Schlagwort-Archiv: Monte Curiano

Kalenderblatt
15. Mai

Monte Curiano II

Das Kalenderblatt zum 15. Mai
“Monte Curiano II”

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Monte Curiano II“ trägt die Sehnsucht nach einem Ort in sich, der sich tief in die Erinnerung eingeschrieben hat. Die sanften Hügel, die schlanken Zypressen und das leuchtende Haus auf der Anhöhe wirken nicht wie eine geografische Beschreibung, sondern wie das Echo eines inneren Zustandes, eines Moments von Ruhe, Weite und beinahe zeitloser Geborgenheit. Gerade weil Monte Curiano für den Künstler ein reales Ferienhaus in der Toskana war, erhält dieses Bild eine besondere emotionale Spannung: Es bewegt sich zwischen Erinnerung und Verklärung, zwischen tatsächlichem Ort und poetischer Landschaft der Seele.

Die Toskana gilt seit Jahrhunderten als Landschaft des Lichts, der Kontemplation und der künstlerischen Inspiration. Die berühmten Hügel südlich von Siena mit ihren Zypressenalleen und warmen Erdfarben prägen bis heute das Bild einer idealisierten italienischen Kulturlandschaft. Auch die historischen Landgüter und Villen rund um Curiano sind Teil dieser Tradition und liegen eingebettet in jene weichen Linien der „Crete Senesi“, die als eine der charakteristischsten Landschaften Italiens gelten. Genau dieses Gefühl scheint in „Monte Curiano II“ auf: nicht das Spektakuläre wird gezeigt, sondern die stille Vollkommenheit des Einfachen.

Das Bild lebt von seiner fast musikalischen Balance. Das helle Haus mit dem roten Dach erscheint wie ein ruhender Mittelpunkt inmitten einer atmenden Landschaft. Die dunkleren Grüntöne im Vordergrund öffnen sich nach hinten zu einem lichteren Horizont, wodurch eine starke Tiefenwirkung entsteht. Gleichzeitig erzeugen die weich verlaufenden Aquarellflächen eine Atmosphäre von Erinnerung, als würde die Landschaft gerade erst aus dem Gedächtnis auftauchen. Die Acrylpaste setzt dabei subtile materielle Akzente und verleiht dem Werk jene leichte Rauheit, die an staubige Wege, trockenes Gras und sonnengewärmte Mauern erinnert.

Besonders berührend ist die stille Einsamkeit dieses Ortes. Keine Menschen sind sichtbar, und doch scheint ihre Anwesenheit spürbar zu sein. Das Haus wirkt bewohnt von Geschichten, von Sommerabenden, Gesprächen, Wein, Schatten unter Zypressen und dem langsamen Vergehen der Zeit. Gerade darin liegt die Kraft dieses Bildes: Es zeigt keinen touristischen Blick auf die Toskana, sondern eine persönliche Topografie der Erinnerung. Monte Curiano wird hier zu einem inneren Zufluchtsort, einem Gegenbild zur Geschwindigkeit der modernen Welt.

Die zarten violetten Berge im Hintergrund verstärken zusätzlich das Gefühl von Entfernung und Traum. Sie wirken beinahe wie ein fernes Versprechen. Dadurch entsteht eine poetische Spannung zwischen Nähe und Ferne, Gegenwart und Erinnerung. Das Bild lädt den Betrachter nicht dazu ein, etwas zu „verstehen“, sondern etwas wiederzufinden: vielleicht einen verlorenen Sommer, einen Ort der Kindheit oder jene seltenen Augenblicke, in denen das Leben plötzlich einfach und vollkommen erscheint.

„Monte Curiano II“ ist damit nicht nur ein Landschaftsbild, sondern eine Meditation über Erinnerung, Licht und die stille Schönheit des einfachen Daseins. Es erzählt von einem Ort, der möglicherweise längst vergangen ist und gerade deshalb im Inneren weiterlebt.

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Kalenderblatt
24. April

La Conca ist nicht Monte Curiano

Das Kalenderblatt zum 24. April
“La Conca ist nicht Monte Curiano”
“La Conca is not Monte Curiano”
“La Conca no es Monte Curiano”

Pastellkreide und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Dieses Bild ist eine Entscheidung. Ein stiller, aber unübersehbarer Moment, in dem sich Wahrnehmung von Projektion trennt. Der Titel „La Conca ist nicht Monte Curiano“ wirkt zunächst wie eine geografische Klarstellung, doch in Wahrheit ist er eine poetische Grenzziehung zwischen Erinnerung und Realität. Hier wird nicht nur ein Ort benannt, sondern eine Verwechslung aufgelöst, die tiefer reicht als jede Landkarte.

Die weichen, vibrierenden Farbfelder erzählen von einem inneren Sehen, das sich nicht an topografische Genauigkeit bindet. Das warme Gelb der Sonne scheint nicht über einem konkreten Ort zu stehen, sondern über einem Zustand des Erkennens. Die rote Bewegung darunter, wie ein flüchtiger Gedanke, ein emotionaler Impuls, durchzieht den Himmel als Spur einer Korrektur: Hier wurde etwas gefühlt, vielleicht sogar geglaubt, das sich nun als Illusion entpuppt. Und doch bleibt es schön, bleibt es wahr auf einer anderen Ebene.

Die grünen Hügel im Vordergrund sind keine exakten Landschaften von Elba oder der Toskana, sie sind Resonanzräume der Erinnerung. Orte, die ineinanderfließen, sich überlagern, sich gegenseitig überformen. La Conca und Monte Curiano stehen hier exemplarisch für das menschliche Bedürfnis, Erfahrungen zu ordnen, zu benennen, zu verorten und gleichzeitig für die Unmöglichkeit, dies jemals vollständig zu tun. Denn was wir sehen, ist nie nur das, was ist, sondern immer auch das, was wir darin erkennen wollen.

Gerade in dieser scheinbaren Einfachheit liegt die Kraft des Bildes: Es fordert nicht zur Orientierung auf, sondern zur Bewusstwerdung der eigenen inneren Landkarte. Wo verwechseln wir? Wo projizieren wir? Wo halten wir etwas für „diesen Ort“, obwohl es längst ein anderer geworden ist? Dieses Werk ist kein Abbild, es ist eine stille Intervention gegen die Selbstverständlichkeit unserer Wahrnehmung.

„La Conca ist nicht Monte Curiano“ wird so zu einer existenziellen Aussage: Nicht alles, was sich ähnlich anfühlt, ist dasselbe. Nicht jede Erinnerung ist ein Ort. Und nicht jede Landschaft gehört der Welt, manche gehören allein uns.

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