Schlagwortarchiv: Erwachen

Kalenderblatt
9. Juli

Der Punkt des Erwachens ist erreicht

Kalenderblatt vom 9. Juli
„Der Punkt des Erwachens ist erreicht“
„The point of awakening is attained“
„El punto del despertar esta alcanzado“

Acryl, Acrylpaste, Pigment, Quarzsand, Glitter auf Aquarellbütten ca. 21 x  15 cm

Es begann nicht mit einem Knall. Es begann mit einem Punkt. So klein, dass ihn niemand beachtete. So unscheinbar, dass selbst die Zeit achtlos an ihm vorüberging. Doch jeder Wandel, der die Welt verändert, beginnt dort, wo etwas Unscheinbares plötzlich beschließt, nicht länger unsichtbar zu bleiben.

Lange hatte das Licht geschlafen. Es lag verborgen unter Schichten aus Erinnerungen, Gewohnheiten und der trügerischen Sicherheit des Immergleichen. Die leuchtenden Gelbtöne des Himmels waren nicht einfach Farbe. Sie waren das langsame Erwachen eines Bewusstseins, das sich seinen Weg zurück an die Oberfläche bahnte. Mit jeder Schicht, mit jedem Körnchen Pigment und jedem Kristall des Quarzsandes gewann dieses Licht an Kraft, bis es schließlich den dunklen Mittelpunkt freilegte.

Viele hielten diesen Punkt für einen Schatten. Andere sahen darin eine Narbe oder eine Wunde. Doch wer lange genug hinschaute, erkannte etwas anderes. Der dunkle Kern war nicht das Ende des Lichtes, sondern seine Geburtsstätte. Genau dort, wo Zweifel und Hoffnung einander berühren, entsteht jener Moment, in dem der Mensch sich entscheidet, nicht länger vor sich selbst davonzulaufen.

Unter diesem leuchtenden Himmel tobte das Leben weiter. Die roten Formen wirkten wie eine Landschaft aus Leidenschaft, Schmerz, Mut und Freude. Dazwischen blitzten kleine Inseln aus Blau auf, als hätte selbst die Stille beschlossen, sich in das Geschehen einzumischen. Nichts war geordnet, und gerade deshalb war alles lebendig. Denn Erwachen geschieht niemals in vollkommener Harmonie. Es entsteht im Durcheinander, im Ringen, im Chaos, das langsam seine eigene Ordnung findet.

Der feine Glitter fing das Licht ein und ließ die Oberfläche bei jeder Bewegung anders erscheinen. So erinnerte das Bild daran, dass Wahrheit niemals starr ist. Sie verändert sich mit jedem Blickwinkel und offenbart immer nur so viel, wie der Betrachter bereit ist zu erkennen.

Schließlich begriffen die Menschen, dass sie ihr Leben lang nach einem fernen Ziel gesucht hatten. Sie hatten Berge bestiegen, Bücher gelesen, Lehrer verehrt und Antworten gesammelt. Doch der eigentliche Wendepunkt wartete geduldig an einem Ort, den niemand vermutete. Nicht am Ende des Weges, sondern im Inneren. Nicht in der Ferne, sondern im gegenwärtigen Augenblick.

Und genau deshalb trägt dieses Bild seinen Titel. Der Punkt des Erwachens ist erreicht. Nicht weil alle Fragen beantwortet wären. Nicht weil das Leben plötzlich einfach würde. Sondern weil der erste Schritt bereits getan ist. Von diesem Augenblick an gibt es kein Zurück mehr. Das Licht hat den Menschen gefunden. Und der Mensch hat den Mut gefunden, dem Licht zu folgen.

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Kalenderblatt
15. Februar

Der Traum vom Erwachen der Seele

Das Kalenderblatt zum 15. Februar
„Der Traum vom Erwachen der Seele“
„The dream of the awakening of the soul“
„El sueño del despertar del alma“

Aquarell, Acrylpaste, Acryl auf Aquarellbütten ca 15 x 20 cm

„Der Traum vom Erwachen der Seele“ ist ein Bild, das erfahren werden muss. Auf kleinem Format verdichtet sich hier ein innerer Kosmos, der größer ist als jede sichtbare Landschaft. Was zunächst wie eine poetische Komposition aus Farbe erscheint, entpuppt sich als Seelenprozess in Bewegung.

Im oberen Bildraum tobt das Element des Wassers, kühl, vielschichtig, in vibrierenden Blau- und Weißnuancen. Die Struktur der Acrylpaste verleiht diesem Bereich eine fast geologische Präsenz, als würde sich hier etwas Uraltes Bahn brechen. Das Unbewusste spricht in Textur. Es ist kein stilles Meer, sondern ein kraftvoller Ursprung , chaotisch, lebendig, schöpferisch. Aus diesem dynamischen Feld heraus formt sich eine wärmere Zone: Gelb- und Grüntöne mischen sich ein, wie erste Bewusstseinsimpulse im Traumzustand. Hier beginnt Transformation.

Rechts davon erhebt sich eine intensiv leuchtende Sonne, kein zartes Morgenlicht, sondern eine Inkarnation des inneren Erwachens. Das Gelb ist satt, fast körperlich spürbar. Diese Sonne scheint nicht nur am Himmel, sie scheint aus dem Inneren des Bildes. Sie ist Erkenntnis. Sie ist Bewusstsein. Sie ist das Versprechen, dass Dunkelheit niemals das letzte Wort behält.

Zwischen Wasser und Sonne zieht sich eine kraftvolle rote Formation durch den Raum. Sie wirkt wie ein schwebendes Wesen, wie ein Drachen, wie ein Herz in Bewegung. Rot steht hier nicht für Aggression, sondern für Lebensenergie, Mut und Inkarnation. Es ist die Brücke zwischen Traum und Wirklichkeit. Der Moment, in dem die Seele beschließt, nicht länger zu schlummern.

Der untere Bildbereich öffnet sich weit und lichtdurchflutet. Ein goldgelbes Feld, weich und doch strahlend, breitet sich aus wie eine verheißungsvolle Zukunft. Und mittendurch zieht sich ein violetter Weg, schmal, beinahe fragil, aber unübersehbar. Der Weg der Bewusstwerdung. Violett, die Farbe der Spiritualität, verbindet Himmel und Erde, Vision und Realität. Dieser Weg führt aus der Tiefe des Bildes direkt in die Weite, als Einladung an den Betrachter, selbst aufzubrechen.

Die Kombination aus Aquarell und Acrylpaste erzeugt dabei eine spannungsreiche Dualität: Transparenz trifft auf Dichte, Fließen auf Widerstand. Genau darin liegt die Botschaft des Werkes: Erwachen geschieht nicht sanft allein, es geschieht durch Reibung, durch Verdichtung, durch innere Bewegung.

Dieses Bild ist ein Übergangszustand. Ein Moment zwischen Schlaf und Klarheit. Zwischen Ahnung und Gewissheit. Es erinnert daran, dass jeder Mensch diesen inneren Sonnenaufgang in sich trägt, manchmal verborgen unter Wellen, manchmal überdeckt von roten Stürmen, aber stets bereit, hervorzubrechen.

„Der Traum vom Erwachen der Seele“ ist letztlich eine visuelle Meditation über Transformation. Ein leuchtendes Bekenntnis dazu, dass Erwachen kein plötzlicher Blitz ist, sondern ein farbgewaltiger Prozess, kraftvoll, chaotisch, wunderschön.

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