
Das Kalenderblatt zum 31. Oktober
„Aufruhr unter der Oberfläche“
„Turmoil Beneath the Surface“
„Agitación bajo la superficie“
Acryl, Sand und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 20 x 15 cm
Die Farben haben ihre Ruhe verloren. Gelb bricht hervor, Rot breitet sich aus, dunkles Blau und Grün drängen dazwischen. Nichts bleibt unberührt. Was eben noch zusammengehörte, wird auseinandergerissen, überlagert, verschüttet und an anderer Stelle wieder freigelegt.
Sand und Acrylpaste geben diesem Geschehen eine körperliche Gegenwart. Die Oberfläche trägt Spuren von Widerstand, von Eingriffen und Veränderungen. Manche Farbschichten behaupten sich mit aller Kraft, andere verschwinden beinahe, ohne ihre Anwesenheit ganz aufzugeben.
Es ist eine Landschaft, die keine Landschaft sein will. Eher eine Erinnerung an die Kräfte, aus denen Landschaften entstehen. An das Aufbrechen der Erde, an Verwitterung und Ablagerung, an das langsame Wirken der Zeit und die plötzliche Gewalt eines Umbruchs.
Doch zwischen all diesen Bewegungen entstehen auch Augenblicke der Stille. Kleine helle Flächen, offene Zwischenräume, Spuren einer Ordnung, die sich nicht festhalten lässt.
Vielleicht zeigt sich gerade darin das Wesen dieses Bildes: Nichts ist endgültig. Jede Form trägt bereits ihre Veränderung in sich. Und selbst dort, wo etwas verschüttet scheint, bleibt die Möglichkeit eines neuen Aufbruchs.