
Das Kalenderblatt zum 12. Oktober
„Brandspur“
„Trace of Fire“
„Huella de fuego“
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm
Die Farbe brennt sich in die Fläche. Gelb ist hier kein Licht, sondern eine elementare Kraft, die aufbricht, überlagert und verschlingt. Dunkle Linien durchziehen den Bildraum wie Risse in einer ausgetrockneten Erdkruste. Sie zeichnen nichts nach. Sie sind Spuren eines Geschehens.
Die Malerei scheint sich ihrer eigenen Entstehung zu widersetzen. Schichten werden aufgetragen, verletzt, wieder freigelegt. Was sichtbar wird, ist kein abgeschlossener Zustand, sondern ein fortdauernder Prozess zwischen Zerstörung und Erneuerung.
Inmitten dieser eruptiven Bewegung erscheinen rote Zeichen. Wie glühende Überreste, wie eine rätselhafte Zählung durchziehen sie die aufgewühlte Oberfläche. Ihre beinahe rhythmische Ordnung widerspricht der Unberechenbarkeit des übrigen Bildgeschehens.
Hier wird keine Landschaft dargestellt. Vielmehr scheint die Erde selbst zu sprechen, von Hitze, Verwandlung und den Kräften, die unter ihrer Oberfläche wirken.
„Brandspur“ ist nicht das Bild eines Feuers. Es ist das, was bleibt, wenn das Feuer längst erloschen ist.