Kalenderblatt
5. August

Mittagssonne im See

Kalenderblatt vom 5. August
„Mittagssonne im See“
„Noonday sun in the lake“
„Sol de mediodía en el lago“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Das Werk „Mittagssonne im See“ fasziniert durch seine subtile Balance zwischen Abstraktion und landschaftlicher Assoziation. Auf den ersten Blick scheint das Bild ein rein expressives Farbspiel zu sein, doch bei genauerer Betrachtung eröffnet sich dem Betrachter eine poetisch aufgeladene Szenerie: das Flirren des Lichts auf einer bewegten Wasseroberfläche, eingefangen in einem Moment intensiver Sonnenreflexion.

Die Künstlerin oder der Künstler arbeitet mit einer dynamischen Spachteltechnik, die nicht nur Bewegtheit suggeriert, sondern auch eine fast taktile Qualität der Oberfläche erzeugt. Die Verwendung von Acrylpaste intensiviert diesen Eindruck haptischer Tiefe. In der Farbauswahl dominieren kühle Blau- und Grautöne, durchzogen von warmem Gelb und gebrochenem Weiß – eine Konstellation, die an das Zusammenspiel von Himmel, Sonne und Wasser erinnert. Goldene Akzente scheinen wie Lichtsplitter auf der Wasseroberfläche zu tanzen, was dem Werk eine fast meditative Ausstrahlung verleiht.

Aus kunsthistorischer Perspektive lässt sich das Bild in eine Tradition der lyrischen Abstraktion einordnen, wie sie seit der Mitte des 20. Jahrhunderts von Künstler*innen wie Helen Frankenthaler oder Gerhard Richter gepflegt wurde – jedoch mit einer ganz eigenen, intuitiv-poetischen Handschrift. Der bewusste Verzicht auf Konturen und die Überlagerung der Farbschichten erinnern an die Flüchtigkeit sinnlicher Wahrnehmung in der Natur.

„Mittagssonne im See“ ist kein rein visuelles Erlebnis, sondern eine Einladung zur inneren Resonanz. Es spricht weniger den analytischen Verstand als vielmehr das atmosphärische Empfinden an – ein leuchtender Moment der Stille, der sich im Bild materialisiert hat.

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Kalenderblatt
5. August

Kalenderblatt 5. August

Das Kalenderblatt zum 5. August
„Still gewordene Sehnsucht“

„Longing that has become silent“
„Anhelo que se ha vuelto silencioso“
Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

In „Still gewordene Sehnsucht“ verschmelzen zarte Aquarellverläufe mit pastoser Struktur zu einer atmosphärischen Verdichtung, die gleichermaßen kontemplativ wie expressiv wirkt. Der Einsatz von Acrylpaste erzeugt eine haptische Tiefe, welche die transzendente Wirkung des Bildraums verstärkt und dem Betrachter eine poetische Spurensuche im Sichtbaren erlaubt.

Die warme, beinahe glühende Farbigkeit im Zentrum steht in spannungsreicher Beziehung zu den kühleren, nebelartigen Partien des Bildrandes – als würde eine innere Landschaft zwischen Licht und Vergessen erzählt. Die „Sehnsucht“ im Titel verweist dabei weniger auf ein konkretes Ziel als auf einen Zustand des Dazwischen: auf das, was sich nicht mehr äußert, aber noch immer gegenwärtig ist –  als Empfindung, als Erinnerung, als still gewordene Kraft.

Das Werk lässt sich im Kontext zeitgenössischer abstrakter Malerei als ein bewusst entschleunigter Beitrag lesen, der sich der schnellen Lesbarkeit entzieht und stattdessen zur meditativen Betrachtung einlädt.

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