
Das Kalenderblatt zum 31. Juli
„Am Rand der Wirklichkeit“
„On The Edge Of Reality“
„Al borde de la realidad“
Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
Am Rand der Wirklichkeit bewegt sich zwischen Landschaft und Abstraktion, zwischen Erinnerung und Gegenwart. Zarte Lasuren, feine Übergänge und die pastose Struktur der Acrylpaste öffnen einen Bildraum, der weniger einen Ort beschreibt als einen inneren Zustand.
Die ruhige Horizontlinie zieht sich wie eine Schwelle durch das Bild. Oberhalb entfaltet sich ein sanftes Licht, darunter verdichten sich Dunst, Wasser und Schatten zu einer Landschaft, die zugleich vertraut und entrückt erscheint. Das Auge glaubt, Ufer, Bäume oder Spiegelungen zu erkennen, doch nichts drängt sich eindeutig auf. Das Bild lebt von der Andeutung und schenkt dem Betrachter die Freiheit, seine eigene Wirklichkeit zu entdecken.
Gerade diese Reduktion verleiht der Arbeit ihre besondere Kraft. Sie lädt dazu ein, den Blick zur Ruhe kommen zu lassen und einen Raum zu betreten, in dem Stille, Wahrnehmung und Erinnerung miteinander verschmelzen. Der Horizont wird nicht zur Grenze, sondern zum Übergang zwischen dem Sichtbaren und dem Verborgenen.
Als Teil einer Werkreihe über Bewusstseinsräume, innere Wandlung und das Licht als metaphysisches Prinzip versteht sich dieses Bild als Einladung zur Kontemplation. Es stellt keine Antworten bereit, sondern öffnet einen stillen Raum, in dem sich jeder Betrachter auf seine eigene Weise dem Rand der Wirklichkeit nähern kann.