Schlagwort-Archiv: Nebel

Kalenderblatt
17. November

Im Nebel der Ewigkeit sehend werden

Kalenderblatt vom 17. November
“Im Nebel der Ewigkeit sehend werden”
“Begin to see in the fog of enternity”
“Llegar a ser viendo en la niebla de la eternidad”

Acryl, Acrylpaste auf Papier ca. 15 x 21 cm

In diesem Bild entfaltet sich ein Zustand, der zwischen Sichtbarkeit und Geheimnis schwebt,  ein feiner Schleier, der nicht trennt, sondern verbindet. Die weichen, geschwungenen Bewegungen wirken wie Spuren einer unsichtbaren Hand, die durch den Nebel streicht und dabei eine stille Offenbarung freilegt. Der farbige Hauch von Ocker, Blau und zartem Rot glimmt wie ein inneres Licht, das sich seinen Weg durch die Schichten des Ungewissen bahnt.

„Im Nebel der Ewigkeit sehend werden“ erzählt von jenem Moment, in dem Wahrnehmung weniger durch das Auge entsteht, sondern vielmehr aus einem inneren Erwachen heraus. Der Nebel wird hier nicht als Verwirrung verstanden, sondern als Schwelle, ein Übergang zwischen Welt und Ursprung, zwischen äußeren Eindrücken und innerem Wissen. Die verwischten Linien erinnern an Erinnerungen, die sich gerade neu ordnen, während die transparenten Lasuren eine Tiefe andeuten, die weit über die sichtbare Oberfläche hinausreicht.

Dieses Werk lädt dazu ein, das Ungefähre nicht zu fürchten, sondern als Raum der Offenbarung zu erkennen. Es ist ein Bild des leisen Durchbruchs, des langsamen Klarwerdens, des Zartwerdens im Angesicht der Ewigkeit. Wer sich darauf einlässt, spürt, wie die eigene Wahrnehmung sich ausdehnt, nicht trotz des Nebels, sondern gerade durch ihn hindurch.

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Kalenderblatt
1. Oktober

Die Kälte der nebeligen Stadt am Morgen

Kalenderblatt zum 1. Oktober
“Die Kälte der nebeligen Stadt am Morgen”

“The coldness of the foggy city in the morning”
“La frialdad de la ciudad nebulosa de la mañana”

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Das Bild  entfaltet auf den ersten Blick eine stille, fast gefrorene Atmosphäre, die den Betrachter unweigerlich in ihren Bann zieht. Die dominante Mischung aus tiefem Blau und strahlendem Gelb ist nicht nur ein Farbkontrast, sondern ein Dialog zwischen Dunkelheit und Licht, zwischen Stille und Aufbruch. Es ist, als würde man durch einen nebligen Morgen schlendern, während die Sonne sich mühsam ihren Weg durch die kalte Feuchtigkeit bahnt.

Es entstehen Emotionen von Melancholie und Hoffnung zugleich, ein Zwiespalt, den wir alle kennen: das Zögern am Anfang eines neuen Tages, der uns mit seinen Herausforderungen erwartet, aber auch mit der Chance auf Neubeginn. Die blauen Flächen wirken wie kalte Hausfassaden im Nebel, still, anonym, beinahe erdrückend. Doch das leuchtende Gelb bricht kraftvoll hinein, wie ein Symbol der Lebendigkeit, als sei hinter den grauen Mauern ein  Versprechen verborgen.

Das Bild erzählt eine urbane Geschichte: von einer Stadt, die im Schlaf noch schweigt, während sich in den Straßen bereits erste Bewegungen andeuten. Man spürt die Kälte des Steins, die feuchte Luft, und zugleich den warmen Funken, der jeden Morgen neu entfacht wird. Es ist ein Bild für den Moment des Dazwischen, zwischen Nacht und Tag, Rückzug und Aufbruch, Erstarrung und Lebendigkeit.

Doch die Deutung reicht tiefer. Spirituell gesehen könnte es für die ewige Spannung zwischen Schatten und Licht stehen, das Ringen der Seele um Klarheit. Emotional öffnet es Räume für Fragen: Wo in meinem Leben halte ich noch am Nebel fest? Wo bricht bereits das Licht durch? Und sozial oder politisch betrachtet, lässt sich die Kälte als Symbol für Entfremdung in der modernen Stadt lesen, während das Gelb die Hoffnung auf Wärme, Gemeinschaft und Wandel repräsentiert.

Die Stimmung passt perfekt zur Intention des Titels: ein Bild, das Kühle und Distanz vermittelt, aber zugleich die Sehnsucht nach Licht in sich trägt. Es stellt dem Betrachter keine fertige Antwort bereit, sondern eine Einladung, innezuhalten und sich selbst in dieser morgendlichen Schwelle wiederzufinden.

Dieses Werk ist mehr als Acryl auf Papier, es ist ein visuelles Gedicht, das uns mitten ins Herz trifft. Es ist ein Spiegel unserer inneren Landschaften, ein Kunstwerk, das unsere Fragen nicht beantwortet, sondern sie auf eine Ebene hebt, in der sie uns weitertragen. Wer es besitzt, holt sich nicht nur ein Bild nach Hause, sondern einen täglichen Begleiter, der Mut macht, auch im Nebel das Licht zu suchen.

Ein Sammlerstück für alle, die sich nach Tiefe sehnen und die Schönheit im Übergang erkennen können.


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