Kalenderblatt
28. August

Django, er war einsam, aber schneller. Unrecht - das war sein Gesetz

Kalenderblatt vom 28. August
„Django, er war einsam, aber schneller. Unrecht – das war sein Gesetz“
„Django, he was lonesome but faster. Unjusteness – that was his law.“
„Django, estaba solitario pero más rápido. La injusticia – esto era su ley.“

Acryl und Acrylpaste auf Bambuspapier ca 21 x 15 cm

Eine fast vollständig blaugraue, zerfurchte Fläche beherrscht das Bild. Schichten überlagern sich, werden durchbrochen, abgeschabt und erneut übermalt. Die Acrylpaste hinterlässt Grate, Rillen und Spuren. Die Oberfläche erinnert an verwittertes Metall, eine alte Wand oder eine Landschaft, in der sich etwas ereignet hat, dessen Geschichte nicht mehr vollständig lesbar ist.

Inmitten dieser kühlen, beinahe monochromen Umgebung erscheint eine kleine Ansammlung intensiver Farben. Gelb leuchtet hervor, darunter Grün, Blau, Violett, Rotbraun und Weiß. Die Formen scheinen für einen Augenblick etwas Gegenständliches anzunehmen und entziehen sich im nächsten Moment wieder.

Eine Figur? Ein Hut? Ein Mantel? Eine zurückgelassene Spur?

Der ungewöhnlich lange Titel stammt aus einem Song von Insterburg & Co. und bringt eine zweite Ebene in das Bild. Mit Django taucht die Welt des Westerns auf: der einsame Held, Geschwindigkeit, Gesetz und Unrecht. Doch nichts davon wird unmittelbar dargestellt.

Kein Pferd. Kein Revolver. Kein Horizont.

Stattdessen begegnen wir Farbe, Material und einer Oberfläche voller Spuren und Überlagerungen. Django selbst bleibt unsichtbar. Vielleicht verbirgt er sich in der gelben Form, vielleicht in den farbigen Fragmenten darunter. Vielleicht ist er längst verschwunden und nur etwas von ihm ist zurückgeblieben.

Wer den musikalischen Bezug kennt, kann im Titel zugleich den skurrilen und parodistischen Unterton von Insterburg & Co. mithören. Wer ihn nicht kennt, könnte ihn für den Satz aus einem seltsamen, längst vergessenen Western halten. Gerade zwischen diesen beiden Lesarten öffnet sich ein Spielraum.

Auch die im Titel angesprochene Einsamkeit findet im Bild eine Entsprechung, ohne zum Symbol erklärt werden zu müssen: Eine kleine, leuchtende Farbgruppe steht einer beinahe übermächtigen blauen Umgebung gegenüber. Sie behauptet ihren Platz darin, und doch bleibt offen, ob sie gerade auftaucht oder bereits wieder verschwindet.

So illustriert das Bild den Song nicht. Es nimmt eine Spur daraus auf und verwandelt sie in Malerei.

Vielleicht ist Django gerade vorbeigeritten.
Vielleicht kommt er erst noch.
Vielleicht hat er sich irgendwo in dieser blauen Fläche verirrt.

Geblieben sind Farbe, Spuren und ein Titel, der eine Geschichte verspricht, die das Bild beharrlich nicht zu Ende erzählt.

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Kalenderblatt
28. August

Kalenderblatt 28. August

Das Kalenderblatt zum 28. August

„Die Wiese, die vom Meer träumte“
„The Meadow That Dreamed of the Sea“
„El prado que soñaba con el mar“

Acryl und  Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Wo endet die Wiese und wo beginnt das Meer?

Türkis, Blau, Grün, Weiß und einzelne gelbe Spuren überlagern sich zu einer Landschaft, die sich einer eindeutigen Zuordnung entzieht. Was zunächst wie Vegetation erscheint, kann im nächsten Augenblick Wasser sein. Helle Strukturen erinnern an Gräser und Blüten, zugleich aber auch an Schaum, Gischt und bewegte Wellen.

Die Wiese scheint sich an das Meer zu erinnern, obwohl sie vielleicht niemals dort gewesen ist.

Die Acrylpaste verstärkt dieses Spiel. Ihre reliefartigen Spuren geben der Oberfläche eine körperliche Struktur, an der das Licht hängen bleibt. Je nach Blickwinkel treten andere Bereiche hervor: kleine Erhebungen, Verdichtungen und offene Stellen, die das Bild ständig zwischen Landschaft und Abstraktion wechseln lassen.

Besonders die gelben und goldenen Partien wirken wie Lichtinseln innerhalb der kühlen Farbwelt. Sie könnten Blüten sein, Sonnenreflexe auf Wasser oder etwas, das sich jeder gegenständlichen Benennung entzieht.

Der Titel „Die Wiese, die vom Meer träumte“ macht aus dieser Unbestimmtheit eine kleine Geschichte. Zwei Landschaften begegnen sich, ohne dass eine die andere verdrängt.

Vielleicht träumt die Wiese davon, ihre Begrenzung zu verlieren.
Vielleicht träumt das Meer davon, für einen Augenblick festen Boden zu bekommen.

Oder vielleicht existiert diese Trennung nur in unserem Blick.

Im Bild werden Gras zu Wellen, Wellen zu Licht und Landschaft zu Erinnerung.

 

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