Kalenderblatt
12. Juli

Spunk

Das Kalenderblatt zum 12. Juli
“Spunk”
“Spunk”
“Spunk”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Spunk“ ist kein Wort, das erklärt werden möchte. Es ist ein Laut, ein Impuls, ein plötzliches Aufleuchten im Bewusstsein. Dieses Bild beginnt dort, wo Sprache endet und Wahrnehmung zu einem Abenteuer wird. Das intensive Blau wirkt wie ein unendlicher Denkraum, in dem Fragmente einer unbekannten Welt treiben. Nichts scheint festgelegt, alles befindet sich im Zustand des Werdens.

Die schräg gestellte goldene Form erinnert an einen Wegweiser, der nicht auf Orte, sondern auf Möglichkeiten zeigt. Der kreisförmige Körper rechts unten könnte ein Planet, eine Zelle, ein Gedanke oder ein Samenkorn sein. Die roten und gelben Linien wirken wie unsichtbare Kräfte, die Beziehungen herstellen, ohne sich erklären zu müssen. Sie verbinden, trennen und ordnen zugleich.

Die reliefartige Oberfläche aus Acrylpaste verleiht dem Bild eine körperliche Präsenz. Licht bleibt an den Erhebungen hängen, Schatten sammeln sich in den Vertiefungen. Dadurch entsteht der Eindruck, als würde das Werk nicht nur betrachtet, sondern entdeckt. Jeder Blick öffnet eine andere Schicht. Das Bild verändert sich mit dem Licht und mit der Aufmerksamkeit seines Betrachters.

„Spunk“ erzählt von der Freude am Nichtwissen. Es lädt dazu ein, die Welt nicht sofort einzuordnen, sondern ihr mit Neugier zu begegnen. Gerade darin liegt seine eigentliche Kraft. Denn vieles, was unser Leben verändert, erscheint zunächst namenlos. Erst später erkennen wir, dass genau dort der Anfang einer neuen Wirklichkeit lag.

Vielleicht ist „Spunk“ der Name für jenen seltenen Augenblick, in dem Fantasie mutiger wird als Gewohnheit. Ein Moment, in dem das Unbekannte nicht bedrohlich wirkt, sondern verlockend. Das Bild fordert keine Antworten. Es stellt eine einzige Frage:

„Bist du bereit, etwas zu entdecken, das noch keinen Namen hat?“

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Kalenderblatt
12. Juli

Kalenderblatt vom 12. Juli
„Träume leben ewig“
„Dreams  are living eternally“
„Sueños estan viviendo eternamente“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

„Träume leben ewig“ ist für mich kein Satz des Trostes. Es ist eine Feststellung. Träume sterben nicht. Sie warten. Sie verbergen sich unter Schichten aus Gewohnheit, Angst, Vernunft und den gut gemeinten Ratschlägen anderer Menschen, bis irgendwann ein einziger Augenblick genügt, um sie wieder ans Licht zu holen.

Als ich dieses Bild malte, dachte ich nicht an einen Sonnenaufgang. Ich dachte an das innere Feuer, das jeder Mensch in sich trägt. Der große rote Kreis schwebt nicht über einer Landschaft. Er schwebt über der Möglichkeit. Er erinnert daran, dass es in jedem Leben einen Mittelpunkt gibt, der sich niemals ganz löschen lässt. Selbst wenn alles kalt erscheint, bleibt irgendwo ein Funke zurück.

Unter diesem Feuer liegt ein Meer aus Blau. Kein friedliches Wasser, sondern eine bewegte, raue Welt voller Brüche, Erhebungen und verborgener Wege. Das Blau erzählt von den Jahren, in denen wir kämpfen, zweifeln und manchmal vergessen, wer wir einmal werden wollten. Die Acrylpaste baut keine dekorativen Strukturen auf. Sie schafft Widerstände. Das Leben ist selten glatt. Gerade dort, wo Farbe sich auftürmt, entstehen Schatten, Licht und Tiefe. Auch die Seele gewinnt ihre Gestalt nicht durch Bequemlichkeit, sondern durch Reibung.

Zwischen dem glühenden Kreis und der blauen Landschaft bleibt ein weiter, goldener Raum. Dieser Raum ist Hoffnung. Er ist das Unsichtbare zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Viele Menschen versuchen, ihn möglichst schnell zu überqueren. Ich glaube jedoch, dass genau dort das eigentliche Leben stattfindet. In diesem offenen Feld begegnen wir unseren Fragen, unserer Sehnsucht und unserem Mut.

Ich habe oft erlebt, dass Menschen ihre Träume begraben, weil sie glauben, es sei zu spät. Sie erzählen sich Geschichten über Alter, Geld, Herkunft oder verlorene Chancen. Doch ein Traum kennt keine Uhr. Er kennt nur den Augenblick, in dem wir bereit sind, ihm wieder zuzuhören. Vielleicht verändert er seine Form. Vielleicht führt er an einen anderen Ort als ursprünglich gedacht. Aber seine Kraft bleibt erhalten.

Dieses Bild ist deshalb keine Landschaft, sondern eine innere Topografie. Der rote Kreis ist das Herz der Sehnsucht. Das blaue Relief ist der Weg des Menschen. Das Gold ist das Bewusstsein, in dem beides miteinander verbunden wird. Wer lange genug hinsieht, erkennt vielleicht, dass zwischen Himmel und Erde keine Trennung besteht, sondern nur ein Atemzug.

„Träume leben ewig“ bedeutet für mich deshalb weit mehr als Optimismus. Es ist die Einladung, sich selbst wieder zu begegnen. Nicht dem Menschen, den andere erwarten, sondern jenem stillen, unbeirrbaren Wesen im Inneren, das seit der Kindheit weiß, wofür es hier ist. Träume altern nicht. Nur wir vergessen manchmal, dass sie geduldig auf uns warten. Und vielleicht ist genau dieser Augenblick der richtige, sich wieder auf den Weg zu machen.

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