Kalenderblatt
4. Oktober

Kalenderblatt 4. Oktober

Das Morgenbild zum 4. Oktober
„Der Pfad der Schlange – Heimkehr ins goldene Licht“
„The Serpent’s Path – The Return unto the Golden Light“
„El Sendero de la Serpiente – El Retorno hacia la Luz Dorada“

Aquarell und Goldpaste auf Aquarellpapier ca 15 x 21 cm   rot.gif
 

Aus der Tiefe steigt eine Bewegung empor.

Noch trägt sie die Farben der Erde in sich: Rot, Ocker, Spuren von Feuer und Materie. Wie eine Schlange windet sich die dunkle Linie durch den Bildraum, suchend und tastend, einem Ursprung entgegen, den sie vielleicht vergessen, aber nie ganz verloren hat.

Über ihr öffnet sich das Gold.

Es erscheint nicht nur als fernes Ziel, sondern wie eine Erinnerung. Ein leuchtender Kreis, umgeben von Gelb und einer dunklen Bahn. Licht und Dunkel stehen sich dabei nicht einfach als Gegensätze gegenüber. Beide gehören zu demselben Weg.

Die Schlange wird zum Zeichen einer inneren Bewegung. Seit alters trägt sie die Bedeutung von Wandlung, Häutung und Erneuerung in sich. Ihr Weg führt nicht fort von der Welt, sondern durch sie hindurch: durch Erfahrung und Verletzlichkeit, durch Feuer und Verdichtung, durch jene Bereiche, in denen das Bewusstsein sich an die Materie bindet und seinen Ursprung vergessen kann.

Doch etwas zieht nach oben.

Vielleicht ist es Erinnerung. Vielleicht Sehnsucht. Vielleicht jener kaum erklärbare innere Impuls, der den Menschen ahnen lässt, dass sein gegenwärtiges Dasein nicht seine ganze Wirklichkeit umfasst.

Das Goldene Licht ruft nicht von außen. Es antwortet auf etwas, das bereits im Inneren verborgen liegt.

So bedeutet Heimkehr keine Rückkehr an einen früheren Ort. Sie ist Verwandlung. Wer den Weg gegangen ist, kann nicht einfach wieder derjenige werden, der einst aufgebrochen ist. Erfahrung lässt sich nicht zurücknehmen. Auch das Dunkle wird nicht ausgelöscht. Es wird Teil der Wandlung.

Die Schlange nähert sich dem goldenen Kreis.

Ob sie ihn erreicht, bleibt offen.

Vielleicht liegt gerade darin das Wesentliche dieses Bildes: Heimkehr geschieht nicht erst am Ende eines Weges. Sie beginnt in jenem Augenblick, in dem sich etwas in uns an das Licht erinnert.

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