
Das Kalenderblatt zum 27. September
„Choral der Elemente – Gesang aus Feuer und Licht“
„Chorus of the Elements – Hymn of Fire and Light“
„Coro de los Elementos – Himno de Fuego y de Luz“
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
Das Bild empfängt den Blick mit einer beinahe körperlichen Intensität. Gelb, Gold und Orange breiten sich wie Licht und Hitze über die Fläche aus, während Rot, Blau, Grau und dunkle Spuren aus der Tiefe hervortreten. Nichts scheint hier stillzustehen. Farbe wird zu Bewegung, Material zu Landschaft, Licht zu einem eigenen Ereignis.
Im unteren Teil verdichtet sich die Malerei. Die Acrylpaste bildet raue, aufgebrochene Strukturen, die an Gestein, Wasser, Asche oder Erde denken lassen. Darüber öffnet sich ein leuchtender Raum, durchzogen von einer dunklen, rotbraunen Bewegung. Sie wirkt wie eine Grenze und zugleich wie ein Übergang.
So begegnen sich im Bild unterschiedliche Kräfte: Schwere und Leichtigkeit, Glut und Kühle, Verdichtung und Weite. Keine beherrscht die andere. Sie antworten einander.
Darin liegt der Gedanke des Chorals. Wie verschiedene Stimmen in einem Gesang treten auch die Elemente miteinander in Beziehung. Sie verschmelzen nicht, sondern bewahren ihre Spannung. Erst aus ihren Gegensätzen entsteht der gemeinsame Klang des Bildes.
Doch dieser Choral erzählt keine festgelegte Geschichte. Das Werk bleibt offen. Was wie Feuer erscheint, kann ebenso Licht sein; was an Wasser erinnert, kann zu Stein oder Asche werden. Die Formen befinden sich in einem Zustand beständiger Veränderung.
Im Zentrum steht damit weniger das einzelne Element als die Transformation selbst.
Etwas verdichtet sich.
Etwas bricht auf.
Etwas vergeht.
Etwas beginnt zu leuchten.
Besonders das große gelb-goldene Feld trägt diese Bewegung. Das Licht scheint nicht von außen auf die dargestellte Welt zu fallen. Es entsteht aus ihr selbst. Gerade dadurch erhält das Bild neben seiner elementaren Kraft eine stille, kontemplative Dimension.
Choral der Elemente – Gesang aus Feuer und Licht spricht von jenem Augenblick, in dem Gegensätze nicht mehr gegeneinanderstehen, sondern Teil einer größeren Bewegung werden.
Vielleicht beginnt Wandlung genau dort:
wo das Dunkle nicht verschwindet,
sondern Licht aus ihm hervortritt.