Kalenderblatt
6. Oktober

Kalenderblatt 6. Oktober

Das Kalenderblatt zum 6. Oktober
„Orbitales Erwachen – Genesis im Raum“
„Orbital Awakening – Genesis Within Space“
„Despertar Orbital – Génesis en el Vacío“

Aquarell auf Aquarellpapier ca 15 x 21 cm

Noch hat die Welt keinen Namen.
Ein Schimmer zieht durch das Offene, beschreibt einen Bogen,
als suche er einen Ort zum Bleiben.

Um eine verborgene Mitte beginnt sich Bewegung zu sammeln.
Eine Bahn berührt die andere. Für einen Augenblick entsteht ein Gefüge, zart genug, um wieder zu vergehen.

Farbe sinkt in die Tiefe.
An ihren Rändern bleibt Licht zurück. Hier verdichtet sich etwas, dort öffnet sich eine Ferne.

Das Werden braucht Zeit.
Es kreist, verliert sich, setzt erneut an. Auch die kleinste Spur
verändert den Raum, durch den sie zieht.

Beim Betrachten folge ich diesen Bahnen, bis mein Blick langsamer wird. Die Mitte bleibt unerreichbar.
Doch etwas von ihrer Ruhe geht in mich über.

Vielleicht beginnt so ein Erwachen:
Eine Bewegung findet ihren Weg durch die Stille und setzt sich in uns fort.

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Kalenderblatt
5. Oktober

Parallelwelten

Kalenderblatt vom 5. Oktober
„Parallelwelten“

„Parallel Worlds“
„Mundos paralelos“

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Was, wenn die Wirklichkeit, die wir sehen, nur eine von vielen ist?

In „Parallelwelten“ geraten Räume und Ebenen ineinander. Graue und silbrige Strukturen verdichten sich, brechen auseinander und öffnen Durchgänge, die sich im nächsten Augenblick wieder zu schließen scheinen. Nichts bleibt eindeutig. Das Bild bewegt sich zwischen Tiefe und Oberfläche, zwischen Materie und etwas, das sich der Benennung entzieht.

Aus diesem Geflecht dringt Gelb wie eine konzentrierte Lichtenergie hervor. Es scheint nicht auf der Oberfläche zu liegen, sondern aus dem Inneren des Bildes zu kommen. Ihm gegenüber steht ein kleines, beinahe verborgenes Blau, kühl und fern, wie das Echo eines anderen Raumes.

Dann die rote Linie.

Sie gehört sichtbar nicht zu den übrigen Strukturen. Scharf und beinahe unbeirrbar durchschneidet sie den malerischen Raum. Grenze, Richtung, Verbindung oder Riss? Das Bild entscheidet diese Frage nicht. Gerade dadurch wird die Linie zum entscheidenden Zeichen: Sie macht sichtbar, dass hier etwas voneinander getrennt ist und zugleich miteinander in Beziehung steht.

Die pastosen Schichten verstärken diesen Eindruck. Farbe wird zu Materie, Materie zu Landschaft, Landschaft wieder zu etwas Unbestimmtem. Manche Formen erinnern für einen Augenblick an Gestein, Architektur oder kosmische Räume, doch jede vermeintliche Gewissheit löst sich beim längeren Betrachten wieder auf.

„Parallelwelten“ handelt von der Möglichkeit des Gleichzeitigseins.
Von Wirklichkeiten, die nebeneinander bestehen, ohne sich vollständig zu offenbaren. Von Grenzen, die vielleicht nur deshalb existieren, weil unser Blick sie zieht.

Das Bild gibt keinen Schlüssel zu diesen Welten.

Es zeigt nur den Riss in der Tür.

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