Schlagwortarchiv: Herz

Kalenderblatt
17. August

Das Herz des Echnaton

Das Kalenderblatt zum 17. August
“Das Herz des Echnaton”
“The heart of Echnaton”
“La corazon del Echnaton”

Acryl, Pigment und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
      

Ein Ruf aus einer anderen Zeit. Und vielleicht aus der Tiefe der eigenen Seele.

Im Zentrum steht eine mächtige goldgelbe Scheibe. Sonne, Herz, Auge oder Tor? Sie beherrscht den Bildraum und erinnert unweigerlich an Aton, die Sonnenscheibe, die unter Echnaton zum Mittelpunkt einer radikal veränderten religiösen Vorstellung wurde.

Doch dieses Bild erzählt keine historische Geschichte.

Es nimmt Echnaton vielmehr als Sinnbild für einen Menschen, der es wagt, hinter der Vielzahl das Eine zu suchen.

Unten erscheint die Pyramide wie ein Relikt einer alten Ordnung. Über ihr erhebt sich das Licht. Dazwischen liegen Schichten aus Blau, Schwarz, Rot und glühendem Orange: Erde und Himmel, Vergangenheit und Aufbruch, Widerstand und Verwandlung.

Die aufgerissenen Strukturen wirken wie Ablagerungen von Zeit. Nichts ist glatt. Nichts ist vollkommen geordnet. Und gerade aus diesem beinahe chaotischen Geflecht tritt die gelbe Scheibe mit erstaunlicher Ruhe hervor.

Das Licht muss nicht kämpfen. Es ist einfach da.

Vielleicht liegt darin das eigentliche Herz Echnatons.

Nicht im historischen Herrscher.
Nicht in Krone, Macht oder Monument.

Sondern in der ungeheuren Vorstellung, dass hinter allen Erscheinungen eine einzige Quelle des Lichts verborgen sein könnte.

So wird „Das Herz des Echnaton“ zu einem Bild über die innere Suche: über den Augenblick, in dem ein Mensch beginnt, die alten Ordnungen seines Lebens zu hinterfragen und nach jenem Zentrum zu suchen, das bestehen bleibt, wenn alles Äußere seine Gewissheit verliert.

Die Pyramide bleibt zurück.
Das Licht aber steigt auf.

Und vielleicht fragt das Bild deshalb nicht, wer Echnaton war.

Vielleicht fragt es:

Welchem Licht folgst du, wenn die alten Götter ihre Macht über dich verlieren?

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Kalenderblatt
24. Dezember

Geburtsgrotte im Herzen

Kalenderblatt vom 24. Dezember
„Geburtsgrotte im Herzen“
„Grotto of birth in the heart“
„La gruta del nacimiento en el corazón“

Acryl, Quarzsand, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild wirkt wie ein visueller Atemzug nach innen, ein Moment, in dem sich das Bewusstsein von der äußeren Welt löst und in einen archaischen, geschützten Raum des Werdens eintaucht. „Geburtsgrotte im Herzen“ ist keine Landschaft, sondern ein innerer Ort, eine Schwelle, an der Existenz sich sammelt, verdichtet und neu formt.

Die dominierenden Gelb- und Goldtöne sind hier weit mehr als Farbe: Sie tragen die Anmutung von Licht, Wärme und ursprünglicher Lebenskraft. Dieses Gelb ist nicht dekorativ, sondern alchemistisch,  es erinnert an das Stadium der Wandlung, in dem Materie beginnt, sich zu vergeistigen. Aus der Tiefe des Bildes heraus scheint dieses Licht zu wachsen, als würde es von innen geboren, nicht von außen beleuchtet. Dadurch entsteht der Eindruck eines leuchtenden Herzensraums, eines inneren Schoßes, in dem Bewusstsein, Gefühl und Körper sich begegnen.

Die strukturierte Oberfläche aus Quarzsand und Acrylpaste verleiht dem Werk eine fast erdhafte Schwere. Sie macht das Bild körperlich erfahrbar, rau, widerständig, lebendig. Diese Textur steht für das Ungeformte, für das Noch-Nicht-Benannte, für die rohe Substanz des Seins. Gleichzeitig durchziehen vertikale, fließende Spuren die Komposition, wie Schleier, Wurzeln oder innere Bahnen, die an Geburtskanäle, Energiebahnen oder uralte Höhlenwände erinnern. Hier wird Bewegung sichtbar: ein Hinabsteigen, ein Sammeln, ein Erwachen.

Im unteren Bereich des Bildes tauchen helle, fast kristalline Akzente auf. Sie wirken wie erste Zeichen von Bewusstheit, wie Funken oder Keime, die aus der Tiefe an die Oberfläche drängen. Nichts ist klar umrissen, nichts abgeschlossen und genau darin liegt die Kraft dieses Werkes. Es erzählt nicht von einem fertigen Zustand, sondern von einem heiligen Übergang, von dem Moment kurz vor dem Sichtbarwerden, wenn etwas Neues noch geschützt, aber bereits spürbar ist.

„Geburtsgrotte im Herzen“ berührt, weil es an etwas erinnert, das wir alle kennen und doch selten betreten: den innersten Raum der Selbstwerdung. Es lädt ein, still zu werden, hinzuhören, sich dem eigenen Ursprung zuzuwenden. Dieses Bild ist kein Objekt, es ist ein Resonanzraum, ein Spiegel für innere Prozesse, ein visuelles Versprechen von Erneuerung. Wer sich darauf einlässt, spürt: Hier beginnt etwas. Immer wieder.

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