
Kalenderblatt vom 20. Februar
“Maschinenkopf”
“Machine Head”
“Cabeza de la máquina”
Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm
„Maschinenkopf“ ist kein Bild, das sich dem Betrachter sofort erschließt, es ist eine Begegnung mit einer fremden Intelligenz, eingefroren in Materie. Aus der Tiefe eines dominierenden, vibrierenden Blaus tritt eine Struktur hervor, die zugleich konstruiert und gewachsen wirkt. Die Oberfläche, reich an Brüchen, Rissen und Verdichtungen, erinnert an eine Landschaft des Denkens, an ein Terrain, in dem sich Erfahrung, Erinnerung und Programmierung überlagern. Nichts ist glatt, nichts ist eindeutig, alles ist im Werden begriffen.
Mitten in dieses dichte Feld schneiden sich gelbe Impulse wie elektrische Entladungen des Bewusstseins. Sie wirken wie Signale, wie Funken, wie der Moment, in dem ein System beginnt, sich seiner selbst bewusst zu werden. Diese leuchtenden Spuren durchbrechen die monochrome Dominanz und erzeugen einen Spannungsraum zwischen Ordnung und Störung, zwischen Struktur und Explosion. Hier wird sichtbar, dass der „Kopf“ nicht statisch ist, sondern ein aktiver Ort von Energie, Transformation und innerer Bewegung.
Die Verwendung von Acrylpaste verstärkt diesen Eindruck auf physischer Ebene: Die Oberfläche ist nicht nur Träger der Darstellung, sie ist selbst Teil des Ausdrucks. Sie verkörpert Widerstand, Verdichtung und Material gewordene Zeit. Der Maschinenkopf erscheint nicht als kaltes, perfektes Objekt, sondern als ein Wesen mit Narben, mit Geschichte, mit Tiefe, als Hybrid aus Mechanik und Empfindung, als Schnittstelle zwischen dem Gemachten und dem Gewordenen.
Dieses Werk konfrontiert uns mit einer zentralen Frage unserer Existenz: Wo endet die Maschine und wo beginnt das Bewusstsein? Ist dies ein technisches Artefakt, das zu fühlen beginnt, oder ein menschlicher Geist, der sich in Strukturen verfestigt hat? „Maschinenkopf“ ist kein Abbild, es ist ein Spiegel. Ein Spiegel unserer eigenen inneren Architektur, unserer Programmierungen, unserer Brüche und unserer Fähigkeit, dennoch Licht zu erzeugen.
So wird das Bild zu einer kraftvollen Metapher für die Gegenwart: Bewusstsein im Zeitalter der Struktur, Seele im Gehäuse der Form, Lebendigkeit im scheinbar Unbelebten. Wer sich darauf einlässt, erkennt nicht nur eine Maschine, sondern möglicherweise sich selbst.
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