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Kalenderblatt
3. Juni

Geborgen im Strom des Lichtes

Das Kalenderblatt zum 3. Juni
“Geborgen im Strom des Lichtes”
“A salvo en la corriente de luz”
“Safe in the stream of light”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Das Bild erzählt von jenem unsichtbaren Augenblick, in dem der Mensch aufhört, gegen die Strömung des Lebens anzukämpfen, und beginnt, sich von einer größeren Kraft tragen zu lassen. Die tiefen Blautöne öffnen einen Raum der Weite und der Stille. Sie erinnern an Himmel und Wasser zugleich, an jene grenzenlosen Ebenen, in denen Gedanken zur Ruhe kommen und das Wesentliche sichtbar wird.

Im linken Bereich ruht eine helle Kreisform wie ein inneres Licht, ein leuchtender Kern des Bewusstseins. Sie wirkt nicht aufdringlich, sondern still und gesammelt. Dieses Licht muss nichts beweisen. Es ist einfach da. Es symbolisiert den unverletzlichen Mittelpunkt des Menschen, jenen Ort in uns, der auch in Zeiten der Unsicherheit unberührt bleibt.

Die markante rote Dreiecksform durchschneidet die Komposition wie ein Wegweiser. Sie verbindet unterschiedliche Ebenen des Bildes und lenkt den Blick nach vorne. Das Dreieck wird zum Symbol der Entwicklung, der Bewegung und der geistigen Ausrichtung. Es zeigt, dass Licht nicht Stillstand bedeutet, sondern Wachstum. Wer seinem inneren Licht vertraut, findet Orientierung, selbst wenn die äußeren Umstände unübersichtlich erscheinen.

Die vertikale rote Linie in der Mitte wirkt wie eine Achse zwischen Himmel und Erde. Sie schafft Ordnung im scheinbaren Chaos der Strukturen und verweist auf eine innere Aufrichtung. Hier begegnen sich Geist und Materie, Sehnsucht und Wirklichkeit, Vision und gelebtes Leben. Die feinen goldenen Linien auf der rechten Seite verstärken diesen Eindruck. Sie erscheinen wie zarte Lichtbahnen oder energetische Schwingungen, die den Raum durchdringen und eine Verbindung zu etwas Höherem herstellen.

Die sichtbaren Spuren der Acrylpaste verleihen dem Werk eine körperliche Präsenz. Sie machen deutlich, dass Licht nicht nur eine spirituelle Idee ist, sondern sich durch Erfahrungen, Herausforderungen und Wandlungsprozesse hindurch offenbart. Geborgenheit entsteht nicht durch das Vermeiden von Lebenserfahrungen, sondern durch das Vertrauen, dass selbst in den Brüchen und Spannungen ein tragender Strom wirkt.

So wird dieses Bild zu einer poetischen Erinnerung daran, dass wir nicht getrennt sind von der Quelle des Lichtes. Es lädt dazu ein, den eigenen Mittelpunkt wiederzufinden, die innere Führung wahrzunehmen und sich von ihr tragen zu lassen. „Geborgen im Strom des Lichtes“ ist die bildgewordene Erfahrung, dass wahre Sicherheit nicht aus Kontrolle entsteht, sondern aus dem tiefen Wissen, Teil eines größeren Ganzen zu sein. Dort, wo dieses Wissen erwacht, verwandelt sich Unsicherheit in Vertrauen und Bewegung in Frieden.

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Kalenderblatt
1. Dezember

Die Stadt hinter dem Strom taucht aus dem Nebel auf

Kalenderblatt vom 1. Dezember
“Die Stadt hinter dem Strom taucht aus dem Nebel auf”
“The town behind the large river appears out of the fog”
“La ciudad después del río aparece de la niebla”

Acryl, Acrylpaste, Asche von Räucherwerk, Ölpastell auf Aquarellpapier ca. 21 x 15 cm

Vor dir entfaltet sich eine Vision, die anmutet wie ein Erinnerungsfragment aus einer anderen Welt: Die Stadt hinter dem Strom, die langsam, fast widerwillig, aus einem Schleier aus Nebel und Vergangenheit auftaucht. Die Mischung aus Acryl, Acrylpaste, Räucherasche und Ölpastell verleiht dem Werk eine alchemistische Tiefe, als würde die Stadt nicht nur gemalt, sondern beschworen.

Im Zentrum erhebt sich ein verwischter, turmähnlicher Bau, dessen Konturen zwischen Stabilität und Auflösung schweben. Er wirkt wie ein Hüter einer Schwelle, ein Wächter zwischen dem Sichtbaren und dem Verborgenem. Seine Form ist angedeutet, doch kraftvoll genug, um sich dem Auge immer wieder neu zu offenbaren.

Die leuchtenden Gelbflächen strahlen wie inneres Feuer, das unter der Oberfläche dieser mystischen Stadt pulsiert. Sie wirken wie Lichtinseln, die durch die Dunkelheit brechen und etwas Unausgesprochenes betonen: Hoffnung, Erwachen, ein Aufbruch. Dagegen setzt das intensive Rot einen emotionalen Brennpunkt, es ist Bewegung, Herzschlag, das Unbändige, das sich nicht kontrollieren lässt.

Zwischen all dem fließen blaue Linien, nervös, energiegeladen, fast wie Erinnerungsblitze. Sie scheinen Wege, Strömungen oder innere Karten zu markieren, die nur der Betrachter entschlüsseln kann. Die Spuren der Asche verleihen dem Bild seine eigentliche Tiefe: eine Ahnung von Vergänglichkeit, von Ritual, von Transformation.

So entsteht der Eindruck, dass sich diese Stadt nicht einfach nur zeigt,  sie emergiert, sie wird, sie erinnert sich selbst, genau in dem Moment, in dem du sie betrachtest. Es ist eine Landschaft zwischen Zeiten, zwischen Bewusstseinsebenen, ein Ort, der im Nebel schlummerte und nun, Schicht um Schicht, seinen Schleier hebt.

Dieses Bild erzählt von Übergängen: vom Herauslösen aus der Vergangenheit, vom Betreten neuer innerer Räume und vom Mut, durch den Nebel hindurch das Eigene wiederzufinden.

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