Kalenderblatt
8. Februar

Eingeschlafen während des Malens

Das Kalenderblatt zum 8. Februar
“Eingeschlafen während des Malens”
“Fallen asleep during painting”
“Se dormido durante pintando”

Aquarell, Graphit auf Aquarellbütten ca 15 x 20 cm

Dieses Bild ist kein Produkt eines kontrollierten Willens, sondern ein stiller Beweis dafür, dass Kunst auch ohne bewusste Absicht wahrhaftig entstehen kann. „Eingeschlafen während des Malens“ erzählt von einem Moment, in dem das planende Ich zurücktritt und etwas Tieferes, Unbenennbares die Führung übernimmt. Es ist kein Zufall, sondern ein Geschehenlassen, ein Augenblick, in dem sich Kontrolle in Vertrauen verwandelt.

Die fließenden Aquarellschichten wirken wie Atemspuren eines halbwachen Zustands, in dem Zeit ihre lineare Ordnung verliert. Farben dürfen ineinander übergehen, ohne Ziel, ohne Drängen. Gelb und Ocker brechen aus der Bildmitte hervor wie innere Lichtimpulse: nicht grell, nicht fordernd, sondern warm und tastend. Sie erinnern an ein leises Erwachen im Inneren, an ein Wissen, das nicht gedacht, sondern gespürt wird.

Die Graphitlinien halten nichts fest, sie umkreisen, stützen, erinnern. Wie letzte Gedanken kurz vor dem Einschlafen tauchen sie auf und lösen sich wieder auf. Sie geben Halt, ohne einzuengen, und lassen dem Bild seine Offenheit. Hier wird nichts erklärt, nichts abgeschlossen. Alles bleibt im Übergang.

So wird dieses Werk zu einem Zwischenraum, einem Schwebezustand zwischen Wachen und Träumen, zwischen Tun und Geschehenlassen. Es lädt nicht zum bloßen Betrachten ein, sondern zum Mit-Einsinken, zum inneren Stillwerden. Wer sich darauf einlässt, spürt: Hier wurde nicht gemalt, um ein Ergebnis zu erzielen, sondern um sich selbst für einen Augenblick loszulassen und genau deshalb wirkt dieses Bild so ehrlich, so still und so tief berührend.

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Kalenderblatt
08. Februar

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Das Morgenbild zum 8. Februar
“Erkenntnis aus dem Wirbel des Meeres“
“Insight from the Whirlpool of the Sea”
“Conocimiento desde el remolino del mar”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

. Dieses Bild ist ein Geschehen. Aus einer bewegten, blau-weißen Masse formt sich etwas, das an Meer erinnert, an Strömung, an Wirbel, doch was hier sichtbar wird, ist nicht Wasser, sondern Erkenntnis in Bewegung.

Der Bildraum ist von Dynamik erfüllt. Schicht um Schicht schiebt sich die Acrylpaste über das Papier, rau, widerständig, fast geologisch. Nichts ist glatt, nichts abgeschlossen. Die Oberfläche trägt Spuren von Druck, von Widerstand, von Entstehung. Erkenntnis erscheint hier nicht als plötzlicher Geistesblitz, sondern als Prozess, geboren aus Reibung, aus Bewegung, aus Tiefe. Das Blau ist nicht ruhig, es arbeitet. Es wirbelt, öffnet, zieht hinein.

Aus diesem Strudel heben sich zwei ovale Formen, wie Augen, wie Wahrnehmungszentren. In ihnen leuchtet Gold und warmes Rot, Inseln von Bewusstsein im tosenden Feld. Sie wirken wach, lauernd, präsent. Nicht beobachtend im äußeren Sinn, sondern erkennend. Als hätte das Meer selbst begonnen zu sehen. Der Goldgrund verstärkt diesen Eindruck: Er verweist auf etwas Zeitloses, Ikonisches, fast Sakrales. Hier wird Erkenntnis nicht gedacht, sie wird erfahren.

Die Komposition balanciert zwischen Chaos und Ordnung. Der Wirbel trägt, aber er verschlingt nicht. Er ist Ursprung, nicht Bedrohung. Das Bild erzählt davon, dass Wissen nicht über der Welt steht, sondern aus ihr hervorgeht. Aus Tiefe. Aus Bewegung. Aus dem Mut, sich hineinziehen zu lassen. Erkenntnis entsteht hier nicht durch Distanz, sondern durch Hingabe.

Erkenntnis aus dem Wirbel des Meeres“ ist damit eine visuelle Metapher für innere Prozesse: für das Durchdringen von Unklarheit, für das Vertrauen in das Nicht-Fertige, für das Wissen, das sich erst zeigt, wenn man bereit ist, die Kontrolle loszulassen. Ein stilles, kraftvolles Bild über das Sehen jenseits der Oberfläche  und über die Weisheit, die im Strudel des Lebens verborgen liegt.

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