Kalenderblatt
6. November

Welche Richtung ist die richtige?

Kalenderblatt vom 6. November

„Welche Richtung ist die richtige?“
„What is the right direction?“
„¿Cuál dirección es correcta?“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca, 21 x 15 cm

Ein Bild über Orientierung, Entscheidung und die Freiheit des eigenen Weges.

Wohin führt uns unser Weg? Und woran erkennen wir, ob die Richtung, die wir eingeschlagen haben, tatsächlich die richtige ist?

Ein vielschichtiger Bildraum öffnet sich. Intensive Blautöne treffen auf aufbrechendes Gelb, dunkle Strukturen verdichten sich, lösen sich wieder auf und geben den Blick frei auf neue, noch unbestimmte Räume. Nichts scheint endgültig festgelegt. Alles befindet sich in Bewegung, in einem fortwährenden Prozess des Werdens und Vergehens.

Drei geometrische Formen durchbrechen dieses bewegte Farbgefüge. Rot, Weiß und Gold. Wie Richtungsweiser treten sie aus der malerischen Unbestimmtheit hervor. Ihre Klarheit steht im Gegensatz zur organischen Lebendigkeit des Untergrundes. Sie weisen in unterschiedliche Richtungen, ohne ein gemeinsames Ziel erkennen zu lassen.

Doch vielleicht liegt gerade darin die eigentliche Frage dieses Bildes: Brauchen wir überhaupt eine vorgegebene Richtung?

Unser Verstand sucht nach Gewissheit. Er möchte abwägen, vergleichen, entscheiden. Doch das Leben folgt selten einer geraden Linie. Was heute wie ein Umweg erscheint, kann morgen zu einer entscheidenden Erfahrung werden. Und manchmal eröffnet sich ein neuer Weg erst dann, wenn wir bereit sind, vertraute Sicherheiten hinter uns zu lassen.

Die Malerei lässt diese Spannung bestehen. Sie bietet keine eindeutige Lösung, keinen festgelegten Mittelpunkt, keine letzte Gewissheit. Stattdessen entsteht ein Raum, in dem sich Orientierung immer wieder neu finden muss.

„Welche Richtung ist die richtige?“ stellt damit nicht nur die Frage nach unserem Ziel, sondern auch nach der inneren Haltung, mit der wir unseren Weg gehen.

Vielleicht erkennen wir die richtige Richtung nicht daran, dass wir bereits wissen, wohin sie führt. Sondern daran, dass wir den Mut finden, den nächsten Schritt zu tun.

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