Schlagwortarchiv: Monte Curiano

Kalenderblatt
25. Juni

Monte Curiano gibt's nicht mehr

Das Kalenderblatt zum 25. Juni
“Monte Curiano gibt’s nicht mehr”
„Monte Curiano Exists No More“
„Monte Curiano ya no existe“

Aquarell, Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Monte Curiano gibt’s nicht mehr“ ist einer dieser Titel, die zunächst wie eine geografische Feststellung wirken, in Wahrheit aber von etwas viel Persönlicherem erzählen. Denn Berge verschwinden selten. Was verschwindet, sind Erinnerungen, Gewissheiten, Lebensabschnitte, Orte in uns selbst.

Über der Landschaft liegt ein glühender Horizont. Gelb, Rot und Orange brechen wie die letzten Funken eines Tages durch das Bild. Dort oben zeichnet sich schemenhaft eine kleine Silhouette ab, vielleicht eine Burg, vielleicht ein Dorf, vielleicht nur die Erinnerung an etwas, das einmal war. Darunter fließen Grün, Blau und Türkis ineinander, als würde die Landschaft bereits beginnen, sich aufzulösen. Nichts ist mehr klar abgegrenzt. Alles gerät in Bewegung.

Ein alter Mann kehrte nach vielen Jahren an den Ort seiner Jugend zurück. Damals war der Monte Curiano für ihn die Mitte der Welt gewesen. Von dort hatte er die Täler betrachtet, dort hatte er geliebt, geträumt, Pläne geschmiedet. Als er nun wiederkam, suchte er den vertrauten Anblick. Doch die Wege waren anders. Die Häuser verändert. Die Menschen fremd. Selbst der Hügel schien kleiner geworden zu sein.

Er setzte sich ins Gras und blickte lange schweigend auf die Hänge. Schließlich begriff er etwas Seltsames: Nicht der Monte Curiano war verschwunden. Verschwunden war der Mensch, der ihn einst gesehen hatte.

Der Berg existierte noch immer. Aber die Welt, die er mit ihm verband, war vergangen. Die Jahre hatten neue Schichten über die Erinnerung gelegt, so wie die Farben dieses Bildes sich übereinanderschieben. Was blieb, war keine Landschaft aus Stein und Erde, sondern eine Landschaft aus Erfahrungen.

Die feine blaue Linie, die das Bild durchzieht, wirkt wie eine Grenze zwischen zwei Welten. Oberhalb liegt das Erinnerte. Unterhalb das Gegenwärtige. Beide berühren sich, ohne jemals wieder ganz eins zu werden. Und doch entsteht gerade aus dieser Trennung eine neue Schönheit.

Vielleicht erzählt dieses Bild deshalb nicht vom Verlust eines Ortes, sondern von der Wandlung unserer Beziehung zu ihm. Manche Berge verschwinden nicht aus der Welt. Sie wandern lediglich aus der Geografie in die Seele.

So wird „Monte Curiano gibt’s nicht mehr“ zu einer stillen Meditation über Vergänglichkeit. Über die Erkenntnis, dass wir nicht zweimal an denselben Ort zurückkehren können. Und darüber, dass das Wertvollste oft nicht das ist, was geblieben ist, sondern das, was in uns weiterlebt, nachdem alles andere sich verändert hat.

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Kalenderblatt
15. Mai

Monte Curiano II

Das Kalenderblatt zum 15. Mai
„Monte Curiano II“

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Monte Curiano II“ trägt die Sehnsucht nach einem Ort in sich, der sich tief in die Erinnerung eingeschrieben hat. Die sanften Hügel, die schlanken Zypressen und das leuchtende Haus auf der Anhöhe wirken nicht wie eine geografische Beschreibung, sondern wie das Echo eines inneren Zustandes, eines Moments von Ruhe, Weite und beinahe zeitloser Geborgenheit. Gerade weil Monte Curiano für den Künstler ein reales Ferienhaus in der Toskana war, erhält dieses Bild eine besondere emotionale Spannung: Es bewegt sich zwischen Erinnerung und Verklärung, zwischen tatsächlichem Ort und poetischer Landschaft der Seele.

Die Toskana gilt seit Jahrhunderten als Landschaft des Lichts, der Kontemplation und der künstlerischen Inspiration. Die berühmten Hügel südlich von Siena mit ihren Zypressenalleen und warmen Erdfarben prägen bis heute das Bild einer idealisierten italienischen Kulturlandschaft. Auch die historischen Landgüter und Villen rund um Curiano sind Teil dieser Tradition und liegen eingebettet in jene weichen Linien der „Crete Senesi“, die als eine der charakteristischsten Landschaften Italiens gelten. Genau dieses Gefühl scheint in „Monte Curiano II“ auf: nicht das Spektakuläre wird gezeigt, sondern die stille Vollkommenheit des Einfachen.

Das Bild lebt von seiner fast musikalischen Balance. Das helle Haus mit dem roten Dach erscheint wie ein ruhender Mittelpunkt inmitten einer atmenden Landschaft. Die dunkleren Grüntöne im Vordergrund öffnen sich nach hinten zu einem lichteren Horizont, wodurch eine starke Tiefenwirkung entsteht. Gleichzeitig erzeugen die weich verlaufenden Aquarellflächen eine Atmosphäre von Erinnerung, als würde die Landschaft gerade erst aus dem Gedächtnis auftauchen. Die Acrylpaste setzt dabei subtile materielle Akzente und verleiht dem Werk jene leichte Rauheit, die an staubige Wege, trockenes Gras und sonnengewärmte Mauern erinnert.

Besonders berührend ist die stille Einsamkeit dieses Ortes. Keine Menschen sind sichtbar, und doch scheint ihre Anwesenheit spürbar zu sein. Das Haus wirkt bewohnt von Geschichten, von Sommerabenden, Gesprächen, Wein, Schatten unter Zypressen und dem langsamen Vergehen der Zeit. Gerade darin liegt die Kraft dieses Bildes: Es zeigt keinen touristischen Blick auf die Toskana, sondern eine persönliche Topografie der Erinnerung. Monte Curiano wird hier zu einem inneren Zufluchtsort, einem Gegenbild zur Geschwindigkeit der modernen Welt.

Die zarten violetten Berge im Hintergrund verstärken zusätzlich das Gefühl von Entfernung und Traum. Sie wirken beinahe wie ein fernes Versprechen. Dadurch entsteht eine poetische Spannung zwischen Nähe und Ferne, Gegenwart und Erinnerung. Das Bild lädt den Betrachter nicht dazu ein, etwas zu „verstehen“, sondern etwas wiederzufinden: vielleicht einen verlorenen Sommer, einen Ort der Kindheit oder jene seltenen Augenblicke, in denen das Leben plötzlich einfach und vollkommen erscheint.

„Monte Curiano II“ ist damit nicht nur ein Landschaftsbild, sondern eine Meditation über Erinnerung, Licht und die stille Schönheit des einfachen Daseins. Es erzählt von einem Ort, der möglicherweise längst vergangen ist und gerade deshalb im Inneren weiterlebt.

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