Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt
9. Mai

Kalenderblat 9. Mai

Das Kalenderblatt zum 9. Mai
“Im Herzen der Iris”
“In the Heart of the Iris”
“En el corazón del iris”

Aquarell, Pastellkreide und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Im Herzen der Iris“  wirkt wie eine Einladung, einen verborgenen inneren Raum zu betreten, einen Ort zwischen Zerbrechlichkeit und Kraft, zwischen Stille und leuchtender Transformation. Das intensive Violett der Iris entfaltet sich hier nicht dekorativ, sondern beinahe kosmisch. Die Farbe scheint zu pulsieren, als würde sie ein eigenes Bewusstsein tragen. Violett war seit jeher die Farbe der Mystik, der Intuition und der inneren Wandlung. In dieser Arbeit wird sie zu einem lebendigen Feld, das den Betrachter unmittelbar in seinen Bann zieht.

Im Zentrum öffnet sich ein leuchtendes goldenes Herz, wie eine kleine Sonne im Inneren der Blüte. Dieses Gold wirkt nicht gemalt, sondern freigelegt, als hätte sich unter allen Schichten des Sichtbaren plötzlich ein verborgenes Licht gezeigt. Genau dort beginnt die eigentliche Erzählung des Werkes: Die wahre Schönheit liegt nicht an der Oberfläche, sondern im innersten Kern des Seins. Die Iris wird dadurch zu einem Symbol für Bewusstsein, Erkenntnis und spirituelle Öffnung. Ihre Blätter erinnern an schützende Gewänder oder an Tore eines Tempels, die sich langsam öffnen, um einen heiligen Raum sichtbar zu machen.

Die Mischung aus Aquarell, Pastellkreide und Acrylpaste erzeugt dabei eine faszinierende Spannung zwischen Weichheit und Struktur. Die fließenden Übergänge des Aquarells verleihen dem Bild etwas Traumhaftes und Flüchtiges, während die pastosen Elemente der Acrylpaste wie Narben, Spuren oder Verdichtungen des Erlebten wirken. Dadurch entsteht der Eindruck, dass diese Blüte nicht einfach gewachsen ist, sondern dass sie etwas erfahren hat. Sie trägt Erinnerung in sich. Vielleicht sogar Schmerz, Reifung und Heilung.

Besonders spannend ist der Kontrast zum Hintergrund. Die dunklen, fast grafischen Linien wirken wie ein chaotisches Geflecht aus Gedanken, Stimmen oder den Strukturen der äußeren Welt. Gegen dieses Geflecht behauptet sich die Iris mit erstaunlicher Präsenz. Sie leuchtet nicht trotz der Dunkelheit, sie leuchtet aus ihr heraus. Genau darin liegt die emotionale Kraft des Bildes: Das Innere bleibt unzerstörbar, selbst wenn die Welt darum herum unruhig wird.

„Im Herzen der Iris“ erzählt deshalb auch von Verletzlichkeit als Stärke. Die geöffnete Blüte zeigt sich nicht defensiv, sondern mutig. Sie verbirgt ihr Inneres nicht. Das Bild erinnert daran, dass wahre Schönheit dort entsteht, wo ein Wesen bereit ist, sichtbar zu werden, mit all seinen Farben, Brüchen und seiner Tiefe. Es ist eine poetische Meditation über das Öffnen des Herzens, über innere Wahrhaftigkeit und über das stille Leuchten, das jeder Mensch in sich trägt.

Dieses Werk wirkt nicht laut. Es wirkt nach. Wie ein Duft, der im Raum bleibt. Wie ein Gedanke, der sich langsam entfaltet. Oder wie eine Erinnerung daran, dass im Zentrum unseres Wesens vielleicht etwas wohnt, das niemals dunkel werden kann: ein stilles, goldenes Licht im Herzen der Iris.

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Kalenderblatt
9. Mai

Wächter der Meere

Das Kalenderblatt zum 9. Mai
“Wächter der Meere”
“Guardians of the Seas”
“Guardianes de los Mares”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Es war einmal, weit hinter den bekannten Küsten, dort, wo das Meer mit dem Himmel flüsterte und die Nächte in violettem Licht leuchteten, eine Insel ohne Namen. Niemand wagte sich dorthin, denn man erzählte sich, dass dort ein uralter Wächter lebte, größer als ein Mensch, älter als jede Erinnerung und schweigsamer als die Tiefsee selbst. Die Fischer nannten ihn nur den „Wächter der Meere“.

In mondhellen Nächten konnte man seine Gestalt auf den Klippen erkennen. Er stand regungslos gegen den Wind gebeugt, als lausche er den Stimmen der Wellen. Sein Körper schien aus Felsen, Nebel und vergessenen Geschichten geformt zu sein. Unter dem großen goldenen Mond hob er manchmal langsam die Arme, und dann begannen die Wasser zu leuchten wie flüssiges Blau aus einer anderen Welt.

Die Menschen glaubten, er bewache verborgene Schätze. Doch die Alten wussten mehr. Sie erzählten, dass der Wächter nicht das Gold der Könige schützte, sondern etwas viel Wertvolleres: die Träume der Seeleute, die Hoffnung der Verirrten und die Erinnerung an all jene, die das Meer verschlungen hatte.

Eines Winters geriet ein kleines Boot in einen gewaltigen Sturm. Schwarze Wolken verschlangen den Himmel, und die Wellen wurden so hoch wie Türme. Der junge Fischer Elias glaubte bereits, sein letztes Gebet gesprochen zu haben. Doch plötzlich erschien zwischen Regen und Gischt ein violettes Licht. Dort, auf den Felsen der namenlosen Insel, stand die riesenhafte Gestalt des Wächters. Der goldene Mond hinter ihm leuchtete wie ein uraltes Siegel am Himmel.

Langsam hob der Wächter seine Hand. Augenblicklich beruhigten sich die tobenden Wasser. Die Wellen teilten sich wie ein atmender Pfad aus blauem Licht. Elias folgte diesem geheimnisvollen Strom, bis sein Boot sicher in eine stille Bucht glitt. Als er sich umdrehte, war der Wächter verschwunden. Nur der Mond hing noch groß und schweigend über dem Meer.

Viele Jahre später wurde Elias selbst ein alter Mann. Oft saß er am Hafen und erzählte den Kindern seine Geschichte. Manche glaubten ihm, andere lachten darüber. Doch wenn der Wind nachts salzig durch die Gassen zog und der Mond golden über den Wellen stand, blickten selbst die Zweifler hinaus aufs Meer, in der Hoffnung, für einen einzigen Augenblick die dunkle Gestalt des uralten Hüters zu erkennen.

Denn irgendwo zwischen den Welten wacht er noch immer. Der Wächter der Meere. Hüter der verlorenen Wege, Beschützer der Hoffnung und schweigender Freund aller, die sich im Sturm des Lebens verirrt haben.

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