Kalenderblatt
21. März

Ein Sonnenuntergang am Meer kommt immer gut an

Kalenderblatt vom 21. März
“Ein Sonnenuntergang am Meer kommt immer gut an”
“A sunset at the sea makes always a good impression”
“Una puesta del sol al mar tiene siempre buenas posibilidades”

Quarzsand, Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Es heißt, ein Sonnenuntergang am Meer komme immer gut an. Doch niemand spricht darüber, was er wirklich mit uns macht.

An jenem Abend stand sie allein am Ufer, die Füße im noch warmen Sand, der sich anfühlte wie ein leises Versprechen. Der Horizont brannte in Schichten aus Gold und Kupfer, durchzogen von einem dunklen Band, als hätte jemand die Welt mit einem einzigen, entschlossenen Strich geteilt. Darüber lag ein Schleier aus Violett, wie der Atem eines Tages, der sich weigert zu gehen.

Sie war nicht hierher gekommen, um Schönheit zu suchen. Schönheit war ihr fremd geworden, seit sich ihr Leben in kleine, harte Fragmente aufgelöst hatte. Worte, die nicht mehr zurückgenommen werden konnten. Entscheidungen, die sich nicht mehr umkehren ließen. Und eine Stille, die lauter war als jedes Gespräch.

Doch das Meer kümmerte sich nicht darum.

Es lag da, ruhig und gleichzeitig voller Bewegung, als würde es alles wissen und doch nichts erklären wollen. Die Farben des Himmels spiegelten sich in seinen Tiefen, brachen sich, verschwammen, verschwanden. Wie Erinnerungen, die man festhalten will und die sich doch immer wieder entziehen.

Sie kniete sich hin und ließ den Sand durch ihre Finger rieseln. Er war rau, durchsetzt mit kleinen Körnern, unregelmäßig, lebendig. Nichts daran war perfekt und genau deshalb war er wahr. Ein Gedanke schlich sich in ihr Bewusstsein, leise, fast unmerklich: Vielleicht musste nicht alles glatt und richtig sein. Vielleicht durfte etwas auch brüchig bleiben.

Der Himmel veränderte sich weiter. Das Gold wurde tiefer, schwerer, bis es fast zu brennen schien. Das Violett breitete sich aus, legte sich über alles wie eine sanfte Decke. Ein Übergang, kein Ende. Und plötzlich verstand sie etwas, das sie vorher nie wirklich begriffen hatte: Sonnenuntergänge sind keine Abschiede. Sie sind Versprechen.

Versprechen, dass das Licht zurückkehrt.
Versprechen, dass Dunkelheit nicht das Letzte ist.
Versprechen, dass auch das, was vergeht, eine Bedeutung trägt.

Ein Windstoß strich über ihre Haut, kühl und klar. Sie atmete tief ein. Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte sich ihr Brustkorb nicht eng an, sondern weit. Offen. Empfangend. Möglich.

Sie richtete sich auf und sah noch einmal hinaus. Das dunkle Band am Horizont war geblieben, aber es wirkte nicht mehr trennend. Es war jetzt eine Linie, die verband, Himmel und Meer, Oben und Unten, Ende und Anfang.

Und in diesem Moment wusste sie:
Es war nicht der Sonnenuntergang, der immer gut ankam.
Es war das, was er in uns berührt, dieses leise, unerschütterliche Wissen, dass selbst im Vergehen etwas Neues entsteht.

Als sie ging, nahm sie nichts mit außer diesem Gefühl. Doch es war genug.

Mehr als genug.

——————
Du kannst dieses Original kaufen:
Endpreis gemäß §19 UStG: 250.- Euro
Zahlung per PayPal oder Überweisung:
Gib im PayPal-Fenster bitte den Bildtitel an.
Versand innerhalb Deutschland kostenfrei 3–5 Tage
Widerrufsrecht 14 Tage (Details siehe Widerrufsbelehrung
——————
Teile diesen Beitrag

Morgenbild
21. März

morgenbild210310kl1.jpg

Das Morgenbild zum 21. März
“Frühlingsbeginn”
“Spring Awakening”
“Inicio de la primavera”

Acryl, Glitter und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Es war die Zeit, in der die Welt noch den Atem anhielt.

