Kalenderblatt
20. Oktober

Kalenderblatt 20. Oktober

Das Kalenderblatt zum 20. Oktober
„Am Wasser des Neubeginns unter stürmischem Licht“
„By the Water of Renewal beneath Stormy Light“
„Junto al agua del renacer bajo la luz de la tormenta“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Es ist eine Landschaft, die sich nicht entscheiden muss, ob sie Wirklichkeit oder Erinnerung sein will.

Ein tiefes, bewegtes Blau breitet sich aus. Darüber steigen zwei glühende Ufer empor, rot, erdig, beinahe wie aufgerissene Wunden in der Landschaft. Sie öffnen sich zu einer Ferne, die kein eindeutiges Ziel kennt.

Was darüber liegt, könnte Himmel sein. Doch dieser Himmel hat seine Ruhe verloren. Farben drängen ineinander, Linien kreuzen sich, helle Spuren durchbrechen dunkle Verdichtungen. Licht erscheint nicht als sanfter Schein, sondern als eine Kraft, die sich ihren Weg durch Widerstände bahnt.

Nichts in diesem Bild ist wirklich still. Selbst dort, wo die Landschaft Halt verspricht, scheint etwas in Bewegung geraten zu sein.

Und doch gibt es einen Ort, an dem sich alles sammelt: jenen schmalen, lichten Durchgang zwischen den Ufern, wo Wasser, Erde und Himmel aufeinandertreffen. Ein unscheinbarer Punkt, der das ganze Bild zusammenhält und zugleich in die Ferne öffnet.

Vielleicht liegt gerade darin das Geheimnis dieser Landschaft. Sie zeigt keinen Neubeginn als fertiges Versprechen. Sie zeigt den Augenblick davor, in dem das Vertraute seine Gestalt verliert und etwas Unbekanntes möglich wird.

Die Landschaft wird zum Ausdruck eines inneren Geschehens, ohne ihre Eigenständigkeit als Landschaft aufzugeben.

Sie erzählt nicht, wohin der Weg führt. Sie lässt uns spüren, dass es einen Weg gibt.

Und vielleicht beginnt jeder wirkliche Aufbruch genau dort, wo wir aufhören, schon im Voraus wissen zu wollen, was uns erwartet.

 

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Kalenderblatt
20. Oktober

Hier hast du mehr Himmel!

Kalenderblatt vom 20. Oktober
„Hier hast du mehr Himmel!“
„Oh, here is more sky for you!“
„Aquí está más cielo para tí!“

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Manchmal genügt ein Augenblick, um die Welt anders zu sehen.

Ein leuchtendes Gelb breitet sich aus, durchzogen von Türkis, Blau und flüchtigen Spuren aus Rot. In seiner Mitte verdichtet sich die Farbe zu einer beinahe kreisförmigen Gestalt. Ist es eine Sonne? Ein aufbrechender Horizont? Oder etwas, das noch keinen Namen hat?

Das Licht scheint aus der Tiefe des Bildes hervorzudringen. Es überlagert, durchdringt und verwandelt die Strukturen, die sich ihm entgegenstellen. Dunkle, zerklüftete Farbspuren sammeln sich am unteren Rand, während sich darüber ein weiter, beinahe grenzenloser Farbraum öffnet.

Hier begegnen sich Schwere und Leichtigkeit, Widerstand und Aufbruch, das Festhalten und das Loslassen.

„Hier hast du mehr Himmel.“

Dieser Satz klingt wie eine unerwartete Entdeckung. Vielleicht ist damit gar nicht der Himmel gemeint, den wir über uns sehen. Vielleicht geht es um jene Weite, die plötzlich erfahrbar wird, wenn vertraute Grenzen ihre Selbstverständlichkeit verlieren.

Das Bild erzählt nicht von einer vollkommenen Welt. Seine Oberfläche trägt Spuren von Bewegung, Überlagerung und Verletzlichkeit. Nichts ist glatt, nichts endgültig. Und gerade daraus entwickelt sich eine eigentümliche Leuchtkraft.

Die Farbe behauptet sich nicht gegen die Dunkelheit. Sie nimmt sie auf, umspielt sie, lässt sie Teil eines größeren Zusammenhangs werden.

So entsteht ein Bild, das weniger eine Antwort gibt, als eine Möglichkeit eröffnet.

Vielleicht bedeutet mehr Himmel nicht, der Erde zu entfliehen, sondern ihr mit einem weiteren Blick zu begegnen.

Und vielleicht beginnt genau dort etwas Neues, wo wir für einen Moment aufhören, die Welt und uns selbst auf das Bekannte zu begrenzen.

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