Schlagwort-Archiv: Welt

Kalenderblatt
26. März

Wieviel Licht verträgt die Welt?

Das Kalenderblatt zum 26. März
“Wieviel Licht verträgt die Welt?”
“How much light bears the world?
“¿Quanto luz soporta el mundo?”

Pastellkreide und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Dieses Bild  es ist ein Spannungsfeld zwischen Überfluss und Grenze, zwischen Leuchten und Überforderung. Die glühende, fast übermächtige Sonnenscheibe drängt sich ins Sichtfeld wie eine Kraft, die nicht nur wärmt, sondern fordert. Hier geht es nicht um Licht als Idylle, sondern um Licht als Zumutung.

Die obere Bildhälfte brennt förmlich. Das Orange wirkt nicht sanft, sondern intensiv, beinahe aggressiv, ein Licht, das nicht fragt, sondern sich durchsetzt. Es scheint die darunterliegenden Schichten zu dominieren, sie zu überstrahlen, vielleicht sogar zu verdrängen. Und genau darin liegt die zentrale Frage dieses Werkes: Wie viel Helligkeit, wie viel Wahrheit, wie viel Bewusstsein kann die Welt – oder der Mensch – überhaupt ertragen?

Darunter entfaltet sich eine ganz andere Dynamik. Erdige, gebrochene Töne, verwischte Übergänge, Spuren von Bewegung und Widerstand. Die Landschaft wirkt nicht stabil, sondern in Auflösung begriffen, als würde sie sich unter dem Druck des Lichts verändern. Linien brechen ab, Flächen verschwimmen, Strukturen verlieren ihre Klarheit. Es ist, als ob die Welt selbst versucht, sich vor dieser Intensität zu schützen  oder sich ihr anzupassen.

Besonders eindrucksvoll ist die dunklere Zone im Zentrum, eine Art Grenzschicht. Sie wirkt wie ein Puffer zwischen Extremen, ein Ort, an dem das Licht gebrochen wird, bevor es alles verschlingt. Diese Zone erzählt von Balance, von der Notwendigkeit von Schatten, von dem, was das Zuviel an Licht überhaupt erst erträglich macht.

Das Bild spricht damit eine zutiefst existenzielle Wahrheit aus: Licht ist nicht per se gut, es ist kraftvoll, transformierend und manchmal überwältigend. Es steht für Erkenntnis, für Klarheit, für Wahrheit, aber auch für Überforderung, für das Aufbrechen von Strukturen, für das Ende von Illusionen.

Und genau hier trifft das Werk ins Herz: Es stellt keine Antwort bereit, sondern zwingt zur Positionierung. Wie viel Licht willst du wirklich? Wie viel Wahrheit hältst du aus, bevor du beginnst, dich zurückzuziehen?

Dieses Bild ist kein ruhiger Sonnenaufgang, es ist eine Konfrontation mit der Intensität des Seins selbst.

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Kalenderblatt
12. Dezember

Geburtenschoß der Welt

Kalenderblatt vom 12. Dezember
“Geburtenschoß der Welt”
“The World’s Womb”
“El seno materno del mundo”

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

In diesem Werk entfaltet sich eine stille, zugleich elementare Vision des kosmischen Ursprungs. Der leuchtend rote, mandelförmige Körper in der Bildmitte wirkt wie ein pulsierender Kern, ein energetisches Zentrum, das im dunklen Raum nicht nur erscheint, sondern ihn förmlich durchdringt und formt. Er erinnert an einen archetypischen Geburtenschoß, einen urtümlichen Behälter des Werdens, in dem sich Leben, Licht und Materie verdichten.

Die pastose Struktur der Acrylschichten verleiht dieser zentralen Form eine fast körperliche Intensität. Man spürt das Drängen und Verdichten eines schöpferischen Impulses, der im Begriff ist, sich zu entladen. Besonders im unteren Bereich, wo goldene Partikel wie aufglühende Funken hervorbrechen, zeigt sich der Moment des Aufbruchs, jener Übergang, in dem reines Potenzial in sichtbare Realität übergeht.

Das tiefdunkle Umfeld fungiert als kosmischer Resonanzraum. Es verstärkt die strahlende Präsenz des roten Körpers, der wie ein glühendes Ur-Wesen im Unendlichen schwebt. So wird das Bild zu einer kraftvollen Metapher der Transformation, zu einem visuellen Sinnbild für die unerschöpfliche Dynamik des Entstehens.

Am Ende steht dieses Werk als Ikone des Ursprungs: eine Verdichtung des schöpferischen Augenblicks zwischen Innen und Außen, Möglichkeit und Manifestation. Es lädt Betrachtende ein, in Resonanz mit ihrem eigenen inneren Anfang zu treten, jener tiefen, unantastbaren Quelle, aus der alles Leben hervorströmt.

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