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Kalenderblatt
24. Juli

Deutscher Sommer - zwischen Regen, Sturm und Hagel: die Sonne

Kalenderblatt vom 24. Juli
„Deutscher Sommer – zwischen Regen, Sturm und Hagel: die Sonne“
„German summer – between rain, storm and hail: the sun“
„Verano alemán – entre lluvia, tempestad y granizo: el sol“

Acryl, Acrylpaste, Quarzsand, Glitter, Pigment auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild feiert 2011 einen seltenen Gast: die Sonne im deutschen Sommer. Nicht als grelle Scheibe am Himmel, sondern als leuchtende Präsenz, die sich ihren Weg durch Wolken, Wind und Wetter bahnt. Das intensive Gelb erfüllt die Komposition mit Wärme und Energie. Es scheint nicht auf die Oberfläche gemalt zu sein, sondern aus der Tiefe des Bildes selbst hervorzuleuchten.

Im rechten oberen Bereich hält sich ein kühles Blau. Es erinnert an aufziehende Regenwolken oder an den letzten Schatten eines Sturms, der sich nur widerwillig zurückzieht. Unten verankern erdige Rot- und Ockertöne die Komposition. Sie stehen für den Boden, für Beständigkeit und für alles, was nach Regen wieder zu wachsen beginnt.

Die vielschichtige Oberfläche aus Acrylpaste, Quarzsand, Glitter und Pigment macht das Licht beinahe körperlich erfahrbar. Je nach Blickwinkel verändert sich das Bild. Es beginnt zu flimmern, zu glühen und auf subtile Weise zu leben. Die Struktur wird Teil der Erzählung und lässt das Licht nicht nur sichtbar, sondern fast greifbar werden.

Obwohl die Arbeit vollkommen abstrakt ist, ruft sie eine vertraute Erfahrung hervor: den Augenblick, in dem sich nach Tagen voller Regen plötzlich die Wolkendecke öffnet und das erste Sonnenlicht alles verwandelt. Nicht die Landschaft hat sich verändert, sondern der Blick auf sie.

Vielleicht erzählt dieses Bild deshalb weniger vom Wetter als von einer inneren Erfahrung. Jeder Mensch kennt Zeiten voller Sturm, Zweifel und Dunkelheit. Doch manchmal genügt ein einziger Lichtstrahl, um den ganzen Horizont neu erscheinen zu lassen.

Vielleicht ist die Sonne in diesem Bild gar kein Himmelskörper. Vielleicht ist sie eine Erinnerung daran, dass Licht niemals verschwindet, sondern nur darauf wartet, wieder entdeckt zu werden.

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Kalenderblatt
2. Juli

Die Sonne fällt ins Meer

Das Kalenderblatt zum 02. Juli
„Die Sonne fällt ins Meer“
„The sun is falling down into the sea“
„El sol esta cayendo adentro en el mar“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Es gibt Augenblicke, in denen die Natur etwas tut, das physikalisch unmöglich erscheint und innerlich doch vollkommen wahr ist. Die Sonne geht nicht unter. Sie fällt. Nicht hastig, nicht als Katastrophe, sondern mit der Gelassenheit eines Wesens, das weiß, dass jeder Abschied zugleich der Beginn einer Verwandlung ist.

Das Meer wartet bereits. Es reißt die Sonne nicht an sich, sondern öffnet sich wie ein uralter Spiegel. Die hellen, kraftvollen Bahnen im Vordergrund wirken wie Lichtstraßen, die den letzten Weg der Sonne begleiten. Sie sind keine Wellen allein. Sie sind Erinnerungen, Hoffnungen und all die Gedanken, die ein Mensch im Laufe eines Tages gesammelt hat. Am Abend fließen sie zurück in den großen Ozean des Lebens.

Der mächtige goldene Kreis scheint fast greifbar. Durch die strukturreiche Acrylpaste erhält er eine beinahe steinerne Präsenz. Diese Sonne ist kein flüchtiger Lichtfleck am Himmel. Sie besitzt Gewicht. Sie trägt alles in sich, was der Tag hervorgebracht hat: Freude und Enttäuschung, Mut und Zweifel, Begegnungen und Einsamkeit. Nun sinkt sie langsam in das Meer, um all das zu verwandeln.

Die warmen Rot-, Orange- und Goldtöne erzählen von der Glut des Lebens. Dazwischen erscheinen dunkle Bereiche, die daran erinnern, dass Licht seine größte Kraft oft erst dort entfaltet, wo Schatten nicht verdrängt werden. Das Bild feiert deshalb keinen romantischen Sonnenuntergang. Es erzählt von der Kunst des Loslassens.

Vielleicht müssen auch wir unsere innere Sonne manchmal ins Meer fallen lassen. Nicht, weil sie erloschen ist, sondern weil sie nur in der Tiefe neue Kraft sammeln kann. Die Nacht wird kommen. Doch sie ist nicht das Ende des Lichts. Sie ist dessen verborgenes Atelier. Dort entstehen die Farben des nächsten Morgens.

„Die Sonne fällt ins Meer“ lädt dazu ein, den Abschied nicht als Verlust zu betrachten, sondern als schöpferischen Übergang. Denn alles, was bereit ist zu versinken, kann in neuer Gestalt wieder auftauchen. Die Sonne weiß das längst. Der Mensch braucht oft ein ganzes Leben, um es zu begreifen.

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