
Das Kalenderblatt zum 17. Juni
“Durch die Welt hindurch”
„Through the World“
„A través del mundo“
Acryl, Glitter und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm
Das Bild gibt sich nicht sofort dem Betrachter preis. Es ist vielmehr eine Einladung, hinter die sichtbaren Schichten der Wirklichkeit zu schauen. Die dunklen, rauen Strukturen wirken wie Mauern, Felswände oder die verdichteten Ablagerungen zahlloser Erfahrungen. Sie erzählen von einer Welt, die von Gewohnheiten, Erinnerungen, Ängsten und Vorstellungen geformt wurde. Doch mitten in dieser scheinbaren Undurchdringlichkeit geschieht etwas Entscheidendes: Ein Licht beginnt sich seinen Weg zu bahnen.
Die leuchtenden Gelb- und Goldtöne erscheinen wie eine innere Kraft, die sich nicht aufhalten lässt. Sie brechen durch die grauen Schichten hindurch und schaffen einen Raum der Bewegung und Transformation. Das Licht fragt nicht nach Erlaubnis. Es sucht keine Abkürzung. Es geht durch die Welt hindurch, nicht an ihr vorbei. Gerade darin liegt die tiefe Aussage dieses Werkes: Wahre Entwicklung geschieht nicht durch Flucht vor den Herausforderungen des Lebens, sondern durch das bewusste Durchschreiten derselben.
Die roten Akzente wirken wie Zeichen von Leidenschaft, Mut und Lebenskraft. Sie erinnern daran, dass jede Wandlung Energie verlangt. Wo Altes aufbricht, entstehen Reibung und Spannung. Doch genau aus dieser Spannung erwächst Neues. Das Rot ist der Pulsschlag des Werdens, das Gold die Erinnerung an das, was im Innersten unzerstörbar bleibt.
Die zahlreichen Überlagerungen und Texturen verleihen dem Bild eine archäologische Tiefe. Als würde man Schicht um Schicht einer verborgenen Geschichte freilegen. Jeder Kratzer, jede Verdichtung und jede Spur erzählt davon, dass Leben niemals geradlinig verläuft. Dennoch offenbart sich im Zentrum eine stille Gewissheit: Hinter allen Formen, hinter allen Erfahrungen und hinter allen Masken existiert ein Kern aus Licht, der seinen Weg kennt.
So wird „Durch die Welt hindurch“ zu einer kraftvollen Metapher für den menschlichen Weg. Es spricht von Krisen und Durchbrüchen, von Dunkelheit und Erkenntnis, von Begrenzung und Freiheit. Das Bild erinnert daran, dass wir nicht dazu bestimmt sind, vor den Schatten stehenzubleiben. Wir sind dazu geboren, hindurchzugehen, bis das verborgene Gold unseres Wesens sichtbar wird.