
Das Kalenderblatt zum 20. Juli
“Lass es Liebe sein”
„Lass es Liebe sein“ ist ein Satz, den viele Menschen zu kennen glauben. Doch als Bild wird er neu. Er wird nicht gesungen, sondern sichtbar. Er verwandelt sich in eine Einladung, die eigene Wahrnehmung für einen Augenblick über Gewohnheiten hinaus zu öffnen.
Mitten in einer weiten, hellen Stille leuchtet eine einzige Form. Sie erinnert zugleich an eine Blüte, eine Sonne, eine Flamme oder ein schlagendes Herz. Nichts an ihr ist eindeutig, und gerade darin liegt ihre Kraft. Ihre roten, schwarzen und goldenen Ausläufer scheinen sich auszudehnen und wieder zusammenzufinden, als würde sie den Rhythmus des Lebens selbst atmen.
Die reliefartige Oberfläche aus Acrylpaste fängt das Licht ein und verändert sich mit jedem Blickwinkel. Dadurch entsteht der Eindruck, dass das Bild nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden will. Die große helle Fläche wird nicht von Leere bestimmt, sondern von Möglichkeit. Alles scheint auf diesen kleinen leuchtenden Mittelpunkt hinzuweisen, der den gesamten Raum zusammenhält.
Dieses Werk erzählt keine romantische Geschichte. Es spricht von einer inneren Haltung. Liebe erscheint hier nicht als Gefühl, das zufällig geschieht, sondern als bewusste Entscheidung. Sie beginnt dort, wo Angst ihren Anspruch verliert. Dort, wo Mitgefühl stärker wird als Rechthaberei. Dort, wo Offenheit wichtiger ist als Kontrolle.
Gerade weil der Titel vielen vertraut erscheint, eröffnet er einen Resonanzraum. Doch das Bild geht seinen eigenen Weg. Es illustriert nichts und erklärt nichts. Es lädt dazu ein, den bekannten Satz neu zu entdecken. Nicht als Erinnerung an ein Lied, sondern als persönliche Erfahrung.
Vielleicht liegt die eigentliche Kraft dieses Werkes darin, dass das Leuchtende so klein erscheint und dennoch den gesamten Bildraum verwandelt. Es erinnert daran, dass Veränderung selten mit großer Lautstärke beginnt. Oft genügt ein einziger Funke, der sich weigert zu erlöschen.
„Lass es Liebe sein“ ist deshalb keine Antwort. Es ist eine Entscheidung. Eine Einladung, den Blick nicht auf das Trennende zu richten, sondern auf das, was verbindet. Denn manchmal genügt ein kleiner Lichtpunkt, damit eine ganze Welt ihre Richtung ändert.