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Kalenderblatt
9. Oktober

Im Zentrum des Lebens herrscht absolute Ruhe

Kalenderblatt vom 09. Oktober
„Im Zentrum des Lebens herrscht absolute Ruhe“
„In the center of life there is absolute tranquillity“
„En el centro de vida es absoluta tranquilidad“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellpapier ca. 21 x 15 cm

Alles bewegt sich.

Türkis, Weiß und Blau ziehen in weiten Bahnen über das Papier. Die Farbe kreist, schiebt sich vor, bricht ab, setzt neu an. Die sichtbaren Spuren des Pinsels lassen nichts Erstarrtes entstehen. Das Bild scheint in Bewegung zu bleiben, selbst nachdem die letzte Farbe längst getrocknet ist.

Und doch gibt es einen Punkt, der sich dieser Bewegung entzieht.

Im Zentrum liegt Gold.

Nicht groß, nicht triumphierend. Fast verletzlich erscheint diese ruhende Form inmitten der aufgewühlten Umgebung. Gerade deshalb besitzt sie eine eigentümliche Kraft. Während alles um sie herum strömt, bleibt sie bei sich.

Vielleicht liegt darin das eigentliche Thema des Bildes: Ruhe ist nicht die Abwesenheit von Bewegung.

Das Leben kreist, verändert sich, reißt mit, trägt fort. Gedanken kommen und verschwinden. Sicherheiten lösen sich auf. Was eben noch Bestand hatte, kann im nächsten Augenblick schon Teil einer neuen Bewegung sein.

Doch die goldene Mitte behauptet etwas anderes.

Sie muss den Strudel nicht anhalten.
Sie muss ihn nicht beherrschen.
Sie bleibt.

Unter ihr erscheint ein kleines violettes Feld. Es wirkt wie eine Schwelle, ein Widerlager, vielleicht auch wie der letzte Rest einer Form, aus der das Gold hervortritt. Himmel und Erde, Geist und Materie, Bewegung und Stille berühren sich hier, ohne dass das Bild entscheidet, was davon oben und was unten ist.

So entsteht keine Idylle. Die Ruhe dieses Bildes ist keine bequeme Ruhe. Sie wurde der Bewegung abgerungen.

Vielleicht müssen wir deshalb nicht aus dem Strom des Lebens heraustreten, um Stille zu finden. Vielleicht liegt sie längst in seinem Innersten.

Nicht irgendwo außerhalb des Lärms.
Nicht am Ende des Weges.

Sondern genau dort, wo alles kreist und etwas dennoch unbewegt bleibt.

Und plötzlich bekommt der Titel eine zweite Bedeutung:

Im Zentrum des Lebens herrscht absolute Ruhe.

Nicht weil dort nichts geschieht.

Sondern weil dort nichts mehr fortgetragen werden kann.

Das halte ich für wesentlich stärker. Es bleibt spirituell, aber es predigt nicht. Vor allem der letzte Gedanke gibt dem Gold eine Bedeutung, ohne es mit einem fertigen Symbolzettel zu versehen. Menschen dürfen vor Kunst schließlich auch noch selbst etwas entdecken. Ein geradezu revolutionäres Konzept.

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Kalenderblatt
25. März

Der Kern im Zentrum birgt gewaltige Potentiale

Kalenderblatt vom 25. März
„Der Kern im Zentrum birgt gewaltige Potentiale“
„The core in the middle contains immenses potentials“
„El núcleo en el centro esconde potenciales enormes“

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Im Zentrum dieses kraftvollen Werkes verdichtet sich alles zu einem einzigen, vibrierenden Augenblick: ein innerer Kern, der nicht still ist, sondern voller Bewegung, Spannung und ungelebter Möglichkeiten pulsiert. Die Komposition wirkt wie ein energetischer Durchbruch, als würde sich etwas tief Verborgenes seinen Weg an die Oberfläche bahnen.

Die intensive Rotzone im Mittelstreifen erscheint wie ein glühendes Feld ursprünglicher Lebenskraft, roh, ungezähmt und zugleich schöpferisch. Sie trägt die Qualität von Geburt, Transformation und innerem Feuer. Hier liegt keine sanfte Harmonie, hier geschieht etwas. Hier wird Potenzial nicht gedacht, sondern entfesselt.

Durchzogen von Licht, diesem fast leuchtenden Gelb im Zentrum, entsteht der Eindruck eines inneren Funkens, einer Essenz, die alles durchdringt. Es ist der Moment, in dem sich Bewusstsein entzündet. Dieser Kern ist nicht statisch, sondern ein Ort der Verdichtung, aus dem heraus sich neue Realität formen kann.

Die umgebenden Blau- und Violetttöne wirken wie Gegenpole: kühl, weit, beinahe kosmisch. Sie halten, rahmen und konfrontieren zugleich das explosive Zentrum. Hier begegnen sich Ruhe und Sturm, Tiefe und Ausbruch, Kontrolle und Hingabe. Die dynamischen Linien und Strukturen verstärken diesen Eindruck, sie wirken wie Strömungen, die entweder auf das Zentrum zulaufen oder von ihm weggeschleudert werden.

Die Materialität, die reliefartige Struktur durch Acrylpaste und das subtile Funkeln des Glitters, verleiht dem Bild eine zusätzliche Dimension: Das Unsichtbare wird greifbar. Energie bekommt Körper. Es ist, als könne man diese Spannung nicht nur sehen, sondern fast berühren.

Dieses Werk ist mehr als ein Bild, es ist eine Einladung. Eine Einladung, sich dem eigenen inneren Kern zuzuwenden. Denn genau dort, wo es vielleicht chaotisch, intensiv oder sogar überwältigend erscheint, liegt das größte schöpferische Potenzial verborgen. Nicht im Außen, nicht in der Oberfläche, sondern tief im Inneren.

„Der Kern im Zentrum birgt gewaltige Potentiale“ ist keine Beschreibung, es ist eine Erinnerung. Eine Erinnerung daran, dass in jedem Menschen ein solcher Kern existiert. Wartend. Glühend. Bereit, sich zu entfalten.

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