
Kalenderblatt vom 12. Oktober
„Modulation terrestrischer Gedanken in extrakosmisches Gedankengut“
„Modulation of terrestrial thoughts into outside cosmic ideas“
„Modulación de los pensiamentos terrestres al ideario extrior-cósmico“
Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm
Jenseits der Grenzen des Denkbaren
Was geschieht mit einem Gedanken, wenn er die Grenzen seiner eigenen Entstehung überschreitet? Wenn vertraute Ordnungen zerfallen und das Denken auf etwas trifft, für das es noch keine Begriffe besitzt?
„Modulation terrestrischer Gedanken in extrakosmisches Gedankengut“ bewegt sich in diesem Zwischenraum. Das Werk veranschaulicht keinen kosmischen Vorgang. Es untersucht vielmehr die Möglichkeit einer Bewusstseinsveränderung, die sich unserer gewohnten Vorstellung von Raum, Zeit und Wirklichkeit entzieht.
Violette und graublaue Strukturen durchziehen die Bildfläche. Sie verdichten sich, brechen auseinander, überlagern und durchdringen einander. Dazwischen behaupten sich gelbe und ockerfarbene Felder, deren organische Bewegungen eine eigentümliche Gegenkraft entwickeln. Nichts erscheint endgültig geordnet. Alles befindet sich in einem Zustand fortwährender Veränderung.
Eine schmale rote Diagonale dringt vom linken Bildrand in dieses Gefüge ein. Sie wirkt wie eine Störung, ein Impuls, vielleicht auch wie die Spur einer Richtung, deren Ursprung außerhalb des Sichtbaren liegt.
Das Bild zeigt keine Verwandlung. Es ist selbst ein Vorgang der Verwandlung.
Seine materiellen Schichtungen und Brüche werden zum Ausdruck eines Denkens, das sich nicht länger ausschließlich an den Bedingungen seiner irdischen Existenz orientiert. Dabei bezeichnet das Extrakosmische keinen fernen Ort im Universum. Es steht vielmehr für die Möglichkeit einer Wirklichkeit jenseits unserer bisherigen Kategorien des Erkennens.
Die Malerei lässt offen, ob dieses Überschreiten Befreiung, Auflösung oder den Beginn einer neuen Ordnung bedeutet.
Vielleicht liegt gerade darin ihre eigentliche Aussage: Dass Erkenntnis nicht immer im Hinzufügen neuen Wissens besteht, sondern manchmal im Verlust jener Gewissheiten, die unser Denken bislang zusammengehalten haben.
Nicht der Kosmos erweitert sich. Es verändert sich das Bewusstsein, das ihn betrachtet.