Schlagwort-Archiv: Waldfee

Kalenderblatt
6. Mai

Hier wohnt die nepalesische Waldfee, die Kühe heilt

Kalenderblatt vom 06. Mai
“Hier wohnt die nepalesische Waldfee, die Kühe heilt”
“Here lives the nepalese forest fairy, who heals the cows”
“Aquí vive la hada del bosque, que cura las vacas”

Aquarell auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Dieses Bild enthüllt eine verborgene Sphäre, die immer schon da war, jedoch nur von jenen betreten werden kann, die bereit sind, die sichtbare Welt hinter sich zu lassen. Was zunächst wie eine lichte, fast kindlich anmutende Landschaft erscheint, entfaltet bei näherem Hinsehen eine fein gewobene Mythologie zwischen Natur, Energie und heilender Präsenz.

Die vertikalen Farbflächen – warmes Rot, leuchtendes Gelb – stehen wie unsichtbare Portale, als Übergänge zwischen den Ebenen. Sie sind keine bloßen Farbakzente, sondern Markierungen eines energetischen Durchgangs, durch den sich etwas bewegt: nicht sichtbar, aber spürbar. Zwischen ihnen entfaltet sich eine weiche, fließende Landschaft in Grün- und Blautönen, die den Eindruck vermittelt, als würde hier nicht gemalt, sondern erinnert.

Und dann ist da diese Form, rund, erdig, fast tierisch und doch entrückt. Sie wirkt wie eine Manifestation aus zwei Welten zugleich: halb Körper, halb Geist. Genau hier beginnt die eigentliche Erzählung des Bildes. Denn diese Gestalt ist kein Objekt, sie ist Trägerin einer stillen Kraft, die nicht erklärt werden will, sondern wirkt.

Der Titel führt uns bewusst in eine archaische Vorstellung zurück: „Hier wohnt die nepalesische Waldfee, die Kühe heilt“. Doch anstatt folkloristisch zu bleiben, transformiert das Bild diese Idee in etwas Zeitloses. Die Waldfee erscheint nicht als Figur, sie ist im Raum selbst aufgelöst, in den Farben, in den Übergängen, in der Art, wie das Licht durch die Komposition fließt. Sie ist Präsenz statt Erscheinung.

Die Kühe – Sinnbild für Erdverbundenheit, für das Rhythmische, für das Leben im Einklang mit Natur – stehen hier stellvertretend für alles, was aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und genau hier setzt die stille Botschaft des Werkes an: Heilung geschieht nicht durch Eingriff, sondern durch Resonanz. Die Waldfee greift nicht ein, sie stimmt neu ein.

Die dunklen, schrägen Linien im Vordergrund wirken dabei wie Spannungsfelder, wie unsichtbare Energiebahnen, die durch das Bild laufen. Sie brechen die Idylle, schaffen Tiefe, erinnern daran, dass Heilung nicht ohne Reibung existiert. Gerade dieser Kontrast macht die Komposition so kraftvoll: Sanftheit und Bruch existieren gleichzeitig.

In seiner Gesamtheit wirkt das Bild wie ein visuelles Mantra, das nicht laut spricht, sondern sich langsam im Inneren entfaltet. Es lädt nicht zum schnellen Verstehen ein, sondern zum Verweilen, zum Fühlen, zum intuitiven Erfassen.

Und genau darin liegt seine Stärke: Es ist kein Bild über eine Waldfee. Es ist ein Bild, das selbst zur Waldfee wird, unsichtbar, leise, transformierend.

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Kalenderblatt
24. Dezember

Putschas am Heiligen Abend beim Heiligtum der Waldfee

Kalenderblatt vom 24. Dezember
“Putschas am Heiligen Abend beim Heiligtum der Waldfee”
“Putscha on Christmas Eve at the sainthood of the dryad”
“Putscha a la Noche Buena al santuario de la hada del bosque”

Acryl, Acrylpaste, Glitter, Inkjetdruck auf Spezialleinen ca. 15 x 21 cm

Dieses Bild ist eine Einladung. Eine Einladung, innezuhalten, näherzutreten und sich an etwas zu erinnern, das älter ist als Sprache. „Putschas am Heiligen Abend beim Heiligtum der Waldfee“ öffnet einen Raum jenseits des Alltäglichen und verdichtet ihn auf wenige Quadratzentimeter zu einem ikonischen Moment von Magie, Schwelle und innerer Einkehr.

Im Zentrum schwingt – sichtbar und doch fast hörbar – die Glocke. Sie ist kein Dekor, sie ist ein Ruf. Ein leiser, archetypischer Klang, der nicht durch die Luft geht, sondern durch das Bewusstsein. Glocken markieren Übergänge: von profan zu heilig, von außen nach innen, von Lärm zu Lauschen. Hier erklingt sie nicht für die Welt, sondern für jene, die bereit sind, zu hören.

Um sie herum liegen Blätter wie Gaben, Spuren eines vergangenen Zyklus, warm leuchtend in Rot, Gelb und Orange. Sie erzählen von Vergänglichkeit und gleichzeitig von Bewahrung. Nichts ist verloren, alles ist verwandelt. Der dunkle, erdige Grund hält diese Farben nicht gefangen, sondern trägt sie, wie der Wald das Fallende trägt. Es ist der Moment kurz vor der Erneuerung, der Atemzug zwischen Ende und Anfang.

Die Waldfee selbst erscheint nicht als Figur  und gerade darin liegt ihre Kraft. Sie ist Präsenz ohne Körper, Geist ohne Form. Das Heiligtum ist kein gebauter Ort, sondern entsteht aus Aufmerksamkeit, Hingabe und Stille. Hier wird deutlich: Das Heilige ist kein Ort, den man betritt, es ist ein Zustand, den man zulässt.

Die Materialität des Werkes verstärkt diese Botschaft mit Nachdruck. Acrylpaste schafft Relief, Widerstand, Erdung. Sie erinnert an Rinde, an verkrustete Erde, an Spuren von Zeit. Der Glitter ist kein Schmuck, sondern flüchtiges Licht  wie Tau, wie Sternenstaub, wie ein kurzes Aufblitzen des Unsichtbaren im Sichtbaren. Und der Inkjetdruck auf Spezialleinen macht das Bild zu einem Grenzgänger: zwischen Malerei und Objekt, zwischen Realität und Erinnerung, zwischen Jetzt und Mythos.

Dieses Werk wirkt wie ein Fundstück aus einer anderen Zeit, ein Relikt eines Rituals, das nie ganz verschwunden ist. Putscha erscheint dabei als vermittelnde Kraft, als Wesen zwischen den Welten, als stiller Hüter des Übergangs. Nicht laut, nicht erklärend, sondern achtsam, präsent, wach.

Am Ende bleibt kein fertiger Sinn, sondern eine Empfindung. Dieses Bild will nicht verstanden werden, es will gespürt werden. Es erinnert uns daran, dass gerade in der dunkelsten Nacht ein Licht antwortet, wenn wir still genug werden, um es wahrzunehmen. Und dass Magie dort beginnt, wo wir aufhören zu suchen und anfangen zu lauschen.

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