Schlagwortarchiv: Aquarius

Kalenderblatt
20. Oktober

Konservative Kräfte unterdrücken erneuernde Impulse des Aquarius

Kalenderblatt vom 20. Oktober
„Konservative Kräfte unterdrücken erneuernde Impulse des Aquarius“
„Conservatives forces burke rebirthing impulses of Aquarius“
„Fuerzas conservativas suprimen impulsos renovadoros de Acuario“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Etwas ist in Bewegung geraten. Tief unter der sichtbaren Oberfläche scheint eine Kraft zu wirken, die sich ihren Weg nach außen bahnt.

Schwarz und Gelb begegnen sich in einem wilden Geflecht aus Farbschichten, Linien, Rissen und Spuren. Das Schwarz verdichtet sich zu geheimnisvollen Tiefen, während das Gelb hervorbricht, sich ausbreitet, verschwindet und an anderer Stelle erneut aufleuchtet.

Nichts ist eindeutig. Nichts bleibt unberührt.

Die Farben stehen einander nicht einfach als Gegensätze gegenüber. Sie bedrängen und durchdringen sich, scheinen miteinander zu ringen und zugleich aufeinander angewiesen zu sein. Das Gelb trägt etwas Glühendes, beinahe Verletzendes in sich. Das Schwarz hingegen ist nicht nur Finsternis, sondern auch Tiefe, Schutz und verborgene Möglichkeit.

In dieser Spannung entfaltet sich eine eigentümliche Lebendigkeit.

Die aufgerissenen Strukturen erinnern an eine Landschaft im Umbruch, an Erdschichten, die sich verschieben, an Kräfte, die lange im Verborgenen gewirkt haben und nun sichtbar werden. Doch ebenso könnte sich hier eine innere Landschaft offenbaren: ein Zustand zwischen Widerstand und Hingabe, zwischen dem Festhalten am Vertrauten und der Ahnung von etwas Unbekanntem.

Das Bild erzählt keine abgeschlossene Geschichte. Es zeigt keinen eindeutigen Sieg des Lichts über die Dunkelheit und keine Erlösung von allem Schweren.

Vielmehr hält es jenen spannungsvollen Augenblick fest, in dem sich etwas verwandelt, ohne dass bereits erkennbar wäre, wohin diese Verwandlung führt.

Vielleicht liegt gerade darin seine Nähe zum menschlichen Erleben. Auch in uns wirken Kräfte, die einander widersprechen und dennoch zusammengehören. Was wir überwinden möchten, ist nicht selten Teil dessen, was uns trägt. Und was uns zunächst bedroht, kann zum Ausgangspunkt einer neuen Erfahrung werden.

So erscheint die Dunkelheit nicht länger als bloßer Gegensatz zum Licht. Beide werden zu Ausdrucksformen eines einzigen, unaufhörlichen Geschehens.

Die Malerei lässt uns an diesem Geschehen teilhaben, ohne es erklären oder auflösen zu wollen.

Sie fordert keine Entscheidung zwischen Hell und Dunkel, zwischen Zerstörung und Entstehung. Sie lässt die Gegensätze bestehen und eröffnet gerade dadurch einen Raum, in dem etwas Unerwartetes sichtbar werden kann.

Denn vielleicht beginnt das Neue nicht dort, wo die Dunkelheit endet, sondern dort, wo Licht und Dunkelheit aufhören, Feinde zu sein.

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Kalenderblatt
25. Juli

Aquarius macht eine Rolle vorwärts und erschüttert alle Kristallisationen

Kalenderblatt vom 25. Juli
„Aquarius macht eine  Rolle vorwärts und erschüttert alle Kristallisationen“
„Aquarius does a somersault forward  and rocks all the crystallisations“
„El Acuario hace una voltereta adelante y convulsiona todos las cristalizatiónes“

Acryl, Acrylpast, Quarzsand, Glitter auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Dieses Bild wirkt wie eine Explosion des Werdens. Es verweigert sich jeder ruhigen Balance und entscheidet sich stattdessen für Bewegung. Eine mutige Entscheidung. Stillstand wird schließlich überschätzt. Sogar Gestein braucht ein paar Millionen Jahre, um einzusehen, dass es irgendwann doch zu Sand wird.

„Aquarius macht eine Rolle vorwärts und erschüttert alle Kristallisationen“ erzählt von einem Moment, in dem Entwicklung nicht mehr als sanfter Übergang geschieht, sondern als radikaler Impuls. Die mächtige blaue Bogenform wirkt wie eine kosmische Welle oder der Schwung einer Figur, die sich mit voller Kraft in die Zukunft rollt. Sie umfasst das Geschehen, schützt es nicht, sondern setzt es in Bewegung.

Im Zentrum breitet sich ein goldgelbes Feld aus. Durch den Quarzsand erhält es eine fast mineralische Präsenz. Es erinnert an eine Landschaft, die gleichzeitig zerbricht und neu entsteht. Gold erscheint hier nicht als fertige Vollkommenheit, sondern als Substanz der Verwandlung, die erst durch Reibung sichtbar wird. Das darüber hinwegfegende Rot besitzt eine eruptive Energie. Es ist weder Zerstörung noch Aggression, sondern die Farbe einer Kraft, die alles Erstarrte aufbricht und wieder in den Fluss bringt.

Besonders faszinierend ist der kleine schwarze Punkt im goldenen Zentrum. Er wirkt wie ein Singularitätspunkt, ein unauflösbarer Kern, aus dem die gesamte Bewegung hervorgeht. Während ringsum alles in Rotation gerät, bleibt dieser Punkt bestehen. Er erinnert daran, dass wahre Transformation nicht das Auslöschen des Wesentlichen bedeutet, sondern dessen Freilegung.

Der rote Kreis links oben steht scheinbar außerhalb des Geschehens. Gerade dadurch gewinnt er Bedeutung. Er könnte als Zeuge, als fernes Gestirn oder als Ursprung des Impulses gelesen werden. Er beobachtet die Verwandlung, ohne in sie einzugreifen. Manche Kräfte wirken eben am stärksten, indem sie einfach da sind. Menschen versuchen dafür gewöhnlich drei Meetings und eine PowerPoint.

Der Bildtitel ist dabei entscheidend. Die Rolle vorwärts ist kein Sprung ins Unbekannte, sondern eine Bewegung, bei der der Körper für einen Augenblick alle gewohnten Orientierungen verliert, um anschließend auf einer neuen Ebene wieder aufzustehen. Aquarius wird so zum Symbol eines Bewusstseins, das bereit ist, alte Denkformen, Gewohnheiten und geistige Kristallisationen zu erschüttern. Nicht aus Zerstörungslust, sondern weil Leben dort beginnt, wo Erstarrung endet.

In seiner Gesamtheit vermittelt das Werk die Erfahrung eines kosmischen Wandlungsprozesses. Nichts bleibt an seinem Platz, und genau darin liegt seine Hoffnung. Das Bild behauptet, dass Entwicklung nicht linear verläuft. Sie rollt, überschlägt sich, wirbelt Farben, Materie und Bedeutung durcheinander, bis aus der scheinbaren Unordnung eine neue Ordnung hervorgeht. Aquarius erscheint damit nicht als Wasserträger, sondern als Träger der Bewegung, der alles Starre in den Strom des Werdens zurückführt.

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