gelb, Grün, Blau und Violett tauchen aus milchigen, nebelartigen Farbschichten hervor, verdichten sich und verlieren sich wieder. Nichts besitzt eine endgültige Gestalt. Alles befindet sich in einem Zustand zwischen Erscheinen und Verschwinden.

Der Kosmos wird hier nicht als fertige Ordnung gezeigt, sondern als etwas, das gerade erst entsteht.

Eine dunkle, diagonal durch das Bild verlaufende Form unterbricht diese schwebende Farbwelt. Sie wirkt wie eine Grenze, eine Schwelle oder ein Riss, der zwei unterschiedliche Räume voneinander trennt und zugleich miteinander verbindet. Ihre klare Richtung steht im Gegensatz zu den weichen, fließenden Übergängen der umgebenden Farben.

Unterhalb und jenseits dieser dunklen Zone öffnet sich ein intensives Blau. Darüber breiten sich Gelb und Grün wie ein noch unbestimmtes Leuchten aus. Violette und graue Verdichtungen ziehen sich durch den Raum wie Nebel, kosmische Wolken oder Spuren einer Bewegung, deren Ursprung außerhalb des Sichtbaren liegt.

Doch keine dieser Formen lässt sich eindeutig benennen.

Das Bild bleibt an der Schwelle zwischen Landschaft und Abstraktion, zwischen räumlicher Tiefe und reiner Farbbewegung.

Gerade darin erhält der Titel „Das Erwachen des Kosmos im Schleier der Stille“ seine besondere Bedeutung. Das Erwachen geschieht nicht als plötzliche Explosion. Es vollzieht sich beinahe unmerklich. Farbe tritt aus Farbe hervor. Helligkeit wächst aus trüben Schichten. Räume beginnen sich voneinander zu unterscheiden.

Etwas wird sichtbar, bevor wir wissen, was es ist.

Die Transparenz des Aquarells verstärkt diesen Eindruck des Flüchtigen und Unabgeschlossenen. Die Acrylpaste setzt der schwebenden Farbigkeit stellenweise eine körperliche Struktur entgegen. So begegnen sich Leichtigkeit und Materie, Auflösung und Verdichtung, Bewegung und Stille.

Vielleicht liegt genau darin das eigentliche Erwachen dieses Bildes.

Nicht in der Entstehung einer bestimmten Welt, sondern in jenem kaum fassbaren Augenblick, in dem aus dem Unbestimmten erstmals eine Möglichkeit hervortritt.

Der Schleier hebt sich nicht vollständig.

Er wird nur für einen Moment durchlässig.

Und dahinter beginnt etwas zu leuchten.

 

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