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Kalenderblatt
6. Mai

Die Sonne scheint in der Toskana sehr heiß trotz einer kühlen Brise vom Meer

Das Kalenderblatt zum 6. Mai
“Die Sonne scheint in der Toskana sehr heiß trotz einer kühlen Brise vom Meer ”
“The sun shines very hot  in Tuscany in spite of a fresh breeze from the sea”
“El sol brilla con mucho calor en la Toscana no obstante una brisa fresca marera”

Aquarell auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Die Hitze kam nicht plötzlich. Sie war schon da, als der Tag noch nicht einmal richtig begonnen hatte. Sie lag wie ein unsichtbarer Schleier über den Hügeln der Toskana, kroch in die Farben der Felder und ließ selbst das zarte Grün der Olivenbäume flirren. Und doch, aus der Ferne, vom Meer her, zog eine kühle Brise, leise, fast zärtlich, als wolle sie dem Land zuflüstern: Halte durch.

Giulia stand am Rand des Hügels und blickte hinauf zur Sonne. Sie war heute anders. Groß. Glühend. Fast lebendig. Kein ferner Stern, sondern ein Wesen, das näher gekommen war, als es sollte. „Du bist zu nah“, murmelte sie, doch ihre Stimme ging im warmen Wind unter.

Seit Tagen fühlte sie es. Etwas hatte sich verschoben. Die Luft war dichter, die Farben intensiver, die Gedanken klarer  und zugleich schwerer. Als hätte die Sonne begonnen, nicht nur die Erde, sondern auch die Menschen zu durchleuchten.

Sie schloss die Augen. Der Wind strich über ihre Haut, kühlte sie, widersprach der Hitze, brachte Erinnerungen mit sich. Salz. Wasser. Weite. Und plötzlich wusste sie: Diese Brise kam nicht einfach vom Meer. Sie trug etwas in sich. Eine Botschaft. Eine Erinnerung an Balance.

Als sie die Augen wieder öffnete, schien die Landschaft sich zu bewegen. Die Hügel atmeten. Die Farben flossen ineinander wie Gedanken, die sich nicht mehr trennen ließen. Und mitten darin die Sonne, nicht mehr bedrohlich, sondern fordernd.

„Du willst etwas“, sagte Giulia leise.

Die Antwort kam nicht in Worten, sondern in einem Gefühl, das sich in ihr ausbreitete: Loslassen. Vertrauen. Sich dem Leben aussetzen, so wie das Land sich der Sonne aussetzt.

Sie hatte so lange versucht, alles im Gleichgewicht zu halten. Die Hitze zu kontrollieren. Die Kühle festzuhalten. Doch hier, an diesem Morgen, begriff sie: Das Leben besteht nicht aus Ausgleich, sondern aus Spannung. Aus dem Zusammenspiel von Glut und Wind, von Brennen und Atmen.

Ein Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. Die Sonne war noch immer heiß. Die Brise noch immer kühl. Aber etwas in ihr hatte sich verändert.

Sie trat einen Schritt nach vorne, hinein in die flirrende Landschaft, und ließ beides zu. Die Hitze, die sie forderte. Und den Wind, der sie trug.

Und in diesem Moment wurde die Toskana nicht nur ein Ort, sondern ein Zustand. Ein Versprechen.

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Kalenderblatt
6. Mai

Morgen über Byzanz

Das Kalenderblatt zum 6. Mai
“Morgen über Byzanz”
“Morning over Byzantium”

“Mañana sobre Bizancio”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Bild wirkt wie ein Tor in eine Zeit, die zugleich vergangen und gegenwärtig ist, ein flammender Horizont, der nicht nur den Morgen ankündigt, sondern eine Wiedergeburt aus der Tiefe der Geschichte. Das intensive Orange ist kein bloßes Licht, es ist ein glühendes Erinnerungsfeld, das an die spirituelle und kulturelle Aufladung von Byzanz erinnert, an eine Welt zwischen Macht, Mystik und Transzendenz.

Im Vordergrund erhebt sich eine strukturreiche, fast eruptive Landschaft, die wie ein verdichtetes Fragment von Erde und Erfahrung erscheint. Die pastosen Schichten, die Spuren von Bewegung, die eingebetteten Farben, all das spricht von Verdichtung, Reibung und Transformation. Diese Erde ist nicht ruhig, sie ist ein Speicher von Ereignissen, ein Resonanzkörper für das, was war und was noch kommen will.

Darüber schwebt der dunkle, gebogene Körper, eine Mondsichel, die sich dem Betrachter nicht eindeutig erschließt. Ist sie ein Symbol für den Übergang? Für das zyklische Werden und Vergehen? Oder ist sie ein Fragment einer anderen Realität, das sich in diese Szene hineingeschoben hat? Gerade diese Ambivalenz macht ihre Kraft aus: Sie wirkt wie ein Zeichen aus einer verborgenen Ordnung, ein kosmischer Akzent, der das Irdische mit dem Übergeordneten verbindet.

Die vertikale Linie links setzt einen subtilen Kontrapunkt, sie wirkt wie ein Relikt menschlicher Präsenz, vielleicht eine Säule, vielleicht ein Fragment von Architektur, vielleicht ein Hinweis auf das Kulturelle im Dialog mit dem Naturhaften. Sie steht still, während alles andere in Bewegung scheint, ein stiller Zeuge im Strom der Zeit.

„Morgen über Byzanz“ ist damit weit mehr als eine Landschaft: Es ist eine innere Topografie, ein Bild über das Erwachen nach der Nacht, über das Auftauchen von Bedeutung aus dem Ungeklärten. Es erzählt von einem Moment, in dem sich Geschichte, Mythos und persönliche Wahrnehmung überlagern  und genau in diesem Überlagerungspunkt entsteht jene Spannung, die den Betrachter nicht loslässt.

Dieses Werk fordert nicht, es zieht hinein. Es ist kein Blick auf Byzanz, es ist ein Erleben von Byzanz als Zustand des Bewusstseins.

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