
Kalenderlbatt vom 25. Oktober
„Lass uns zusammen verschwinden von hier“
„Let’s split together from here!“
„¡Vamos á despedirnos junto de ahí!“
Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm
Zwischen zwei Welten
Dieses Bild ist wie ein Atemzug zwischen zwei Welten. Doch es ist kein stiller Atemzug. Es ist ein Aufbrechen, ein Sich-Bewegen, ein Ringen zwischen dem, was war, und dem, was werden will.
Leuchtendes Gelb, glühendes Rot, tiefes Blau und dunkle, beinahe schwarze Spuren durchdringen einander. Farben überlagern sich, brechen auseinander und finden zu neuen Verbindungen. Nichts bleibt unberührt. Alles scheint Teil eines Geschehens zu sein, dessen Anfang und Ende wir nicht kennen.
Die dunklen Linien durchziehen das Bild wie Spuren gelebter Erfahrungen. Sie verbinden und trennen, setzen Grenzen und überschreiten sie zugleich. Dazwischen öffnen sich lichte Räume, in denen etwas Neues aufscheint.
Es ist eine Landschaft der inneren Wandlung.
Vielleicht erkennen wir darin etwas von unserem eigenen Leben. Zeiten, in denen vertraute Ordnungen zerbrechen, Gewissheiten ihre Bedeutung verlieren und wir plötzlich vor einer Wirklichkeit stehen, die wir noch nicht verstehen.
Wir versuchen festzuhalten, was uns Sicherheit gegeben hat. Doch das Leben bewegt sich weiter. Es verändert uns, manchmal sanft, manchmal mit einer Kraft, gegen die wir uns vergeblich stemmen.
Und mitten in dieser Bewegung geschieht etwas Merkwürdiges: Wir beginnen zu ahnen, dass hinter all dem Wandel etwas liegt, das selbst nicht dem Wandel unterworfen ist.
Ein innerer Ursprung, der nicht verloren gehen kann.
Vielleicht besteht unsere Suche gar nicht darin, etwas Neues zu finden. Vielleicht geht es vielmehr darum, das freizulegen, was unter den vielen Schichten unserer Erfahrungen verborgen liegt.
So wird dieses Bild zu einer Einladung, sich auf die Bewegung des Lebens einzulassen, ohne sich in ihr zu verlieren.
Nicht alles muss verstanden werden. Nicht jede Spannung verlangt nach einer Auflösung. Manchmal entsteht gerade dort, wo Gegensätze aufeinandertreffen, ein neuer Raum des Bewusstseins.
Das Alte verliert seine Macht. Das Neue hat noch keinen Namen.
Und dazwischen liegt jener Augenblick, in dem wir beginnen, uns selbst auf andere Weise zu begegnen.
Vielleicht ist das der eigentliche Neubeginn.
Nicht die Flucht aus der Welt, sondern das Erwachen zu einer anderen Wirklichkeit mitten in ihr.