Schlagwortarchiv: Sturm

Kalenderblatt
14. September

Ruhe vor dem Sturm auf der akademischen See

Kalenderblatt vom 14. September
„Ruhe vor dem Sturm auf der akademischen See“
„Silence before the storm on the academic sea“
„Silencio antes de la tempestad al mar académico“

Acryl, Acrylpaste, Pigment auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Ein weißes Segel steht fast unbewegt auf einem tiefblauen Meer. Darüber schichtet sich der Himmel in Gold, Orange, Rot und dunklem Purpur. Die Farben wirken nicht wie die Beschreibung eines Sonnenuntergangs. Sie verdichten sich zu einem Zustand.

Noch herrscht Ruhe.

Doch es ist keine friedliche Ruhe. Etwas liegt in der Luft. Das kleine Boot befindet sich zwischen zwei mächtigen Farbräumen: unter ihm das kühle Blau des Wassers, über ihm die glühende Schwere des Himmels. Dazwischen das weiße Segel, klar, beinahe geometrisch, wie ein Zeichen.

Gerade dieses Weiß verändert das Bild. Es wirkt wie Sammlung und Konzentration, vielleicht auch wie eine innere Haltung gegenüber etwas, das sich nicht kontrollieren lässt.

Das Boot fährt nicht sichtbar auf ein Ziel zu. Es gibt keinen Hafen, keine Küste und keinen Horizont, der Sicherheit verspricht. Es befindet sich im Dazwischen.

Damit wird das Segelboot zum Bild des Menschen selbst: unterwegs in einer Wirklichkeit, deren Kräfte größer sind als er. Er kann den Wind nicht bestimmen. Er kann das Meer nicht beruhigen. Aber er kann sein Segel setzen und seinen Kurs wählen.

Vielleicht liegt darin die eigentliche Spannung des Bildes: nicht im angekündigten Sturm, sondern in dem Augenblick davor.

Noch ist nichts geschehen.
Aber alles könnte geschehen.

Und vielleicht beginnt jede wirkliche Reise genau dort.

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Kalenderblatt
25. Juli

Sturm vor Polychrono

Das Kalenderblatt zum 25. Juli
„Sturm vor Polychrono“
„Storm near Polychrono“
„Tormenta en Polychrono“

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Sturm vor Polychrono“ ist kein Bild über schlechtes Wetter. Es ist ein Bild über den Augenblick kurz bevor sich alles verändert. Die meisten Menschen fürchten diesen Moment. Nicht den Sturm selbst, sondern das Warten auf ihn. Der Mensch verbringt erstaunlich viel Energie damit, Katastrophen vorauszuahnen, als hätte das Universum einen festen Terminplan für Dramen.

Der Himmel spannt sich in dichten violetten Schichten über das Meer. Er wirkt schwer, fast elektrisch aufgeladen. Das Licht hat sich zurückgezogen und überlässt der Dunkelheit langsam die Bühne. Doch genau darin liegt seine Kraft: Der Sturm beginnt nicht mit Wind. Er beginnt mit einer Veränderung des Lichts. Wer genau hinsieht, erkennt, dass die Welt bereits eine andere geworden ist, lange bevor der erste Tropfen fällt.

Im Vordergrund stehen zwei Sonnenschirme. Sie wirken beinahe wie zwei Menschen, die schweigend auf das Meer blicken. Der größere scheint sich dem Himmel entgegenzustellen, der kleinere verharrt ruhig daneben. Keiner flieht. Keiner kämpft. Beide akzeptieren den Augenblick. Vielleicht erzählen sie von zwei Möglichkeiten, dem Leben zu begegnen: mit Widerstand oder mit Vertrauen.

Das Meer selbst bleibt erstaunlich ruhig. Seine silbrige Oberfläche trägt noch immer das Licht des Tages in sich, als wolle sie sagen, dass selbst über einem bedrohlichen Himmel das Licht nicht verschwindet, sondern lediglich seine Gestalt verändert. Gerade dieser Gegensatz zwischen der stillen Wasserfläche und den dunklen Wolken verleiht dem Bild seine eigentliche Spannung. Nicht das Chaos dominiert, sondern die Gelassenheit vor dem Chaos.

Polychrono liegt irgendwo hinter diesem Horizont. Unsichtbar und dennoch gegenwärtig. Es wird zum Sinnbild für jene Orte in unserem Leben, die wir erreichen möchten, obwohl wir wissen, dass der Weg dorthin nicht immer unter blauem Himmel verläuft. Jede Reise verlangt den Mut, auch durch aufziehende Dunkelheit zu gehen.

So erzählt dieses Bild letztlich nicht von Wetter, sondern von Vertrauen. Von jener seltenen Fähigkeit, im drohenden Sturm nicht nur Gefahr zu erkennen, sondern auch die Möglichkeit einer Reinigung, eines Neubeginns und einer unerwarteten Klarheit. Denn oft schenkt uns gerade der Sturm den Horizont, den wir zuvor hinter der blendenden Sonne niemals hätten sehen können.

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