Kalenderblatt
26. Oktober

Ich flieg nach Eschnapur

Kalenderblatt vom 26. Oktober

„Ich flieg nach Eschnapur“
„I’m flying to Eschnapur“
„Voy a Eschnapur en avión“

Acryl, Acrylpaste, Dekokarton ca. 21 x 15 cm

Ein tiefes, leuchtendes Blau öffnet einen grenzenlos erscheinenden Bildraum. Darin treiben goldgelbe und grüne Strukturen wie Fragmente einer unbekannten Landschaft. Sie erinnern an Inseln, Wolken oder ferne Kontinente, ohne sich auf eine eindeutige Wirklichkeit festlegen zu lassen.

In diese malerische Weite greifen geometrische Formen ein. Eine feine gelbe Diagonale durchmisst den Raum wie eine gedachte Flugbahn, eine Richtung, ein Impuls. Der kräftige rote Balken setzt ihr eine entschiedene Vertikale entgegen. Beide stehen in einem spannungsvollen Verhältnis zu den frei fließenden Farbbewegungen.

Aus dem unteren Bildrand erhebt sich eine vielschichtig bemalte Dreiecksform. Wie ein Keil dringt sie in den blauen Raum vor, als würde sich etwas aus der verdichteten Materie lösen und einer unbekannten Ferne entgegenstreben. Die rhythmisch geschwungene Linie am unteren rechten Bildrand nimmt diese Bewegung auf und lässt sie als Schwingung weiterklingen.

Eschnapur erscheint hier nicht als erreichbares Reiseziel, sondern als Sinnbild einer Sehnsucht nach dem Unbekannten. Der Name ruft Vorstellungen von Ferne, Fremdheit und geheimnisvollen Welten hervor. Doch die eigentliche Reise vollzieht sich jenseits geografischer Räume.

Zwischen malerischer Freiheit und geometrischer Ordnung entsteht ein Spannungsfeld von Aufbruch und Begrenzung, Orientierung und Ungewissheit.

„Nach Eschnapur“ erzählt von jener inneren Bewegung, die den Menschen über das Vertraute hinausführt. Nicht das Ankommen steht im Mittelpunkt, sondern die Verwandlung, die bereits mit dem Aufbruch beginnt.

Teile diesen Beitrag

Kalenderblatt
26. Oktober

Kalenderblatt 26. Oktober

Das Kalenderblatt zum 26. Oktober

„Hauch der Schöpfung“
„Breath of Creation“
„Aliento de la Creación“

Aquarell auf Aquarellpapier ca 15 x 21 cm

Am Anfang steht nicht die Form. Am Anfang steht eine Bewegung, eine Ahnung, ein kaum wahrnehmbarer Impuls.

In diesem Aquarell begegnen sich fließende Farbflächen und kraftvolle Linien. Zartes Violett, lichtes Gelb und warme Rottöne entfalten sich in einem offenen, beinahe schwerelosen Raum. Dazwischen behaupten sich dunkle, gestische Spuren, die das Fließen unterbrechen, Richtungen vorgeben und neue Spannungen erzeugen.

Im Zentrum erscheint eine helle, kreisförmige Öffnung. Sie wirkt wie ein stiller Ursprung, um den sich die Kräfte sammeln, ohne ihn jemals ganz zu erfassen.

Es ist der Augenblick zwischen dem Noch-nicht-Sein und dem Werden.

Die Farben scheinen sich zu suchen, einander zu durchdringen und wieder voneinander zu lösen. Nichts ist endgültig festgelegt. Alles befindet sich in einem Zustand schöpferischer Veränderung.

Gerade darin liegt die innere Bewegung dieses Bildes: Schöpfung erscheint nicht als abgeschlossenes Ereignis, sondern als fortwährender Prozess. Aus dem Unbestimmten wächst Gestalt, aus der Stille entsteht Bewegung, aus dem Unsichtbaren eine erste Ahnung von Wirklichkeit.

„Hauch der Schöpfung“ berührt damit eine Frage, die über das Sichtbare hinausführt: Wo beginnt das Neue? Entsteht es durch unseren Willen, oder offenbart es sich dort, wo wir bereit sind, dem Unbekannten Raum zu geben?

Vielleicht liegt die Antwort in jener hellen Mitte, die nichts festhält und dennoch alles miteinander verbindet.

Ein stiller Raum der Möglichkeiten. Ein Atemzug, bevor das Leben Gestalt annimmt.

Teile diesen Beitrag