Kalenderblatt
5. Oktober

Kalenderblatt 5. Oktober

Das Kalenderblatt zum 5. Oktober

„Aus der Zeit gefallen – ein Land im ewigen Atem“
„Out of Time – A Land Breathing Eternity“
„Fuera del tiempo – una tierra que respira eternidad“

Aquarell auf Aquarellpapier ca 21 x 15 cm

Eine Landschaft taucht auf, ohne sich ganz zu erkennen zu geben. Dunkle Formen erheben sich am Horizont, erinnern an Berge, Bäume, Felsen oder ferne Gestalten und verlieren sich zugleich wieder im Grau und Blau des Himmels.

Es ist kein bestimmter Ort. Es ist eine Landschaft jenseits der Zeit.

Das Aquarell lebt vom Fließen und vom Offenlassen. Wasser und Pigment bilden Spuren, Grenzen lösen sich auf, Himmel und Erde scheinen ineinander überzugehen. Nichts ist festgefügt. Alles befindet sich in einem stillen Schwebezustand.

Der helle Vordergrund wirkt wie ein Ufer. Dahinter beginnt jenes fremde Land, nah genug, um es zu sehen, und doch nicht wirklich erreichbar. Vielleicht ist es Erinnerung. Vielleicht Erwartung. Vielleicht etwas, das nur für einen Augenblick sichtbar wird, wenn die gewohnte Ordnung der Dinge zurücktritt.

„Aus der Zeit gefallen – ein Land im ewigen Atem“ erzählt von einem solchen Augenblick. Von einer Welt, die nicht stillsteht und dennoch keine Eile kennt.

Und vielleicht liegt darin ihr Geheimnis:

Die Ewigkeit beginnt nicht irgendwann.
Manchmal wird sie für einen Augenblick sichtbar.

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Kalenderblatt
4. Oktober

Der Fisch schnappt nach Luft

Kalenderblatt vom  4. Oktober
„Der Fisch  schnappt nach Luft“

„The fish is gasping breath“
„El pescado esta aspirando aire fresco“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Das Bild scheint zunächst ganz aus Licht zu bestehen. Gelb, Gold und Orange breiten sich über die Fläche aus, verdichten sich, brechen auseinander und lassen dunkle violette Formen hervortreten. Nichts steht still. Alles scheint in Bewegung.

Erst der Titel verändert den Blick. „Der Fisch schnappt nach Luft.“ Und tatsächlich lässt sich zwischen den Farbschichten eine Gestalt erahnen, ohne dass sie sich eindeutig zu erkennen gibt. Der Fisch bleibt Erscheinung, vielleicht sogar nur eine Vorstellung.

Doch gerade darin liegt die eigentliche Spannung: Ein Fisch, der nach Luft schnappt, befindet sich nicht mehr in seinem Element. Was Leben ermöglichen soll, wird plötzlich zum Zeichen der Gefährdung.

So entsteht ein merkwürdiger Gegensatz. Das Bild leuchtet geradezu verschwenderisch, während sich in seinem Inneren ein Moment existenzieller Not verbirgt. Lebenskraft und Verletzlichkeit erscheinen gleichzeitig.

Vielleicht erzählt das Bild deshalb von jenen Augenblicken, in denen das Vertraute nicht mehr trägt. Man ist bereits aus dem Alten herausgefallen, aber im Neuen noch nicht angekommen.

Dann wird aus dem Fisch ein Sinnbild für einen Übergang: für das Ringen um einen nächsten Atemzug, bevor man weiß, wohin er führen wird.

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