
Das Kalenderblatt zum 8. November
„Zwischen Nebelschleiern tanzen die goldenen Geometrien des Erwachens“
“Golden Geometries of Awakening Dance Between Veils of Mist”
“Entre velos de niebla danzan las geometrías doradas del despertar”
Aquarell auf Aquarellpapier ca 21 x 15 cm
Wie ein stiller Atemzug entfaltet sich dieses Bild zwischen Traum und Wirklichkeit. Grün und Ocker verdichten sich zu einem Raum ohne feste Grenzen. Helle Schleier ziehen durch die Farbflächen, lassen Tiefe entstehen und nehmen sie wieder zurück. Darin erscheinen ein goldenes Dreieck und eine schräg gelagerte Fläche: klare Formen in einer fließenden Welt. Verstreute Goldspuren verbinden sie mit dem bewegten Grund.
In dieser Begegnung von Form und Auflösung, Licht und Nebel wird Erwachen als behutsamer Vorgang erfahrbar. Etwas nimmt Gestalt an, während anderes noch im Ungefähren bleibt. Die goldenen Formen lassen sich als Zeichen einer Erkenntnis lesen, die im Verborgenen heranreift. Ihre Klarheit gibt dem Blick Halt, ohne das Geheimnis des Bildes aufzulösen.
Auch der Nebel hat hier seinen eigenen Wert. Er verhüllt und öffnet zugleich, schafft Übergänge und lässt Möglichkeiten ahnen. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Gewissheit und der Bereitschaft, sich dem Unbekannten zu öffnen.
Das Bild lädt dazu ein, bei dieser Schwebe zu verweilen. Wo zeichnet sich im eigenen Leben etwas ab, das noch keinen Namen hat? Was beginnt bereits zu leuchten, bevor wir es verstehen? Erwachen beginnt vielleicht dort, wo wir dem kaum Sichtbaren unsere Aufmerksamkeit schenken.