Ein endloses Blau spannte sich über alles, nicht der Himmel, nicht das Meer, sondern etwas Dazwischen, ein Raum ohne Richtung, ohne Anfang, ohne Ende. In diesem Blau ruhte alles, was gewesen war, und alles, was noch nicht den Mut gefunden hatte, zu werden. Es war die Stille vor dem ersten Klang, die Tiefe vor dem ersten Licht.

Niemand wusste, wie lange diese Stille schon dauerte.

Doch tief in diesem scheinbar reglosen Feld begann etwas zu vibrieren. Zuerst kaum wahrnehmbar, wie ein Flüstern unter Wasser. Dann deutlicher. Ein kaum sichtbares Zittern, ein inneres Drängen. Als hätte das Blau selbst beschlossen, sich nicht länger nur auszudehnen, sondern sich zu erinnern.

Und dann geschah es.

Mitten aus der Tiefe erhob sich eine erste Spur, ein feiner roter Impuls, wie ein Herzschlag, der sich seinen Weg bahnte. Zart, fast schüchtern, und doch unaufhaltsam. Er wusste nichts von der Weite, die ihn umgab. Er wusste nur, dass Stillstand keine Option mehr war.

Kurz darauf folgte ein zweiter Impuls, stiller, klarer, von anderer Qualität. Ein goldener Aufstieg, wie ein Lichtfaden, der sich nicht gegen das Blau stellte, sondern es durchdrang. Er brachte keine Unruhe, sondern Ausrichtung. Keine Hitze, sondern Bewusstsein.

Das Blau begann zu reagieren.

Schichten verschoben sich. Strukturen brachen auf. Was eben noch Fläche war, wurde Bewegung. Was eben noch starr wirkte, begann zu atmen. Es war, als würde die Welt von innen her aufbrechen, nicht zerstört, sondern erinnert an ihre eigene Lebendigkeit.

Die beiden Linien, das pulsierende Rot und das leuchtende Gold,  standen nun nicht mehr allein. Sie wurden zu Achsen, zu stillen Zeugen eines Wandels, der sich nicht aufhalten ließ. Sie erzählten von etwas, das jeder kannte und doch immer wieder vergaß: dass jeder Neubeginn leise beginnt. Unspektakulär. Fast unsichtbar.

Und doch unumkehrbar.

In den feinsten Schichten des Blaus begann es zu glitzern. Kein grelles Funkeln, sondern ein verborgenes Versprechen. Als hätte sich das Licht selbst entschieden, nicht länger zu warten, bis es gerufen wird. Es war einfach da.

Nicht als Antwort, sondern als Möglichkeit.

Und wer lange genug hinsah, konnte spüren, dass dieses Bild kein Bild war, sondern ein Zustand. Ein Moment, der sich nicht festhalten ließ, weil er sich ständig verwandelte. Ein Übergang, der weder Anfang noch Ende kannte.

Manche sagten später, es sei der Frühling gewesen.

Doch die, die wirklich hinsahen, wussten es besser.

Es war nicht der Frühling, der gekommen war.

Es war das Leben selbst, das sich erinnerte, dass es weitergehen will.

——————
Du kannst dieses Original kaufen:
Endpreis gemäß §19 UStG: 250.- Euro
Zahlung per PayPal oder Überweisung:
Gib im PayPal-Fenster bitte den Bildtitel an.
Versand innerhalb Deutschland kostenfrei 3–5 Tage
Widerrufsrecht 14 Tage (Details siehe Widerrufsbelehrung
——————
Teile diesen Beitrag