
Kalenderblatt zum 20. September
“ Eines Tages „
„One of these days“
„Cualquier día“
Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm
Es gibt Bilder, die einen Ort zeigen, und andere, die von einem Zustand erzählen. „Eines Tages“ gehört zu den Bildern, in denen die Landschaft aufgehört hat, Landschaft zu sein. Erde, Himmel, Feuer und Licht sind nicht mehr voneinander zu trennen. Sie sind zu Materie geworden, zu Erinnerung, zu einer Oberfläche, in der Zeit ihre Spuren hinterlassen hat.
Das Gold ist hier kein Schmuck. Es wirkt wie etwas, das aus der Tiefe hervordringt. Als hätte die Dunkelheit selbst begonnen zu leuchten. Darunter lagern schwere, erdige Zonen, aufgebrochen von Rot, das an Glut, Verletzung oder an eine noch nicht erloschene Kraft erinnert.
Die pastose Oberfläche bewahrt das Geschehene. Risse, Verdichtungen und Überlagerungen werden zu einer Art Gedächtnis der Materie. Nichts erscheint vollkommen abgeschlossen. Alles befindet sich zwischen Vergehen und Entstehen.
Und dann dieser Titel: „Eines Tages“.
Er verspricht nichts Bestimmtes. Er nennt weder Zeit noch Ziel. Vielleicht liegt gerade darin seine Kraft. Denn das Bild erzählt nicht von Erlösung als einem fertigen Zustand. Es erzählt von der Möglichkeit der Verwandlung.
Eines Tages wird aus der Wunde vielleicht Licht.
Eines Tages wird aus der Schwere vielleicht Gold.
Eines Tages.
Nicht heute. Nicht morgen.
Aber die Möglichkeit ist bereits im Bild vorhanden.