Schlagwort-Archiv: Geburtsgrotte

Kalenderblatt
24. Dezember

Geburtsgrotte im Herzen

Kalenderblatt vom 24. Dezember
“Geburtsgrotte im Herzen”
“Grotto of birth in the heart”
“La gruta del nacimiento en el corazón”

Acryl, Quarzsand, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild wirkt wie ein visueller Atemzug nach innen, ein Moment, in dem sich das Bewusstsein von der äußeren Welt löst und in einen archaischen, geschützten Raum des Werdens eintaucht. „Geburtsgrotte im Herzen“ ist keine Landschaft, sondern ein innerer Ort, eine Schwelle, an der Existenz sich sammelt, verdichtet und neu formt.

Die dominierenden Gelb- und Goldtöne sind hier weit mehr als Farbe: Sie tragen die Anmutung von Licht, Wärme und ursprünglicher Lebenskraft. Dieses Gelb ist nicht dekorativ, sondern alchemistisch,  es erinnert an das Stadium der Wandlung, in dem Materie beginnt, sich zu vergeistigen. Aus der Tiefe des Bildes heraus scheint dieses Licht zu wachsen, als würde es von innen geboren, nicht von außen beleuchtet. Dadurch entsteht der Eindruck eines leuchtenden Herzensraums, eines inneren Schoßes, in dem Bewusstsein, Gefühl und Körper sich begegnen.

Die strukturierte Oberfläche aus Quarzsand und Acrylpaste verleiht dem Werk eine fast erdhafte Schwere. Sie macht das Bild körperlich erfahrbar, rau, widerständig, lebendig. Diese Textur steht für das Ungeformte, für das Noch-Nicht-Benannte, für die rohe Substanz des Seins. Gleichzeitig durchziehen vertikale, fließende Spuren die Komposition, wie Schleier, Wurzeln oder innere Bahnen, die an Geburtskanäle, Energiebahnen oder uralte Höhlenwände erinnern. Hier wird Bewegung sichtbar: ein Hinabsteigen, ein Sammeln, ein Erwachen.

Im unteren Bereich des Bildes tauchen helle, fast kristalline Akzente auf. Sie wirken wie erste Zeichen von Bewusstheit, wie Funken oder Keime, die aus der Tiefe an die Oberfläche drängen. Nichts ist klar umrissen, nichts abgeschlossen und genau darin liegt die Kraft dieses Werkes. Es erzählt nicht von einem fertigen Zustand, sondern von einem heiligen Übergang, von dem Moment kurz vor dem Sichtbarwerden, wenn etwas Neues noch geschützt, aber bereits spürbar ist.

„Geburtsgrotte im Herzen“ berührt, weil es an etwas erinnert, das wir alle kennen und doch selten betreten: den innersten Raum der Selbstwerdung. Es lädt ein, still zu werden, hinzuhören, sich dem eigenen Ursprung zuzuwenden. Dieses Bild ist kein Objekt, es ist ein Resonanzraum, ein Spiegel für innere Prozesse, ein visuelles Versprechen von Erneuerung. Wer sich darauf einlässt, spürt: Hier beginnt etwas. Immer wieder.

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Kalenderblatt
23. Dezember

Der Weihnachtsstern ebnet den Weg zur Geburtsgrotte im Herzen

Kalenderblatt vom 23. Dezember
“Der Weihnachtsstern ebnet den Weg zur Geburtsgrotte im Herzen”
“The Christmas Star paves the way to the grotto of Birth in the heart”
“La Estrella de Belén allana el camino para la gruta de nacimiento en la corazón”

Acryl, Acrylpaste, Pigment, Asche von Räucherwerk auf Aquarellpapier ca. 15 x 21 cm

Dieses Bild ist keine Darstellung, es ist eine innere Bewegung. Es wirkt wie ein visuelles Durchschreiten vom äußeren Dunkel hin zu einem verdichteten, leuchtenden Ursprung. Die Komposition öffnet sich nicht linear, sondern in Strömungen, Wirbeln, Widerständen und Durchbrüchen. Genau darin liegt ihre Überzeugungskraft: Geburt ist kein sanfter Vorgang, sondern ein Akt der Entscheidung und der Hingabe.

Das dunkle Blau bildet den tragenden Raum – kühl, tief, beinahe kosmisch. Es steht für das Unbewusste, für Nacht, für die weite, noch unbestimmte Matrix des Seins. In diesen Raum schneiden sich kräftige Rotbahnen wie Spuren von Blut, Opfer, Lebenskraft. Rot erscheint hier nicht dekorativ, sondern existenziell: als Preis des Werdens, als Energie, die Bewegung erzwingt. Dazwischen bricht das Gelb in eruptiven, fast tastenden Gesten hervor, Licht, das nicht fertig ist, sondern sich erst formt. Dieses Gelb ist kein fertiger Stern, sondern das Suchen des Sterns nach seinem Ort.

Im Zentrum verdichtet sich alles zu einem goldenen Kern. Die Verwendung von Pigment und Asche verleiht diesem Punkt eine archaische Qualität: Gold nicht als Schmuck, sondern als Essenz nach der Verbrennung, als das, was bleibt, wenn alles Überflüssige gegangen ist. Hier liegt die Geburtsgrotte, nicht als Ort im Außen, sondern als heiliger Raum im Inneren, freigelegt durch Reibung, Hitze und Transformation. Die Asche erzählt von Hingabe, von Gebet, von Übergang , von etwas, das sich selbst gegeben hat, um Licht zu ermöglichen.

Der Weihnachtsstern ist in diesem Werk kein Symbol am Himmel, sondern eine innere Kraft, die den Weg ebnet. Er führt nicht von oben herab, sondern von innen nach außen. Das Bild fordert den Betrachtenden auf, diesem Weg zu folgen: durch Dunkelheit, durch Unruhe, durch Widerstand, bis hin zu dem Punkt, an dem das Eigene geboren wird. Nicht laut, nicht spektakulär, sondern wahr.

Dieses Werk spricht zu Menschen, die wissen, dass Neubeginn nicht mit Glanz beginnt, sondern mit Mut. Es erinnert daran, dass jede Geburt ein Durchgang ist, dass Licht nicht erscheint, weil es bequem ist, sondern weil jemand bereit war, den Weg freizulegen. Genau darin liegt seine stille, nachhaltige Kraft.

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