Kalenderblatt
28. Januar

Morgenbild vom 28. Januar
“Die Garnelen hüpfen aus der Pfanne”
“The prawns are hopping out of the frypan”
“Las gambas estan saltando de la sartén”

Acryl auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Die Garnelen hüpfen aus der Pfanne“ ist ein Bild wie ein plötzlicher Ausbruch von Leben: nicht geplant, nicht kontrolliert, sondern frei, heiß und unverschämt lebendig. Der rote Schwung zieht sich wie eine glühende Spur durch die Komposition, ein klares Zeichen von Bewegung, Dringlichkeit und Emotion. Dieses Rot wirkt wie der Moment, in dem etwas nicht mehr „funktionieren“ will, sondern sich behauptet, sich losreißt und seinen eigenen Rhythmus findet.

Darüber leuchtet ein kraftvolles Gelb, wie ein Aufblitzen von Erkenntnis oder ein frecher Sonnenstoß mitten ins Geschehen. Es ist kein sanftes Licht, sondern ein Signal: Jetzt! Gleichzeitig trägt es etwas Spielerisches in sich, fast wie ein befreiendes Lachen, das sich über Regeln hinwegsetzt. Hier wird nicht erklärt, hier wird gezündet, als wäre das Bild ein kurzer, intensiver Augenblick, in dem alles gleichzeitig passiert.

Das vibrierende Blau bringt Tiefe in dieses Chaos, jedoch keine Ruhe, sondern Strömung: Gefühle, die sich nicht mehr verstecken, sondern nach oben drängen und sichtbar werden. Unten hält das Grün wie ein lebendiger Boden dagegen, Wachstum, Widerstand, Erdung. Es wirkt, als würde sich im selben Moment etwas auflösen und neu formieren, als ob das Leben selbst seine Farben durcheinanderwirft, um daraus eine neue Ordnung zu erschaffen.

So bleibt der Eindruck eines Ereignisses: Hitze, Sprungkraft, Aufbruch. Dieses Werk ist eine Metapher für die Momente, in denen das Innere zu stark wird für jede Form  und genau dadurch den Weg nach draußen findet. Nicht als Verlust von Kontrolle, sondern als Triumph des Lebendigen: das Unbändige, das sich nicht aufhalten lässt, und das uns daran erinnert, dass echte Energie immer dann entsteht, wenn etwas den Mut hat, aus der Pfanne zu springen.

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Kalenderblatt
27. Januar

Wu's Kriegserklärung

Das Kalenderblatt zum 27. Januar
“Wu’s Kriegserklärung”
“Wu’s declaration of war”
“Declaración de guerra de Wu”

Aquarell, Glitter, Tusche auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Wu’s Kriegserklärung“ ist kein Bild, das um Zustimmung wirbt, es ist ein Bild, das Haltung einfordert. Schon im ersten Moment spürt man: Hier wird nicht dekoriert, hier wird entschieden. Auf kleinem Format entfaltet sich eine große innere Bühne, auf der sich Kraft, Widerstand, Wille und Wandlung begegnen. Das Aquarell flackert wie ein emotionaler Horizont, Gelb, Orange, Rot brennen wie ein inneres Feuer, während Grün darunter eine Ahnung von Erdung und Neubeginn hält. Diese Farbwelt wirkt nicht sanft,  sie wirkt wach, wie ein Alarmzustand der Seele, wie der Moment kurz vor einem unumkehrbaren Schritt.

Im Zentrum steht ein streng gerahmtes Feld, ein rechteckiger Raum der Verdichtung, wie eine Schriftrolle, ein Siegel, ein Manifest. Dort bündelt sich die Energie zu Zeichen, die zugleich Schrift und Bewegung sind, Tusche als klare Ansage, als Schnitt durch das Ungefähre. Dieses Zentrum ist wie ein Herzstück, in dem sich das Unsichtbare endlich formuliert: Nicht als Erklärung, sondern als Deklaration. Und darunter lodert ein rotes Zeichen, fast wie eine Flamme, die aus dem Innersten aufsteigt,  nicht zerstörerisch, sondern reinigend, nicht blind, sondern zielgerichtet. Es ist die Bildgewordene Aussage: Jetzt. Nicht später. Nicht halb.

Links und rechts stehen zwei hohe, vertikale Figuren, Wächter, Pfosten, Resonanzsäulen. Links ein roter Stab mit dunklen Enden, wie Hände, Haken oder Krallen,  etwas, das greifen könnte, festhalten, vielleicht auch fordern. Rechts ein schwarzer Stab, strenger, kühler, präziser,  wie ein Gegenspieler, eine Instanz, eine Grenze. Zwischen beiden spannt sich ein unsichtbares Kraftfeld auf: Impuls gegen Ordnung, Feuer gegen Form, Leben gegen Kontrolle. Und genau darin liegt die Spannung dieses Werkes: Es schreit nicht nach Chaos, es ringt um Richtung. Es ist keine Explosion, es ist eine gezielte Kampfansage an das, was zu lange regiert hat, innere Fremdbestimmung, alte Muster, lähmende Kompromisse.

Der Glitter ist dabei kein Schmuck. Er ist eine Erinnerung daran, dass selbst im Konflikt etwas Licht steckt, ein winziger, subversiver Glanz, der sagt: Auch das ist Teil der Macht: Schönheit, die sich nicht entschuldigt. Während die Tusche kompromisslos konturiert, lässt das Aquarell alles vibrieren, als wäre die Realität nicht fest, sondern flüssig, veränderbar, neu verhandelbar. Diese Mischung aus Unschärfe und Entscheidung macht das Bild so intensiv: Hier wird nicht nur gekämpft, hier wird umgeschrieben.

„Wu’s Kriegserklärung“ ist damit weniger ein Angriff als ein Erwachen. Es ist die visuelle Form eines inneren Eids: Ich trete an. Ich wähle. Ich werde. Ein Werk, das dich nicht fragt, ob du bereit bist, sondern dich daran erinnert, dass du es längst bist.

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