Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt
26. Januar

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 Kalenderblatt zum 26. Januar
“Als der Morgen das All berührte”
“When Morning Touched the Universe”
“Cuando la mañana tocó el universo”

Mixed Media auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Bild erzählt  einen Ursprung. Es wirkt wie der Moment, in dem etwas, das lange unsichtbar war, endlich Form annimmt: ein kosmischer Morgen, der nicht nur den Raum erhellt, sondern ihn überhaupt erst „bewohnbar“ macht. Im Zentrum steht eine leuchtende, goldene Präsenz, keine geometrische Figur, kein starres Symbol, sondern ein vibrierender Lichtkörper, der sich aus dem Innersten heraus entfaltet. Als würde das Universum für einen Sekundenbruchteil den Atem anhalten, um dann zu sagen: Jetzt. Jetzt beginnt es.

Die goldene Zone ist dabei nicht einfach „hell“. Sie ist geladen. Man spürt in ihr Bewegung, Reibung, Wärme, eine innere Strömung,  wie ein Kern, in dem sich Energie sammelt, bis sie nicht mehr anders kann, als in die Welt zu treten. Die Struktur ist rau, lebendig, fast pulsierend, als bestünde sie aus verdichtetem Leuchten, aus Erinnerung an Feuer, aus einer Substanz, die man nicht benennen kann. Und genau dadurch entsteht das Gefühl von etwas Unfassbarem, das sich dennoch sichtbar macht: Schöpfung als Vorgang, nicht als Dekoration.

Rings um dieses Gold liegt ein violetter Raum, ein kosmisches Feld, das wirkt wie Nacht, Tiefe, Zwischenwelt. Violett ist hier nicht romantisch, sondern mystisch: die Farbe von Schwellen, von Bewusstsein, von dem Moment, bevor eine Wahrheit ausgesprochen wird. Es ist, als stünde das Gold in einem Resonanzraum aus Stille und Unendlichkeit, geschützt, umgeben, gehalten. Der Kontrast zwischen dem warmen Zentrum und der kühlen Umgebung erzeugt Spannung: Licht gegen Weite, Geburt gegen Grenzenlosigkeit, Manifestation gegen das Noch-Nicht.

Besonders eindringlich ist das Dunkel am unteren Rand. Dort kratzen, wachsen, greifen schwarze Linien wie Wurzeln, wie verbrannte Zeichen oder die Spur eines archaischen Alphabets. Es ist das Gegengewicht zum Gold, nicht als Bedrohung, sondern als Erdung. Denn jede Geburt braucht ein Fundament, jede Vision braucht Materie, jede Lichtwerdung braucht einen Widerstand, an dem sie sich entzündet. Dieses Schwarz ist das „Unten“, das Unbewusste, das Speicherhafte, die Zone, aus der das Bild seine Kraft bezieht. Es erinnert daran, dass das Strahlende nicht aus Perfektion entsteht, sondern aus Durchgang, aus Verdichtung, aus dem Mut, das Dunkle nicht zu vermeiden.

So entsteht eine Erzählung, die größer ist als ein Motiv: Das Bild zeigt die Berührung zwischen Anfang und Ewigkeit. Es wirkt wie ein Portal, eine Schwelle, durch die etwas in unsere Wirklichkeit hineintritt. Man kann darin eine Geburtskammer sehen, ein Sternentor, eine innere Flamme, die sich freischält. Und genau darin liegt seine Sogkraft: Es lässt dem Betrachter Raum, aber es bleibt eindeutig in seiner Botschaft. Dieses Werk sagt: Das Licht kommt nicht von außen. Es kommt von innen. Es wird nicht geschenkt, es wird geboren.

„Als der Morgen das All berührte“ ist deshalb mehr als ein poetischer Titel. Er ist eine Beschreibung eines heiligen Augenblicks: jener Sekunde, in der sich das Unendliche entscheidet, sichtbar zu werden. Dieses Bild ist kein stilles Objekt. Es ist ein Ereignis. Ein Aufbruch. Eine Erinnerung daran, dass wir alle, irgendwann, an der Schwelle stehen und dass in uns ein goldener Kern wartet, der nur eines braucht: den Moment, in dem er berühren darf.

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Kalenderblatt
26. Januar

Frischluft und Herzenswärme

Das Kalenderblatt zum 26. Januar
“Frischluft und Herzenswärme”
“Fresh air and heartiness”
“Aire puro y cordialidad”

Aquarell auf Aquarellbütten ca 20 x 15 cm

Ein Aquarell wie ein tiefer Atemzug nach einem langen Tag,  leicht, weit und zugleich berührend nah. In sanften, horizontalen Farbräumen öffnet sich eine stille Landschaft der Empfindung: kein Ort im geografischen Sinn, sondern ein innerer Raum, in dem sich Klarheit und Geborgenheit begegnen. Die zarten, fast atmenden Übergänge der lasierenden Schichten lassen das Bild nicht „gemalt“, sondern entstanden wirken, als hätte es sich aus einem Moment heraus selbst geformt, so wie Licht und Luft sich am Morgen langsam ineinander schieben.

Oben liegt eine helle, ruhige Zone, die an Himmel erinnert, unaufgeregt, offen, frei. Darunter zieht sich ein intensiver, warmer Rotton wie ein Puls durch die Komposition: eine Linie von Lebendigkeit, ein Herzschlag im Horizont, ein Signal, das nicht schreit, sondern unmissverständlich da ist. Dieses Rot wirkt wie die Essenz von Nähe und Wärme, wie das Gefühl, wenn man spürt: Ich bin nicht allein. Ich bin gehalten. Direkt darunter kühlt sich die Stimmung in ein bläulich-violettes Band ab, das wie frische Luft über die Haut streicht. Hier zeigt das Bild seinen Atem: Weite, Klarheit, innere Ordnung. Es ist der Moment, in dem der Kopf still wird und die Seele Platz bekommt.

Und dann, wie ein leuchtendes Versprechen, breiten sich darunter die goldenen und orangefarbenen Flächen aus, Sonnenwärme, Erdverbundenheit, Lebenslust. Diese Farben tragen keine Schwere, sondern eine freundliche, tragende Kraft. Es ist, als würde das Bild sagen: Du darfst hier landen. Du darfst auftanken. Die warmen Gelb- und Ockertöne wirken wie ein inneres Feuer, das nicht verbrennt, sondern nährt. Wie eine stille Quelle von Zuversicht, die nicht von außen kommt, sondern in dir bereits vorhanden ist.

Die horizontale Struktur macht dieses Werk so besonders: Sie wirkt wie eine Abfolge von Zuständen, wie ein bewusstes Durchschreiten von Ebenen, vom Kopf über das Herz hinunter in den Körper. Frischluft und Herzenswärme ist damit nicht nur ein Bild, sondern eine Einladung: zur Ausrichtung, zur Beruhigung, zur Rückverbindung. Es ist die visuelle Erinnerung daran, dass wir beides brauchen, den klaren, kühlen Atem der Freiheit und die warme, menschliche Kraft des Herzens. Und genau in dieser Balance entsteht etwas Seltenes: ein Frieden, der lebendig ist.

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