Kalenderblatt
5. Oktober

Altweibersommer

Kalenderblatt vom 05. Oktober
„Altweibersommer“
„Indian Summer“
„Veranillo de San Martin“

Acryl, Acrylpaste, Quarzsand auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Der Sommer ist noch da. Doch etwas in ihm hat sich bereits verändert.

Das Licht ist tiefer geworden, schwerer, beinahe golden. Gelb, Ocker, Rostrot und dunkles Grün schieben sich übereinander und bilden eine Landschaft, die keinen bestimmten Ort beschreibt. Sie wirkt eher wie eine Erinnerung an Landschaft: an Wärme auf der Haut, trockene Gräser, lange Schatten und jene eigentümliche Ruhe, die sich über die Tage legt, wenn der Sommer beginnt, sich zurückzuziehen.

Über allem steht die große kreisförmige Gestalt. Sonne und Zeichen zugleich. Sie beherrscht den oberen Bildraum, ohne ihn vollständig zu erklären. Durch Acrylpaste und Quarzsand erhält ihre Oberfläche etwas Materielles, beinahe Erdiges. Das Licht wird zur Substanz.

Darunter gerät die Landschaft in Bewegung. Dunkle Bögen und aufgeworfene Strukturen durchziehen den Grund. Und mitten aus ihnen steigt eine schmale rotbraune Form empor. Sie ist die eigentliche Irritation des Bildes. Ein Stamm vielleicht. Eine Spur. Eine Gestalt. Ein Einschnitt. Sie trennt und verbindet zugleich: Erde und Himmel, Dunkel und Licht, das Bleibende und das Verschwindende.

So erzählt „Altweibersommer“ nicht einfach von einer Jahreszeit. Das Bild handelt von einem Zwischenraum. Von jenem kostbaren Moment, in dem etwas noch gegenwärtig ist und zugleich schon Abschied nimmt.

Es gibt darin keine Trauer, aber auch keine ungebrochene Idylle. Die kräftigen Farben tragen bereits das Wissen um ihr Verlöschen in sich.

Vielleicht leuchtet der Altweibersommer gerade deshalb so stark: weil das Licht weiß, dass es nicht bleiben wird.

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Kalenderblatt
5. Oktober

Kalenderblatt 5. Oktober

Das Kalenderblatt zum 5. Oktober
„Im Herzen der Glut – die Alchemie des Seins“
„In the Heart of the Flame – The Alchemy of Being”
„En el Corazón del Fuego – La Alquimia del Ser“

Acryl, Glitter und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Das Feuer kennt kein Zurück. Es greift nach den Formen, öffnet ihre Grenzen und trägt sie hinein in die Glut.
Rot drängt gegen Rot. Gold blitzt aus der Tiefe. Dunkle Spuren durchziehen das Leuchten wie Erinnerungen an etwas, das seine Gestalt verloren hat.

Hier wird nichts einfach ausgelöscht. Was vergeht, bleibt gegenwärtig, verwandelt in Farbe, Bewegung und Spur.
Im Herzen der Glut begegnen sich Werden und Vergehen.
Materie bricht auf, Verdichtetes beginnt zu fließen,
und aus dem scheinbaren Chaos tritt etwas hervor, das vorher nicht sichtbar war.

Vielleicht ist dies die Alchemie des Seins:
durch das Feuer hindurchzugehen, ohne zu wissen, was von uns bleiben wird. Und dort, wo die Glut am tiefsten ist, beginnt Verwandlung.

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