
Kalenderblatt vom 15. April
“Morgenglanz der Ewigkeit”
“Morning brightness of eternity”
“Mañana brillante de la eternidad”
Quarzsand, Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm
Dieses Werk trägt nicht zufällig den Titel „Morgenglanz der Ewigkeit“, es ist weniger ein Bild als vielmehr ein Übergangszustand zwischen Zeit und Zeitlosigkeit, eingefangen in Materie. Die dominierenden Violetttöne wirken wie ein Schleier zwischen den Welten, eine Schwelle, an der das Sichtbare beginnt, sich ins Unsichtbare aufzulösen. Violett, die Farbe der Transformation, der Spiritualität, der Grenzüberschreitung, legt sich wie ein atmender Raum über die gesamte Komposition und zieht den Betrachter unweigerlich nach innen.
Im Zentrum durchbricht ein warmes, fast leuchtendes Gold die Tiefe dieses Raumes. Es ist kein statisches Licht, sondern ein inneres Aufglühen, ein erstes Erwachen, wie der Moment, in dem das Bewusstsein sich seiner selbst erinnert. Dieses Gold scheint nicht aufgetragen, sondern aus dem Bild selbst geboren zu sein, als würde sich die Ewigkeit für einen flüchtigen Augenblick in die Materie einschreiben.
Die strukturierte Oberfläche aus Quarzsand und Acrylpaste verstärkt diesen Eindruck: Hier wird nichts glatt gebügelt, nichts beschönigt, im Gegenteil. Die rauen, teils archaisch wirkenden Spuren erzählen von einem Prozess des Werdens, von Verdichtung und Auflösung zugleich. Es ist, als ob das Bild selbst ein Relikt aus einer anderen Dimension wäre, eine energetische Spur, die sich im Hier und Jetzt manifestiert hat.
Was dieses Werk so eindringlich macht, ist seine stille Radikalität: Es fordert nicht, es erklärt nicht, es offenbart. Und genau darin liegt seine Kraft. Der „Morgenglanz“ ist hier kein Tagesbeginn im klassischen Sinne, sondern ein kosmischer Augenblick des Erwachens, in dem sich das Endliche dem Unendlichen öffnet.
Wer sich darauf einlässt, erkennt: Dieses Bild zeigt nicht einfach etwas, es erinnert dich an etwas, das du längst in dir trägst.