
Das Kalenderblatt zum 5. Dezember
“Die Wahrheit stirbt in einsamer Nacht”
“Truth Dies in a Lonely Night”
“La verdad muere en una noche solitaria”
In diesem Bild entfaltet sich eine Atmosphäre, die zugleich archaisch, rätselhaft und fatal schön wirkt, als würde man in einen Moment hineinsehen, in dem sich die Welt für einen Atemzug nicht sicher ist, ob sie leben oder vergehen will. Die tiefen Blau- und Nachtstrukturen bilden ein vibrierendes Feld, ein unruhiges Seelengewebe, über dem sich eine einzelne, fast verletzlich wirkende Lichtspur erhebt. Dieses Licht scheint nicht zu leuchten, um zu retten, sondern um etwas aufzudecken: eine Wahrheit, die so alt und so roh ist, dass sie sich nur im Schatten zeigen kann. Die warmen, eruptiven Farbtöne im oberen Bereich – Rot, Ocker, Gold – wirken wie ein Echo von Gefahr, wie der Abdruck einer Handlung, die schon geschah oder noch geschehen wird. Es ist, als bliebe ein Rest von Hitze in der Luft hängen, ein mörderischer Impuls, der noch nachhallt.
Die glitzernden Partikel wiederum wirken wie gefrorene Funken, Spuren einer Energie, die abrupt gestoppt wurde, als hätte die Nacht selbst eingegriffen. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Schönheit und Bedrohung, zwischen Offenbarung und Verschweigen. Das Bild ruft ein Gefühl hervor, als sei man Zeuge eines letzten Augenblicks, in dem sich die Wahrheit in die Tiefe zurückzieht, unfähig, dem Gewicht der Dunkelheit standzuhalten. Zugleich lässt das Werk Raum für die leise Hoffnung, dass jedes Verschwinden auch eine Spur hinterlässt. Es ist ein Bild, das nicht erklärt werden will, sondern das den Betrachter zwingt, sich zu fragen, was in jener Nacht wirklich geschehen ist und warum die Stille so laut bleibt.
——————
Du kannst dieses Original kaufen:
https://www.juanlobo.info/widerrufsbelehrung/).
——————
