Kalenderblatt
21. August

Fat Finger Reaction

Kalenderblatt vom 21. August
„Fat Finger Reaction“

Acryl, Acrylpaste auf Bambuspapier ca. 21 x 15 cm

Kunst als innere Provokation. Manche Bilder sind wie sanfte Träume. Dieses hier ist anders. Es stellt dich vor eine Herausforderung.

Die tiefe, aufgewühlte Struktur in intensivem Blau wirkt fast wie ein verborgenes Terrain, roh, geheimnisvoll, nicht leicht zu entschlüsseln. Hier gibt es nichts Glattes, nichts Oberflächliches. Es ist das Terrain deiner eigenen ungezähmten Innerlichkeit.

Dann dieser unerwartete Riss im Blau: ein vibrierendes Grün, ein weißer Keil, der wie ein Lichtblitz wirkt. Keine Harmonie, sondern eine Unterbrechung. Genau so, wie das Leben manchmal in deine Pläne greift, unvorhersehbar, direkt, unübersehbar.

Und plötzlich: zwei Marker, gelb und rot, scharf wie Wegweiser, aber ohne Karte. Kein „fertiger Plan“, sondern Hinweise. Sie fordern dich auf, selbst zu entscheiden. Was bringt dich in Bewegung? Was löst deine Energie aus, die Sonne des Gelb, das Feuer des Rot?

„Fat Finger Reaction“ ist kein Bild, das man nebenbei betrachtet. Es ist ein Katalysator. Es löst etwas aus, ohne Rücksicht auf deine Komfortzone.
Es will dir nicht gefallen. Es will dich wecken.

Wenn du bereit bist für ein Werk, das dich jeden Tag daran erinnert, dass Klarheit nicht aus Routine entsteht, sondern aus Reibung , dann wird dieses Bild zu deinem Verbündeten.

Hol es dir nach Hause. Und lass dich überraschen, welche unentdeckten Räume es in dir selbst freilegt.

Teile diesen Beitrag

Kalenderblatt
21. August

Der letzte Abend auf Elba

Das Kalenderblatt zum 21. August
“Der letzte Abend auf Elba”

“The last evening on Elba”
“La ultima tarde en la isla de Elba”
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm
         

Das Werk entfaltet eine stark zentralisierte Komposition, deren Fokus auf einem strahlenden Sonnenball liegt. Dieser wirkt als visuelles wie semantisches Zentrum und kontrastiert mit der eruptiven Textur der umgebenden Flächen. Im unteren Bildbereich dominieren erdige, braune Töne von materialhafter Dichte, nach oben hin öffnet sich das Bild in leuchtende Rot- und Orangetöne, die schließlich in Blau und Gelb übergehen. So entsteht eine vertikale Achse, die Schwere und Erdverbundenheit mit Transzendenz und Auflösung verbindet.

Die Verwendung von Acrylpaste verleiht dem Bild eine reliefartige Oberfläche, die an geologische Prozesse erinnert und den Naturraum weniger als topografische Wiedergabe denn als dynamischen Prozess sichtbar macht. Damit rückt die Materialität der Malerei selbst in den Vordergrund, was Bezüge zur informellen Malerei der Nachkriegszeit eröffnet.

Die Farbskala von Rot, Orange und Gelb, kontrastiert mit Blau und Braun, trägt eine symbolische Spannung von Energie und Endlichkeit, Wärme und Kühle, Nähe und Ferne. In dieser Gegenüberstellung entsteht ein Bild des Übergangs: das Verlöschen des Tages und zugleich ein Moment höchster Intensität.

Kunsthistorisch lässt sich das Werk an der Schnittstelle zwischen Expressionismus und Informel verorten. Während die emotionale Aufladung von Farbe und Natur an den Expressionismus erinnert, verweist die Betonung der Materialität auf informelle Konzepte.

Über die Landschaft hinaus erschließt sich eine ikonologische Ebene: Der „letzte Abend“ verweist nicht allein auf den Tagesverlauf, sondern evoziert Themen wie Abschied, Vergänglichkeit und Transformation. Der Verweis auf Elba trägt zusätzlich kulturelle Konnotationen – Insel, Verbannung, Übergang – und erweitert die metaphorische Dimension des Werkes.

Teile diesen Beitrag