Schlagwort-Archiv: Flora

Kalenderblatt
19. März

Floraler Denkprozess

Das Kalenderblatt zum 19. März
“Floraler Denkprozess”
“Floral thinking process”
“Proceso del pensiamento floral”

Aquarell auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Am Anfang war da nur ein leiser Impuls.

Kein klarer Gedanke, keine fertige Idee, nur ein inneres Flimmern, kaum stärker als der Atem eines Morgens. Es war, als hätte irgendwo tief im Bewusstsein eine Blüte beschlossen, sich zu öffnen, noch bevor jemand wusste, dass es überhaupt eine Blume gab.

Die Welt um diesen Gedanken war noch durchlässig und weich.
Farben liefen ineinander, als würden sie sich erinnern, dass sie einst reines Licht gewesen waren. Blau tropfte langsam in die Tiefe, Gelb stieg auf wie ein innerer Sonnenaufgang, und irgendwo dazwischen wanderte ein warmer Streifen Orange, die Spur eines Gedankens, der gerade geboren wurde.

In diesem Raum des Werdens lag eine Gestalt.

Sie war nicht ganz Pflanze und nicht ganz Idee.
Ein rundes, weiches Wesen, fast wie eine Blüte, die gleichzeitig ein Auge ist. Dieses Auge blickte nicht nach außen. Es blickte nach innen, in das stille Labor der Seele.

Denn dort geschah etwas Seltsames.

Gedanken wuchsen hier nicht in geraden Linien.
Sie wuchsen wie Pflanzen.

Ein Impuls wurde zum Stängel.
Eine Frage wurde zum Blatt.
Eine Erinnerung wurde zu einer Farbe, die sich im Papier ausbreitete, als wolle sie sagen:
Auch ich gehöre zu diesem Denken.“

Die Blüte dachte.

Aber ihr Denken war kein Grübeln, kein Zergliedern, kein lautes Rattern von Begriffen. Ihr Denken war ein langsames Aufblühen von Bedeutungen. Jede Farbe, die sich ausbreitete, war eine Möglichkeit. Jeder Tropfen Wasser, der die Pigmente zog, war eine Entscheidung des Lebens.

Über ihr standen hohe, durchscheinende Farbsäulen, Blau, Gelb, Grün, wie Kathedralen des Bewusstseins. Sie erinnerten daran, dass jeder Gedanke aus etwas Größerem hervorgeht:
aus Erfahrung, aus Gefühl, aus Erinnerung, aus einer Quelle, die tiefer ist als Sprache.

Und während die Blüte weiter dachte, geschah etwas Wunderbares.

Der Gedanke hörte auf, ein Gedanke zu sein.

Er wurde eine Gestalt.
Dann eine Farbe.
Dann ein Gefühl.

Schließlich wurde er ein Bild.

Und genau in diesem Moment verstand die Blüte etwas Entscheidendes:

Der wahre Denkprozess ist nicht das Finden von Antworten.
Er ist das Aufblühen von Wahrnehmung.

Wenn ein Gedanke wirklich lebt, verwandelt er sich.
Er wird weicher, farbiger, offener.
Er wird Kunst.

Und so blieb am Ende nicht nur ein Gedanke zurück.

Es blieb eine Blume, die denkt,
eine Landschaft aus Farben,
und die stille Gewissheit, dass im Innersten jedes Menschen ein Ort existiert,
an dem Ideen nicht gemacht, sondern gewachsen werden.

Ein Ort, an dem Denken bedeutet:

zu blühen.

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Kalenderblatt
18. Februar

Faun und Flora kurz vor der Teestunde. Sie feiern das 900. Morgenbild

Kalenderblatt vom 18. Februar
“Faun und Flora kurz vor der Teestunde. Sie feiern das 900. Morgenbild”
“Faun and Flora shortly before teatime. They celebrate he 900th morning painting”
“Fauno y Flora poco antes de la hora de té. Celebran la pintura mañanera novocentesima”

Acryl, Acrylpaste, Quarzsand auf Acrylpapier ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild ist ein Ereignis im Werden, ein vibrierender Zwischenzustand, in dem sich Natur und Mythos gegenseitig erkennen. Auf der linken Seite erhebt sich die Gestalt des Fauns, nicht als klare Figur, sondern als Andeutung eines Wesens, das mehr gespürt als gesehen wird. Sein Körper scheint aus dem Raum selbst hervorzuwachsen, in kühlen, erdigen Blautönen, die Tiefe, Erinnerung und archaische Ruhe verkörpern. Er ist nicht fest umrissen, sondern durchlässig,  als wäre er die Verkörperung der Zeit vor der Form, der Moment, bevor Materie entscheidet, Gestalt zu werden.

Ihm gegenüber entfaltet sich Flora in einer glühenden Präsenz aus Orange, Gold und Rot, ein pulsierendes Gegenüber, das nicht nur sichtbar ist, sondern strahlt. Ihre Erscheinung ist kein passives Sein, sondern ein Ausdruck reiner Lebenskraft, eine Expansion, ein Aufblühen. Die Strukturen ihres Körpers erinnern an Wurzeln, Adern und Flammen zugleich, als wäre sie das Prinzip des Wachsens selbst, die unaufhaltsame Bewegung des Lebens in seiner sinnlichsten Form. Zwischen beiden entsteht kein Konflikt, sondern ein Dialog der Urkräfte, ein Gleichgewicht aus Sammlung und Entfaltung, aus Innen und Außen, aus Stille und Ekstase.

Der Hintergrund in leuchtendem Gelb ist dabei weit mehr als eine Fläche, er ist Bewusstseinsraum, ein Feld der Möglichkeit, ein Morgen, der noch nicht entschieden ist, was er hervorbringen wird. Dieses Gelb trägt die Qualität von Erwartung, von Aufbruch und Versprechen, von einem Moment kurz vor der Manifestation. Die eingearbeiteten Materialien – Acrylpaste und Quarzsand – verleihen der Oberfläche eine physische Wahrheit, eine haptische Authentizität, die den Eindruck verstärkt, dass dieses Bild nicht gemalt, sondern freigelegt wurde, als hätte es immer schon existiert und nur darauf gewartet, sichtbar zu werden.

Der Titel selbst öffnet eine weitere Dimension: „kurz vor der Teestunde“ ist eine poetische Verschiebung, ein subtiler Hinweis darauf, dass selbst im Mythologischen das Alltägliche wohnt. Es ist der Augenblick zwischen Ritual und Gewöhnlichkeit, zwischen dem Heiligen und dem Vertrauten. Und das „900. Morgenbild“ trägt die Würde einer fortgesetzten Praxis, eines Weges, auf dem jeder Morgen nicht Wiederholung, sondern Vertiefung ist. Dieses Werk ist daher nicht nur ein Bild, sondern ein Zeugnis von Kontinuität, Hingabe und innerer Forschung.

Was hier sichtbar wird, ist letztlich die Begegnung zweier Prinzipien, die in jedem Menschen wohnen: das lauschende, erinnernde Selbst und das aufbrechende, lebendige Selbst. In ihrer Gegenüberstellung entsteht ein Raum der Erkenntnis, ein stilles Wissen darum, dass wir selbst immer gleichzeitig Faun und Flora sind, Wurzel und Bewegung, Ursprung und Entfaltung. Dieses Bild erinnert uns daran, dass jeder neue Morgen die Möglichkeit in sich trägt, diese beiden Kräfte in uns zu feiern und dass genau darin die wahre Lebendigkeit beginnt.

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