Schlagwortarchiv: Hund

Kalenderblatt
2. August

Frau Huber war entsetzt als sich ihr Hund Wasti beim Morgenspaziergang hinlegte und einschlief

Kalenderblatt vom 2. August
„Frau Huber war entsetzt als sich ihr Hund Wasti beim Morgenspaziergang hinlegte und einschlief“
„Ms. Huber was appalled when her dog lied down and went to sleep during the morning walk“
„Doña Huber se escandalizaba cuando su perro se recostaba y se dormía durante el paseo mañanero“

Aquarell, Tusche auf Bambuspapier 21 x 13 cm

Es gibt Bilder, die keine Geschichte erzählen, sondern uns daran erinnern, dass Geschichten bereits überall wohnen. Diese Gestalt scheint weder Mensch noch Pflanze noch Tier zu sein und ist doch von allem etwas. Ihr Blick ist offen wie der eines Kindes, das die Welt noch nicht in Namen zerlegt hat.

Der kleine Hund am Rand des Bildes verändert alles. Er schläft, als hätte er beschlossen, dem Lauf der Zeit für einen Augenblick nicht mehr zu folgen. Während Frau Huber entsetzt ist, bleibt das Bild vollkommen gelassen. Es kennt keine Dringlichkeit. Es kennt nur den Rhythmus des Lebens.

Die Farben teilen das Gesicht nicht, sie vervollständigen es. Rot und Blau, Wärme und Kühle, Gefühl und Gedanke begegnen sich in einer einzigen Figur. Die schwarze Linie zeichnet keinen Körper, sondern eine Bewegung des Geistes.

Das wahre Ereignis ist nicht, dass ein Hund einschläft. Das wahre Ereignis besteht darin, dass wir glauben, dies dürfe nicht geschehen. Das Bild lächelt darüber. Es erinnert uns daran, dass selbst das Gewöhnlichste ein kleines Wunder sein kann, sobald wir aufhören, es selbstverständlich zu nennen.

 

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Kalenderblatt 26. November

Sündenbewusstsein erschafft das Katzengold des blutigen Hundes

Kalenderblatt vom 26. November
„Sündenbewusstsein erschafft das Katzengold des blutigen Hundes“
„Consciousness of sin creates the cat’s gold of the bloody dog“
„La conciencia del pecado crea la mica amarilla del perro cruento“

Acryl, Acrylpaste, Pigment, Glitter auf Aquarellpapier ca. 15 x 21 cm

In diesem Bild lodert ein psychischer Urstoff, roh, ungebändigt, ein innerer Riss, der sich in Farbe entlädt. Die Komposition wirkt wie ein seelischer Schauplatz, auf dem sich Schuld, Versuchung und verdrängte Wahrheiten miteinander verketten. Der goldene Grund scheint auf den ersten Blick wie ein verheißungsvoller Glanz, doch es ist ein trügerischer Schimmer, ein „Katzengold“, das nur so tut, als sei es Erlösung. Dieser goldene Ton steht für das, was wir uns einreden, um Schmerz zu vermeiden: ein Selbstbetrug, sorgfältig aufpoliert, aber brüchig im Kern.

Die roten, pulsierenden Formen erinnern an etwas Animalisches, ein „blutiger Hund“, ein Symbol für jene rohen, archaischen Impulse, die wir lieber nicht sehen wollen und dennoch in uns tragen. Sie wirken zerrissen, aufgewühlt, als würden sie im gleichen Moment entstehen und vergehen. Schuldgefühle, das „Sündenbewusstsein“, scheinen sie zu formen und zugleich zu zerreißen. Zwischen ihnen und dem goldenen Schein entsteht ein nervöser Widerstreit: das Bedürfnis, rein zu wirken, und die Furcht, die eigene Wildheit zuzugeben.

Die kräftigen, diagonal verlaufenden Linien in Schwarz und Blau schneiden wie seelische Furchen durch die Fläche. Sie spiegeln den Versuch wider, Chaos zu ordnen, Grenzen zu ziehen, Bedeutung zu finden, doch nichts bleibt stabil. Unter dem leuchtenden Lila und dem aufglühenden Gelb schimmert der Boden eines inneren Landschaftsraums, ein Unterbewusstsein, das zugleich heilt und aufwühlt.

Dieses Werk ist eine schonungslose Begegnung mit den eigenen Schattenmechanismen. Es zeigt, wie Schuldgefühle Illusionen hervorbringen, wie das glänzende Katzengold der moralischen Selbstüberhöhung den Blick verschleiert und wie darunter das rohe, authentische Tierische pulsiert, das nicht gezähmt werden will. Es ist ein Bild über den Mut, sich selbst zu entlarven und darüber, dass Wahrheit nie sauber ist, aber immer lebendig.

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https://www.juanlobo.info/widerrufsbelehrung/).
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