Kalenderblatt
24. April

La Conca ist nicht Monte Curiano

Das Kalenderblatt zum 24. April
“La Conca ist nicht Monte Curiano”
“La Conca is not Monte Curiano”
“La Conca no es Monte Curiano”

Pastellkreide und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Dieses Bild ist eine Entscheidung. Ein stiller, aber unübersehbarer Moment, in dem sich Wahrnehmung von Projektion trennt. Der Titel „La Conca ist nicht Monte Curiano“ wirkt zunächst wie eine geografische Klarstellung, doch in Wahrheit ist er eine poetische Grenzziehung zwischen Erinnerung und Realität. Hier wird nicht nur ein Ort benannt, sondern eine Verwechslung aufgelöst, die tiefer reicht als jede Landkarte.

Die weichen, vibrierenden Farbfelder erzählen von einem inneren Sehen, das sich nicht an topografische Genauigkeit bindet. Das warme Gelb der Sonne scheint nicht über einem konkreten Ort zu stehen, sondern über einem Zustand des Erkennens. Die rote Bewegung darunter, wie ein flüchtiger Gedanke, ein emotionaler Impuls, durchzieht den Himmel als Spur einer Korrektur: Hier wurde etwas gefühlt, vielleicht sogar geglaubt, das sich nun als Illusion entpuppt. Und doch bleibt es schön, bleibt es wahr auf einer anderen Ebene.

Die grünen Hügel im Vordergrund sind keine exakten Landschaften von Elba oder der Toskana, sie sind Resonanzräume der Erinnerung. Orte, die ineinanderfließen, sich überlagern, sich gegenseitig überformen. La Conca und Monte Curiano stehen hier exemplarisch für das menschliche Bedürfnis, Erfahrungen zu ordnen, zu benennen, zu verorten und gleichzeitig für die Unmöglichkeit, dies jemals vollständig zu tun. Denn was wir sehen, ist nie nur das, was ist, sondern immer auch das, was wir darin erkennen wollen.

Gerade in dieser scheinbaren Einfachheit liegt die Kraft des Bildes: Es fordert nicht zur Orientierung auf, sondern zur Bewusstwerdung der eigenen inneren Landkarte. Wo verwechseln wir? Wo projizieren wir? Wo halten wir etwas für „diesen Ort“, obwohl es längst ein anderer geworden ist? Dieses Werk ist kein Abbild, es ist eine stille Intervention gegen die Selbstverständlichkeit unserer Wahrnehmung.

„La Conca ist nicht Monte Curiano“ wird so zu einer existenziellen Aussage: Nicht alles, was sich ähnlich anfühlt, ist dasselbe. Nicht jede Erinnerung ist ein Ort. Und nicht jede Landschaft gehört der Welt, manche gehören allein uns.

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Kalenderblatt
24. April

Osterspaziergang 2011

Kalenderblatt vom 24. April
“Osterspaziergang 2011”
“Easter parade 2011”
“Desfile de Pascua 2011”

Gesso, Tusche auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Es war ein Morgen, der sich nicht entscheiden konnte, ob er schon zur Welt gehörte oder noch ein Traum war. Der Himmel hing wie ein unausgesprochener Gedanke über der Landschaft, und irgendwo zwischen Atem und Erwachen begann der alte Weg, der jedes Jahr nur einmal sichtbar wurde, am Tag des Osterspaziergangs.

Er trat hinaus, ohne zu wissen, warum gerade heute. Der Boden unter seinen Füßen fühlte sich vertraut und doch neu an, als hätte jemand die Welt in der Nacht leise umgeschrieben. Ein schwarzer, geschwungener Pfad zog sich vor ihm entlang, nicht gerade, nicht logisch, eher wie eine Frage, die sich selbst stellt. Er folgte ihr.

Links, kaum sichtbar, flackerte ein Zeichen auf, ein rotes, unruhiges Fragment, wie ein vergessenes Wort aus einer Sprache, die nur das Herz versteht. Es vibrierte, als wolle es warnen oder erinnern, doch er ging weiter. Denn vor ihm begann etwas zu leuchten.

Zuerst war es nur ein Wirbel. Ein gelbes Kreisen im Inneren eines dunklen Bogens, wie ein Auge, das sich langsam öffnet. Er blieb stehen. In diesem Moment wurde ihm klar: Das war kein Ort. Das war ein Übergang. Ein Punkt, an dem das Alte sich löst und das Neue noch nicht weiß, welche Form es annehmen will.

Und dann sah er sie.

Eine Blüte, oder war es ein Zeichen? Vier kraftvolle Schleifen, ineinander verschlungen, gehalten von Linien, die zugleich fest und fragil wirkten. In ihrem Inneren glühte Rot. Nicht aggressiv, nicht laut, sondern lebendig. Wie das erste Blut nach einem langen Winter. Wie Herzschläge, die sich erinnern, dass sie schlagen dürfen.

Er trat näher, und die Linien begannen sich zu bewegen. Nicht sichtbar, aber spürbar. Die Welt war nicht mehr still. Sie war im Werden.

Da verstand er.

Der Osterspaziergang war kein Spaziergang durch die Landschaft. Er war ein Gang durch das eigene Innere. Der schwarze Weg war seine Vergangenheit, verschlungen, widersprüchlich, aber tragend. Das rote Zeichen war das Unverarbeitete, das Unausgesprochene. Der gelbe Wirbel war die Erkenntnis, die sich ankündigt, leise, aber unaufhaltsam.

Und die Blüte?

Die Blüte war das Versprechen.
Dass aus Chaos Form wird.
Dass aus Dunkelheit Bewegung entsteht.
Dass aus dem, was war, etwas völlig Neues erwachsen kann.

Er schloss die Augen.

Als er sie wieder öffnete, war der Weg verschwunden.

Doch etwas war geblieben.

Ein inneres Leuchten, das nicht mehr vergehen wollte.

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