Kalenderblatt 18. Juni

Urlaubsreste

Das Kalenderblatt zum 18. Juni
“Urlaubsreste”
„Holiday Remnants“
„Vestigios de unas vacaciones“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Es war einer dieser Tage nach der Rückkehr. Die Koffer standen längst wieder im Schrank, die Wäsche war gewaschen, die Fotos waren sortiert, und doch war etwas geblieben. Nicht sichtbar für andere, aber spürbar wie ein leiser Nachhall in der Seele.

Auf dem Küchentisch lag ein kleines Stück Muschel, das niemand bewusst eingepackt hatte. Im Rucksack fand sich noch ein Körnchen Sand. Und irgendwo zwischen den Gedanken schimmerte immer noch das Blau des Meeres.

Der Mann, der von seiner Reise zurückgekehrt war, bemerkte es zuerst am Morgen. Während draußen die vertraute Welt ihren gewohnten Gang ging, tauchten plötzlich Bilder auf. Der Horizont. Das Licht. Die Weite. Das tiefe Blau zwischen Himmel und Erde.

Er schloss die Augen und sah die Landschaft wieder vor sich. Nicht mehr als Erinnerung, sondern als Gefühl.

Das Blau war nicht einfach Wasser gewesen. Es war Freiheit gewesen.

Das Gold war nicht einfach Sonnenlicht gewesen. Es war Wärme gewesen.

Und die weiße Linie dazwischen war jener geheimnisvolle Ort, an dem Alltag und Traum sich berühren.

Tag für Tag verblassten die Einzelheiten der Reise. Die Namen der Orte wurden undeutlich. Die Speisekarten verschwanden aus dem Gedächtnis. Selbst die Wege durch fremde Gassen lösten sich langsam auf.

Doch etwas blieb.

Die Farbe der Weite.

Die Erinnerung an Stunden ohne Eile.

Das Wissen, dass hinter dem Horizont immer noch eine größere Welt wartet.

Als er eines Abends aus dem Fenster blickte, bemerkte er, dass die Reise nie wirklich zu Ende gegangen war. Sie hatte lediglich ihre Gestalt verändert.

Das Meer war nun nicht mehr draußen.

Es war in ihm.

Die goldenen Flächen des Himmels hatten sich in eine stille Zuversicht verwandelt. Das tiefe Blau war zu einer inneren Landschaft geworden, die jederzeit betreten werden konnte. Und die hellen Übergänge zwischen beiden erinnerten daran, dass jeder Mensch einen Ort in sich trägt, an dem Ferne und Heimat eins werden.

So wurden die letzten Spuren des Urlaubs zu etwas Kostbarerem als Souvenirs.

Zu einer Erinnerung, die nicht festhält, sondern weiterführt.

Zu einem inneren Horizont, der bleibt, wenn die Reise längst vorbei ist.

Und vielleicht sind genau das die wahren Urlaubsreste:

Nicht die Dinge, die wir mitbringen, sondern die Weite, die in uns zurückbleibt.

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