Kalenderblatt
2. März

An manchen Ackerrainen liegt noch Schnee

Das Kalenderblatt zum 2. März
“An manchen Ackerrainen liegt noch Schnee”
“At some lynchets there still is snow
“Hay todavía nieve a algunos linderos”

Acrylpaste und Acryl auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Der Titel wirkt wie eine beiläufige Notiz aus einem Feldtagebuch  und doch öffnet er einen Resonanzraum von großer Tiefe: „An manchen Ackerrainen liegt noch Schnee“. Dieses Bild erzählt nicht von einer Landschaft im topografischen Sinn, sondern von einem Zustand. Von einer Schwelle. Von jener feinen, kaum greifbaren Phase zwischen Verharren und Aufbruch.

Die horizontale Weite in warmen Ocker-, Rost- und Gluttönen spannt einen Raum auf, der bereits vom kommenden Licht durchzogen ist. Nichts ist hier grell, nichts demonstrativ. Stattdessen breitet sich eine gedämpfte Wärme aus, wie Erde, die beginnt, die Kälte des Winters abzugeben. Doch an den Rändern verdichtet sich das Dunkel. Dort, wo das Bild vertikal aufragt, sammeln sich Schatten, Tiefe, Widerstand. Der Schnee ist nicht als Weiß formuliert, er ist Erinnerung, Rest, Beharrung. Er liegt nicht sichtbar auf dem Feld, sondern in den Strukturen, in den Schichten, in den schwereren Zonen der Komposition.

Gerade diese Spannung macht die Bildarchitektur so eindringlich: Die ruhige, atmende Horizontalität der Mitte trifft auf die kraftvolle, fast archaische Vertikalität der Randbereiche. Es ist, als würde sich die Landschaft zwischen zwei Polen entfalten, zwischen Loslassen und Festhalten. Die dunklen Formationen wirken wie Schwellenhüter. Sie rahmen nicht nur das Geschehen, sie verdichten es. Vielleicht sind es die letzten Spuren des Winters. Vielleicht sind es innere Landschaften, die sich noch nicht ganz öffnen wollen.

Die Materialität spielt dabei eine zentrale Rolle. Acrylpaste auf Aquarellbütten erzeugt eine Oberfläche, die nicht nur gesehen, sondern beinahe ertastet werden will. Die Textur ist brüchig, geschichtet, aufgeraut, wie ein Acker, der die Spuren vergangener Jahreszeiten trägt. Hier ist nichts glattpoliert. Jede Unebenheit erzählt von Zeit, von Witterung, von Wandlung. Unter der scheinbar stillen Fläche arbeitet etwas. Es ist ein leises, beharrliches Werden.

Farblich oszilliert das Werk zwischen Glut und Asche. Das warme Orange im oberen Bereich wirkt wie ein ferner Sonnenaufgang, oder wie das Nachleuchten eines bereits verglühten Feuers. Darunter öffnet sich eine hellere, fast karge Zone, die dem Blick Weite schenkt und zugleich Zurückhaltung auferlegt. Das Bild inszeniert keinen dramatischen Umbruch. Es zelebriert das Zögern.

Und genau darin liegt seine poetische Kraft: Es spricht vom Übergang ohne Pathos, vom Wandel ohne Spektakel. Von jenem Moment, in dem das Alte noch nicht ganz verschwunden ist und das Neue sich erst andeutet. Der Schnee an den Ackerrainen ist Metapher für das, was bleibt, obwohl der Frühling längst begonnen hat.

Wer sich diesem Bild aussetzt, erlebt keine laute Botschaft, sondern eine Einladung zur Kontemplation. Es verlangt Geduld. Es belohnt Aufmerksamkeit. Denn in seiner Zurückhaltung liegt eine tiefe, existenzielle Wahrheit: Wandel geschieht nicht abrupt. Er tastet sich vor, Schicht um Schicht, Farbe um Farbe, Atemzug um Atemzug.

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Frieden-Mut

Die beiden Bilder mit den Titeln  „Frieden – Mut: [Sag NEIN!]“ und „Frieden – Mut: [Sag JA!]“ sind als Zwillingswerke zu verstehen.

Sie spiegeln zwei komplementäre Haltungen wider, die im menschlichen Leben untrennbar miteinander verbunden sind.

Das erste Bild, [Sag NEIN!], stellt die Kraft des Widerstands dar.
Es erinnert daran, dass Frieden nicht nur Sanftheit bedeutet, sondern auch die Fähigkeit, klare Grenzen zu setzen. Ein NEIN kann Schutz sein, ein lebensnotwendiger Akt der Selbstachtung, ein Schild gegen Überforderung, Manipulation oder Gewalt.

Die malerische Sprache des Werkes unterstreicht diese Botschaft:
kräftige Kontraste, entschiedene Linien und eine klare Farbdramaturgie zeigen, dass Mut auch in der Verweigerung liegen kann.

Das zweite Bild, [Sag JA!], wendet den Blick auf die andere Seite des Friedens.
Hier öffnet sich der Mensch, bejaht das Leben, vertraut den Möglichkeiten, die vor ihm liegen.
Ein JA ist ein Einverständnis mit dem Fluss der Existenz, ein Zeichen von Offenheit und innerem Frieden.

Zugleich greifen beide Werke den tieferen Gedanken auf:
Ein Mindset-Durchbruch aus der begrenzten Realität hinein in einen Freiraum des Lichts.
Dieser Raum strahlt zurück in die Welt und wirkt befriedend.

Es braucht Mut, sich mit sich selbst zu konfrontieren, Stück für Stück loszulassen und zu transformieren.
In diesen Freiraum des Lichtes einzutreten bedeutet, Heilung zu erfahren und Frieden weiterzugeben.

So entfalten beide Bilder gemeinsam ein Spannungsfeld, das zugleich ergänzend und verbindend ist. Frieden entsteht nicht durch Einseitigkeit, sondern durch das bewusste Erleben von Entscheidung.

Die Betrachtenden sind eingeladen, ihre eigene Haltung zu prüfen:

Wann braucht es ein mutiges NEIN, und wann ein offenes JA?

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Der festgesetzte Preis von 1789.– Euro je Bild ist bewusst gewählt und trägt eine eigene Bedeutungsebene. Er verweist auf das Jahr der Französischen Revolution, jenen historischen Moment, in dem ein kollektives NEIN zu Unterdrückung und Machtmissbrauch ausgesprochen wurde und zugleich der Aufbruch in eine neue Ordnung begann. In diesem Sinn wirkt 1789 nicht nur als Zahl, sondern als Resonanzraum für Mut, Verantwortung und den Preis von Freiheit, Würde und Selbstbestimmung.

Dieser Resonanzraum spiegelt das Spannungsfeld der beiden Zwillingswerke „Frieden – Mut: [Sag NEIN!]“ und „Frieden – Mut: [Sag JA!]“. Im ersten Bild steht das mutige NEIN als Akt der Selbstachtung und Grenzziehung im Mittelpunkt, ein notwendiger Schritt, der Schutz, Klarheit und innere Integrität ermöglicht. Erst aus diesem bewussten NEIN heraus öffnet sich im zweiten Bild das JA zum Leben, zur Heilung und zur transformierenden Kraft inneren Friedens.

So verweist 1789 auf den inneren wie äußeren Prozess, den beide Werke thematisieren: Frieden entsteht nicht aus Passivität, sondern aus Entscheidung, Bewusstheit – und aus der Bereitschaft, den Preis der Freiheit zu tragen, der bis in unsere Gegenwart nachhallt.

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