Kalenderblatt
14. September

Ingrid war auf Sylt

Kalenderblatt zum 14. September
„Ingrid war auf Sylt“

„Ingrid was on the island Sylt“
„Ingrid visitaba ala isla Sylt“

Aquarell auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Das Meer liegt kühl und weit unter einem blassen Himmel. Blau und Grau gehen fast unmerklich ineinander über. Dagegen schiebt sich die Küste in warmen Gelb-, Ocker- und Grüntönen ins Bild. Am rechten Rand stehen einige Häuser, klein und beinahe verloren in der Weite.

„Ingrid war auf Sylt“ ist weniger die Darstellung eines bestimmten Ortes als die Erinnerung an einen Augenblick.

Das Aquarell erzählt nicht von der bekannten Insel mit ihren Stränden, Reetdächern und Ferienbildern. Es zeigt eine Landschaft, wie sie im Gedächtnis zurückbleiben könnte: das Meer, eine Küstenlinie, ein paar Häuser, Licht und Farbe.

Die fließenden Übergänge des Aquarells lassen die Grenzen zwischen Wasser, Himmel und Land unsicher werden. Manche Formen lösen sich auf, andere treten für einen Moment deutlich hervor. Besonders die leuchtenden Gelbtöne der Küste setzen der zurückhaltenden Kühle des Meeres eine fast körperliche Wärme entgegen.

Und mitten in dieser Landschaft steht ein Name, obwohl kein Mensch zu sehen ist: Ingrid.

Wer Ingrid ist, erfahren wir nicht. Vielleicht ist sie Teil einer persönlichen Erinnerung, vielleicht nur die unsichtbare Figur einer kleinen Geschichte. Der Titel behauptet lediglich etwas sehr Einfaches:

Ingrid war auf Sylt.

Sie war dort. Sie hat diese Weite gesehen, vielleicht diesen Wind gespürt und auf dieses Meer geschaut.

Der Augenblick selbst ist längst vergangen.

Das Bild bewahrt nicht den Augenblick. Es bewahrt seine Spur.

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