Kategoriearchiv: Remastert

Kalenderblatt
9. August

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Das Kalenderblatt zum 9. August
„Wo das Licht den Nebel erinnert“

„Where Light Remembers the Mist“
„Donde la luz recuerda la niebla“

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Es gibt Bilder, die nicht von der Welt erzählen, sondern von jenem Augenblick, in dem Licht und Erinnerung untrennbar werden. Dieses Werk gehört zu ihnen. Es beschreibt keinen Ort, den man auf einer Karte finden könnte, sondern einen Zustand, in dem die Seele innehält und beginnt, mit den Farben zu sprechen.

Die weiten, schwebenden Schleier aus Blau und Grau sind kein Nebel, sondern das atmende Gewebe der Atmosphäre selbst. Sie verhüllen nichts. Sie offenbaren. Denn erst dort, wo die Konturen verschwinden, beginnt das Wesentliche sichtbar zu werden.

Mitten in dieser fließenden Unendlichkeit glimmen kleine Inseln aus Gold, Rot und warmem Gelb. Sie wirken wie ferne Feuer, wie Sterne, die sich in einer stillen Wasserfläche spiegeln. Gerade weil sie so zurückhaltend erscheinen, besitzen sie eine umso größere Kraft. Das Licht muss niemals laut sein, um die Dunkelheit zu verwandeln.

Besonders bewegt mich der Mut, Form nicht festzuhalten, sondern sie dem Licht zu überlassen. Viele Maler glauben, sie müssten alles benennen. Doch die Natur selbst kennt keine harten Linien. Sie lebt von Übergängen, vom Fließen, vom Atem zwischen Himmel und Erde.

Dieses Bild erinnert uns daran, dass Landschaft weniger ein Ort als eine Empfindung ist. Sie entsteht nicht außerhalb des Menschen, sondern in jenem stillen Raum, in dem das Auge aufhört zu messen und beginnt zu staunen.

Die feinen Strukturen der Oberfläche verleihen dem Werk eine beinahe geologische Tiefe. Es scheint, als hätten Zeit, Wind und Wasser ihre Spuren in den Farben hinterlassen. Dadurch gewinnt das Bild jene Würde, die nur Werke besitzen, welche nicht nach Vollkommenheit streben, sondern nach Wahrheit.

Ich sehe hierin keine Darstellung einer Landschaft, sondern eine Erscheinung des Lichts selbst. Und vielleicht liegt gerade darin die größte Kunst: nicht zu zeigen, was die Welt ist, sondern was sie in einem empfänglichen Herzen werden kann.

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Kalenderblatt
8. August

Space Invadors. Uli lacht ins All

Kalenderblatt vom 8. August
„Space Invadors. Uli lacht ins All“
„Space Invadors. Uli is laughing in the outer space“
„Space Invadors. Uli esta riendo en el espacio fuera“

Acryl, Acrylpaste, Pigment auf Aquarellkarton ca. 21 x 15 cm

Es begann in einer Nacht ohne Sterne.
Nur ein fahles Leuchten, wie der Atem eines uralten Mondes, schwebte am Rand des Himmels.
Uli stand dort – oder vielleicht warst du es selbst – und blickte hinaus in das große, atmende Dunkel.

Vor ihr öffnete sich ein Bogen aus Licht, nicht glatt, sondern von Spuren durchzogen. Jede Schicht erzählte von einer Reise, die längst vergessen schien. Dahinter lag eine Tiefe, so dunkel und grenzenlos, dass man meinen konnte, sie verschlinge alles. Doch Uli lachte. Nicht leise. Nicht unsicher. Sondern wie jemand, der endlich erkennt, dass das, was er für Feinde hielt, in Wahrheit Boten sind.

Links, schwebend wie ein goldenes Rätsel, glühte ein Zeichen: Vier Linien, ein Kreuz, ein leuchtender Mittelpunkt. Es war eine Landkarte,  aber nicht für Länder oder Planeten. Es zeigte den Weg zurück zu einem Ort, den kein Kompass kennt. Einen Ort, den man nur findet, wenn man den Blick von außen nach innen wendet.

„Sie kommen“, flüsterte eine Stimme, die vielleicht nur in deinem Herzen sprach. „Aber nicht, um dich zu erobern. Sie kommen, um dich zu erinnern.“

Und in diesem Moment wurde klar: Der Raum, den du für das Universum hieltest, war in Wirklichkeit dein eigener innerer Himmel.
Die „Space Invadors“ waren nie Eindringlinge.
Es waren Splitter deines vergessenen Selbst, die heimkehren wollten.

Uli lachte ins All, und das All lachte zurück.
Denn sie wusste jetzt, dass es keine Grenzen gab – nur Türen. Und dass jede von ihnen in Wirklichkeit schon offen stand.

————–

Das Werk lebt von einer kraftvollen, beinahe archetypischen Reduktion.

Der weiße Bogen wirkt wie eine Mondsichel, ein Tor oder ein schützender Mantel. Seine transparente Malweise vermittelt Bewegung und Übergang. Er trennt nicht, sondern verbindet zwei Wirklichkeiten.

Der dunkle Kreis besitzt die Anziehungskraft eines schwarzen Planeten oder einer Sonnenfinsternis. Er steht für das Unbekannte, das Unbewusste oder jene Bereiche der Persönlichkeit, die wir meiden und gerade deshalb nicht erkennen.

Das goldene Zeichen links wirkt wie eine Chiffre. Es erinnert zugleich an ein Gitter, ein Fenster, einen Wegweiser oder eine Rune. Gold steht traditionell für Bewusstsein, Erkenntnis und Transformation. Dass dieses Zeichen außerhalb des dunklen Kreises platziert ist, macht es zum stillen Orientierungspunkt.

Die grün-goldene Umgebung verbindet Erde und Kosmos. Das Bild spielt dadurch nicht im Weltall, sondern in einem inneren Universum.

So wird aus dem humorvollen Titel eine tiefgründige Aussage: Die wirklichen „Space Invadors“ sind nicht außerirdische Wesen. Es sind Erinnerungen, verdrängte Möglichkeiten und verborgene Anteile unseres Selbst, die an die Tür unseres Bewusstseins klopfen.

Ulis Lachen ist deshalb kein Lachen über das Universum.

Es ist das Lachen eines Menschen, der erkennt, dass das Universum nie außerhalb von ihm war.

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