Schlagwort-Archiv: Samstag

Kalenderblatt
27. März

Blauer Samstag

Das Kalenderblatt zum 27. März
“Blauer Samstag”
“Blue Saturday”
“Sábado Azul”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Der Samstag begann leise, fast widerwillig, als hätte der Tag selbst noch nicht entschieden, ob er überhaupt stattfinden wollte. Ein kühler Schleier lag über allem, ein Blau, das nicht nur Farbe war, sondern Zustand, ein Gefühl zwischen Erinnerung und Ahnung.

In diesem Blau stand eine Gestalt. Oder vielleicht waren es zwei. Oder nur Fragmente eines Gesichts, das sich weigerte, vollständig zu werden. Die Konturen lösten sich auf, als würden sie vom Atem der Zeit fortgetragen, und doch war da etwas Unerschütterliches, ein Blick, der durch das Schweigen schnitt.

Es war der Samstag, an dem nichts geschah und gleichzeitig alles.

Die Luft vibrierte in feinen Schichten aus Türkis, Cyan und gebrochenem Weiß. Wie Spuren von Gedanken, die nie zu Ende gedacht wurden, lagerten sie sich übereinander. Und irgendwo darin war ein Mensch, der sich erinnerte, nicht an konkrete Ereignisse, sondern an Stimmungen, an das leise Drängen einer Wahrheit, die sich nicht aussprechen ließ.

Vielleicht war es ein Abschied. Vielleicht ein Anfang.

Die Flächen wirkten roh, aufgerissen, fast wie Narben. Doch in diesen Brüchen lag eine stille Schönheit, ein Versprechen, dass selbst das Fragmentarische vollständig sein kann. Dass das Unklare nicht Mangel ist, sondern Raum.

Und dann war da dieses Licht.

Nicht hell, nicht warm, sondern kühl und unerbittlich. Ein Licht, das nichts beschönigt, sondern alles freilegt. Es ließ keine Flucht zu. Es sagte: Schau hin. Und gleichzeitig: Du musst nichts verstehen.

Die Gestalt, oder das, was von ihr übrig war, begann sich aufzulösen. Nicht in Auflösung, sondern in Übergang. Als würde sie eins werden mit dem Blau, aus dem sie entstanden war.

Und genau darin lag die eigentliche Geschichte dieses Samstags:

Nicht das, was geschah.
Sondern das, was sich verwandelte.

Ein Tag, der keine Antworten gab.
Aber eine Tür öffnete.

Hin zu einer Tiefe, die nicht erklärt werden will – sondern erlebt.

——————
Du kannst dieses Original kaufen:
Endpreis gemäß §19 UStG: 250.- Euro
Zahlung per PayPal oder Überweisung:
Gib im PayPal-Fenster bitte den Bildtitel an.
Versand innerhalb Deutschland kostenfrei 3–5 Tage
Widerrufsrecht 14 Tage (Details siehe Widerrufsbelehrung
——————
Teile diesen Beitrag

Kalenderblatt
3. August

Samstag Abend, kurz vor der Sportschau

Das Kalenderblatt zum 3. August
“Samstag Abend, kurz vor der Sportschau”

“Saturday evening, shortly before the sport show”
Sábado tarde, brevemente antes de la Radiocadena Deportes
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Samstag Abend, kurz vor der Sportschau“ – dieser vielschichtige Bildtitel, ein augenzwinkerndes Zitat aus dem Film “Das Leben des Brian”, öffnet einen ebenso ironischen wie tiefgründigen Resonanzraum. Was auf den ersten Blick wie ein chaotisches Gefüge aus dunklen Texturen, kryptischen Zeichen und leuchtend gelben Akzenten erscheint, entfaltet sich bei näherem Hinsehen zu einer inneren Landschaft zwischen kollektiver Konditionierung und individuellem Aufbruch.

Die dichte Struktur aus aufgetragenen Zeichenreihen, die an maschinell wiederholte Codes oder alte Druckwalzen erinnern, ruft eine Atmosphäre der Reizüberflutung hervor. Wie eine Matrix der Gewohnheit liegt sie über dem Bildgrund – ein Symbol für Alltagsroutinen, die sich über das eigene Sein legen. Inmitten dieser Codierung flammt jedoch etwas auf: die gelben Farbakzente, energisch und lebendig, fast wie spontane Lichtblitze des Bewusstseins. Sie durchbrechen das Dunkel, fordern auf zum Innehalten, zum Lauschen nach innen.

Die eingebetteten Figuren und Formen wirken wie Schatten der Vergangenheit oder Fragmente des Unbewussten. Sie lassen sich nicht klar benennen, erinnern aber an symbolische Wesen oder Bewegungsformen, die eine Transformation andeuten. Es scheint, als wolle das Bild uns dazu einladen, den „Samstagabend“ – jenen Übergang zwischen Aktivität und Entspannung – nicht nur als kulturelles Ritual, sondern als Schwelle zum inneren Raum neu zu begreifen.

In dieser Perspektive wird das Bild zu einem Portal. Es öffnet sich dorthin, wo der Automatismus des Alltags durchbrochen wird und Raum für Erkenntnis entsteht. Vielleicht liegt in diesem ironischen Verweis auf die Sportschau auch ein feiner Impuls: der Ruf, den inneren Sender einzuschalten, bevor das Außen wieder dominiert.

Ein Werk, das nicht belehrt, sondern erinnert. Daran, dass der Weg zu sich selbst auch durch das scheinbar Banale führen kann – und dass Erkenntnis oft dort beginnt, wo wir unerwartet zum Staunen gebracht werden.

Teile diesen Beitrag