
Kalenderblatt vom 02. November
„Die Schwingung der Ewigkeit sprengt den Kreis des Zen“
„The vibration of eternity blow up the circle of Zen“
„La vibración de la eternidad dinamita la circular del Zen“
Acryl, Acrylpaste, Pigment, Glitter auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm
Wenn die Stille zu tanzen beginnt
Am Anfang war die Stille. Kein Anfang, kein Ende. Nur das ungeteilte Sein.
Doch etwas gerät in Bewegung.
Ein goldgelber Wirbel erhebt sich aus der Tiefe, kreist um ein dunkles Zentrum, verdichtet sich, öffnet sich, verliert sich und findet wieder zu sich zurück. Was eben noch Ruhe war, wird Bewegung. Was vollkommen schien, beginnt sich zu verwandeln.
Der Kreis, uraltes Sinnbild der Einheit, verweigert seine Geschlossenheit. Er lässt sich nicht vollenden. Seine Grenzen werden durchlässig. Das Rot bricht aus, das Blau öffnet Räume, und das Gold scheint zwischen beiden Welten zu vermitteln.
Vielleicht liegt gerade darin das Geheimnis: Das Vollkommene ist nicht das Unveränderliche. Es ist das, was sich immer wieder neu hervorbringt.
So wird der Kreis zur Spirale, die Wiederkehr zum Aufbruch, die Stille zum Tanz.
Und inmitten dieser Bewegung bleibt ein rätselhafter Kern. Ein Ort, an dem sich alles zu sammeln scheint und von dem zugleich alles ausgeht.
Das Bild erzählt nicht von einer fernen kosmischen Wirklichkeit. Es berührt eine Erfahrung, die uns zutiefst vertraut ist: dass wir erst dort lebendig werden, wo wir bereit sind, die Grenzen unserer eigenen Vorstellungen zu überschreiten.
Vielleicht ist Ewigkeit kein endloses Verharren. Vielleicht ist sie das unaufhörliche Werden.